Wolf bei Unfall totgefahren

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Bei Petershagen wurde in der Nacht zu Sonntag ein Wolf überfahren.

[Update, 16 Uhr] Minden-Lübbecke - Bei einem Verkehrsunfall ist am Sonntag in Petershagen im Kreis Minden-Lübbecke ein Wolf überfahren worden. Das hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) Nordrhein-Westfalen am Montagnachmittag mitgeteilt. 

Das Tier werde voraussichtlich am Dienstag dem Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung übergeben. Genetische Proben zur möglichen Feststellung der individuellen Herkunft sollen zum Senckenberg Forschungsinstitut, Außenstelle Gelnhausen geschickt werden. Der Kadaver werde im Anschluss an die Untersuchungen präpariert und der Sammlung eines der naturwissenschaftlichen Museen in Nordrhein-Westfalen übergeben.

Mit der Rückkehr des Wolfes beschäftigt sich das Land schon seit 2010. In einer beim Lanuv eingerichteten Arbeitsgruppe „Wolf in NRW“ erarbeiten Wissenschaftler, Naturschützer, Jäger, Schafhalter, Forstleute und Behörden ein Konzept für den Fall der eigenständigen Rückkehr des Wolfes und tauschen unterschiedliche Interessen aus. 

Wie ein Lanuv-Sprecher berichtete, sei derzeit mit einem erhöhten „Wolfsverkehr“ in Ostwestfalen zu rechnen. Jungtiere aus Niedersachsen und Ostdeutschland – Regionen wo der Wolf schon heimischer ist – würden erwachsen und gingen auf Erkundungstour. 

Eine Gefahr für Menschen seien diese jungen Wölfe nicht – die Tiere selber seien aber durchaus gefährdet, weil sie für die Gefahren im Straßenverkehr noch nicht sensibilisiert seien. 

Wenn man einem Wolf begegnet, sollte man sich wie jedem anderen Wildtier gegenüber verhalten:

  • Nicht versuchen, Wildtiere anzufassen oder zu füttern.
  • Nicht weglaufen, sondern stehen bleiben.
  • Langsam zurückziehen, wenn man den Abstand vergrößern will.
  • Man kann ein Wildtier vertreiben, indem man auf sich aufmerksam macht (laut ansprechen, in die Hände klatschen etc.).
  • Bei eventuellen Sichtungen eines Wolfes, diese direkt an die zuständigen Behörden oder den/die zuständige regionale/n Wolfsberater/-in melden.

    Beim Landesumweltamt können rund um die Uhr alle Luchs- und Wolfssichtungen gemeldet werden unter 0 23 61/305-0 (außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende unter 02 01 /71 44 88).

Quelle: wa.de

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