Polizei setzt Tränengas ein

Dutzende Festnahmen nach neuen Ausschreitungen in Hongkong

Polizisten mit Gasmasken schießen Tränengas auf Demonstranten. Foto: Dita Alangkara/AP/dpa
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Polizisten mit Gasmasken schießen Tränengas auf Demonstranten. Foto: Dita Alangkara/AP/dpa
Die Polizei setzt Tränengas gegen Demonstranten bei einer Kundgebung ein. Foto: Kin Cheung/AP/dpa
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Die Polizei setzt Tränengas gegen Demonstranten bei einer Kundgebung ein. Foto: Kin Cheung/AP/dpa
Demonstranten antworten dem Tränengaseinsatz der Polizei mit Brandbomben. Foto: Vincent Yu/AP/dpa
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Demonstranten antworten dem Tränengaseinsatz der Polizei mit Brandbomben. Foto: Vincent Yu/AP/dpa
Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen vor dem Gebäude der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua in Hongkong, dessen Fenster bei Protesten gegen die Regierung zerstört wurden. Foto: Kin Cheung/AP/dpa
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Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen vor dem Gebäude der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua in Hongkong, dessen Fenster bei Protesten gegen die Regierung zerstört wurden. Foto: Kin Cheung/AP/dpa
Polizeibeamte in Einsatzmontur halten einen Mann während eines Protestes gegen die Regierung fest. Foto: Kin Cheung/AP/dpa
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Polizeibeamte in Einsatzmontur halten einen Mann während eines Protestes gegen die Regierung fest. Foto: Kin Cheung/AP/dpa
Ausgerüstete Polizisten stehen neben festgenommen Demonstranten. Foto: Kin Cheung/AP/dpa
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Ausgerüstete Polizisten stehen neben festgenommen Demonstranten. Foto: Kin Cheung/AP/dpa

Die Atmosphäre in Hongkong ist aufgeheizt. Seit 22 Wochenenden in Folge wird demonstriert. Die Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein. Aktivisten attackieren erstmals Chinas Staatsagentur Xinhua.

Hongkong (dpa) - Bei den anhaltenden Protesten in Hongkong ist es wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen. Dutzende Menschen wurden festgenommen.

Die Polizei setzte Tränengas, Gummigeschosse, Pfefferspray und einen Wasserwerfer ein. Radikale Aktivisten warfen Brandbomben, bauten Straßensperren und attackierten Geschäfte mit vermuteten Beziehungen zu China. Erstmals nahmen sich die Demonstranten auch das Gebäude der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua als Ziel vor und schlugen die Scheiben im Eingangsbereich ein.

Es war das 22. Wochenende in Folge, an dem in der chinesischen Sonderverwaltungsregion demonstriert wurde. Die Proteste richten sich gegen die Regierung und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung.

Nachdem die Polizei eine ursprünglich im Victoria Park geplante Demonstration im Vorfeld nicht genehmigt hatte, versammelten sich dort Kandidaten für die Bezirksratswahl spontan zu Wahlkampfauftritten, die nicht eigens genehmigt werden müssen, solange die Gruppen jeweils klein bleiben. Trotzdem löste die Polizei die Versammlungen schon früh mit Tränengas auf.

Die folgenden Zusammenstöße in den Straßen in der Nachbarschaft setzten auch zwei genehmigten Demonstrationen im Chater Garden und Edinburgh Place ein schnelles Ende. Die Ausschreitungen dauerten bis in den Abend. Der U-Bahnhof Hongkong Central wurde geschlossen und nicht mehr angefahren, nachdem Demonstranten nach Angaben der Verkehrsbetriebe an einem Eingang Feuer gelegt hatten, wie die "South China Morning Post" berichtete.

Die Atmosphäre in Hongkong ist aufgeheizt, nachdem diese Woche der Anführer der Demokratiebewegung, Joshua Wong, als Kandidat für die Wahl der Bezirksräte disqualifiziert worden war. Ihm wurde unterstellt, mit dem Aufruf zur Selbstbestimmung Hongkong die Unabhängigkeit zu propagieren. Die kommunistische Führung in Peking kündigte auch an, eine härtere Gangart in Hongkong einzuschlagen.

Die Demonstranten fordern freie Wahlen, eine unabhängige Untersuchung von Polizeibrutalität sowie Straffreiheit für die bereits weit mehr als 2000 Festgenommenen. Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die sieben Millionen Hongkonger Meinungs- und Versammlungsfreiheit, fürchten aber zunehmend um ihre Freiheitsrechte.

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