Dreckdetektiv und Sauberkeits-App sollen helfen

Wohin mit dem Müll? Wilde Kippen bleiben in NRW ein Problem

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Illegale Müllentsorgung

Düsseldorf - Kaputte Gummireifen im Gebüsch, Plastikflaschen am Waldrand und leere Chipstüten im Stadtpark: Wilde Müllkippen bleiben in vielen nordrhein-westfälischen Großstädten ein Problem. Der Städte- und Gemeindebund NRW (StGB) rät den Kommunen, mehr auf seine Bürger einzugehen und sie besser zu informieren.

In Köln etwa sind die Meldungen in den vergangenen drei Jahren von rund 6600 auf etwa 10 860 angestiegen. Dabei entstünden den Städten hohe Kosten, um den Abfall zu beseitigen. "Ein Hauptproblem ist, dass viele öffentliche Abfallbehältnisse zu klein sind", sagt Umwelt- und Abfallfachmann Peter Queitsch vom StGB. In Kommunen mit größeren Tonnen quer durch das Stadtgebiet werde weniger Müll wild auf den Straßen entsorgt.

Oft wüssten Bürger gar nicht, wohin sie bestimmte Abfälle wie alte Möbel, Autoreifen oder kaputte Elektroteile bringen könnten, sagt der Fachmann. Duisburg hatte dazu im vergangenen Jahr eine Informations-Kampagne gestartet - genau richtig nach Meinung von Queitsch: "Wir haben hier ein Luxus-Entsorgungs-System, auf das alle aufmerksam gemacht werden müssen."

Städte hätten es oft schwer, Umweltsünder ausfindig zu machen. Bürger in Köln oder Dortmund können deshalb mit einer "Dreck-weg-App" wilde Kippen fotografieren und somit schneller melden. In Hagen sollen "Waste Watcher" (Müll-Streifen) nach Verursachern suchen. "Wir haben den Eindruck, dass durch die komfortable Möglichkeit der Meldung per App Ablagerungen eher mitgeteilt werden", sagte eine Sprecherin der Stadt Köln.

Alter Hausrat oder abgelaufene Lebensmittel schaden nicht nur der Umwelt, sondern auch den städtischen Konten: Rund 1,6 Millionen Euro kostet es Düsseldorf pro Jahr, illegalen Müll zu entsorgen. In Köln sind es 7,6 Millionen Euro, Duisburg zahlte dafür im vorletzten Jahr 472.000 Euro. - dpa

Quelle: wa.de

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