Straßen.NRW zieht Zwischenbilanz für 2017

So wenige Unfälle mit Straßenwärtern wie noch nie in NRW

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Gelsenkirchen - Laut einer aktuellen Pressemitteilung des Landesbetriebes Straßenbau NRW (Straßen.NRW) hat es 2017 auf Autobahnen, Bundes und Landesstraßen so wenige Unfälle mit Beschäftigten des Straßenbetriebsdienstes gegeben wie noch nie in den letzten 20 Jahren. Bislang seien bei drei Unfällen mit Personenschaden sechs Mitarbeiter von Straßen.NRW verletzt worden.

Diese Bilanz kommt allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn zuletzt erst am Dienstag, 21. November, war ein Straßenwärter auf der A44 schwer verletzt worden.

"Statistisch gesehen leben Straßenwärter mit einem 13 Mal höheren Risiko, bei der Ausübung ihres Jobs ums Leben zu kommen, als andere Beschäftigte. Diese Zahlen nannte der Landesbetrieb Straßen Nordrhein-Westfalen während der traditionellen Kranzniederlassung in Gescher (Kreis Borken), bei der Abordnungen aller Autobahn- und Straßenmeistereien der tödlich verletzten Kollegen gedenken", heißt es in der Pressemitteilung.

"Jeder Unfall ist einer zu viel. Diese traurige Statistik bestätigt uns darin nicht nachzulassen, alles dafür zu tun, jeden einzelnen Unfall zu verhindern", wird NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst zitiert. Dazu gehörten unter anderem technische Optimierungen und Fortbildungen.

Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin von Straßen.NRW, hob die internen Bemühungen des Landesbetriebes Straßenbau NRW für möglichst viel Sicherheit der Mitarbeiter auf den Straßen hervor. 

"Beispielsweise haben wir vor zehn Jahren als erstes Bundesland so genannte Warnschwellen vor Baustellen auf dem rechten Fahrstreifen der Autobahnen ausgelegt. Damit werden die Verkehrsteilnehmer noch 100 Meter vor der Baustelle aufgerüttelt, sollten sie alle vorherigen Warnhinweise übersehen haben", so Sauerwein-Braksiek. 

Etwa 8000 Mal im Jahr würden diese zwei Meter langen Schwellen ausgelegt. Mittlerweile seien sie sogar als wirkungsvolles Instrument in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen worden. 

Für die Sicherheit: Moderne Technik

Straßen.NRW stehe darüber hinaus regelmäßig mit den Straßenbauverwaltungen in England und den Nachbarländern Niederlande und Belgien in Kontakt, um sich zum Thema Arbeitssicherheit auszutauschen. 

In den vergangenen Jahren seien die Schilder und Absperrtafeln mit moderner LED-Technik optimiert worden, um deren Sichtbarkeit zu verbessern. "Deswegen tragen die Straßenwärter mittlerweile auch verbesserte Warnkleidung in rot und orange mit so genannten retroreflektierenden Streifen, die über die Norm hinausgehen. Die Fahrzeuge der Meistereien sind mit Schalensitzen mit integriertem Gurt und Kopfstützen ausgestattet, um Unfallfolgen zu minimieren. 

Die Absperrtafeln sind mit CB-Warnfunk ausgestattet, die Lkw-Fahrer warnen. Bei der Weiterentwicklung von Fahrerassistenzsystemen sitzt der Landesbetrieb mit am Tisch. Und intern ist für die Straßenwärter seit einigen Jahren ein so genannter Risikoparcours im Einsatz, der mit lebensnahen Übungen die Sensibilität der Beschäftigten schärft", so Straßen.NRW.

Seit 1993 sei es zu mehr als 500 Unfällen mit verletzten Straßenwärtern gekommen. "19 Beschäftigte wurden dabei tödlich verletzt. Prellungen, Frakturen und Traumata sind die häufigsten Folgen der Unfälle", heißt es abschließend. - eB

So bereitet sich Straßen.NRW auf den Winter vor.

Quelle: wa.de

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