Dramatische Warnung

Forscher prophezeien „unsägliches Leid“ für Menschheit - doch Trump reagiert kühl

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Trump kündigt Rückzug vom Pariser Klimaabkommen an.

Ein dramatischer Appell von Wissenschaftler in Bezug auf den Klimawandel lässt US-Präsident Donald Trump scheinbar kalt. 

  • Rund 11.000 Wissenschaftler haben sich zusammengetan und einem gemeinsamen Appell in der Zeitschrift „BioScience“ veröffentlicht. 
  • Sie warnen vor „unsäglichem Leid“ für die Menschheit und einem bedrohlichen „Klima-Notfall“. 
  • US-Präsident Donald Trump lässt diese Prophezeiung aber scheinbar kalt.  

Washington - Es sind Worte, die auf die dramatische Lage aufmerksam machen sollen, in der sich die Welt mittlerweile befindet. Mehr als 11.000 Wissenschaftlicher aus 153 Ländern warnen vor einem „unsäglichen Leid“, das der Menschheit drohe. Darunter befinden sich auch 871 Forscher aus Deutschland.

Donald Trump handelt gleichgültig bei Klimawandel - Forscher prophezeien „unsägliches Leid“

Knapp vier Wochen vor dem UN-Klimagipfel erklärten die Forscher im Fachjournal „BioScience“, ohne grundlegendes Umsteuern sei „unsägliches menschliches Leid“ nicht mehr zu verhindern. Die Forscher warnen vor einem weltweiten „Klima-Notfall“. Trotz aller Warnungen in den vergangenen vier Jahrzehnten nehme die Erderwärmung weiterhin rapide zu. Trotz der zahlreichen Alarmzeichen „haben wir - abgesehen von einigen Ausnahmen - im Allgemeinen so weitergemacht wie immer", kritisieren die Forscher.

Trump ignoriert Klima-Warnungen: USA steigen aus Pariser Abkommen aus

Nahezu gleichzeitig reagiert US-Präsident Donald Trump völlig gleichgültig auf diese eindringliche Warnung. Am Montagabend war bekannt geworden, dass die USA - wie von Trump angekündigt - bei den Vereinten Nationen offiziell ihre Kündigung für das Pariser Abkommen eingereicht haben. Trump hatte diesen Schritt bereits im Juni 2017 angekündigt.

Im Pariser Abkommen haben sich fast alle Staaten der Welt das Ziel gesetzt, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst 1,5 Grad zu begrenzen, um katastrophale Folgen wie Hitzewellen und Dürren, extreme Regenfälle und den Anstieg der Meeresspiegel zu begrenzen. Ginge es weiter wie bisher, ohne eine andere Klimapolitik, läge der Anstieg Ende dieses Jahrhunderts wohl bei gut drei Grad.

Klimapolitik: Widerstand in den USA gegen Donald Trump 

Deutschlands Umweltministerin Svenja Schulze betonte, auch in den USA gebe es unterhalb der nationalstaatlichen Ebene eine „ungebrochene Dynamik für den Klimaschutz“. Im Bündnis „We are still in“ - „Wir sind noch drin“ - haben sich zehn Bundesstaaten, 287 Städte und Regionen sowie Unternehmen und andere zusammengeschlossen. Man werde auch bei der UN-Klimakonferenz vom 2. bis 15. Dezember in Madrid vor Ort sein und Gespräche mit Regierungen führen, teilte das Bündnis mit.

Kritik an der Politik der US-Regierung kommt auch von der politischen Linken in Deutschland. So meldete sich unter anderem Flüchtlingsaktivistin Carola Rackete zu Wort, ebenso wie der Vorsitzende der Linken, Bernd Riexinger.  

Klimanotstand: Das raten die Wissenschaftler nun dringend

Die Wissenschaftler empfehlen in dem Artikel in „BioScience“ verschiedene Schritte, um den Klimawandel wirksamer zu bekämpfen: 

  • Die Wälder sollen als wichtige CO2-Speicher erhalten werden. 
  • Eine Umstellung auf eine weitgehend vegetarische Ernährung soll den Ausstoß von Treibhausgasen ebenfalls deutlich verringern. 
  • Das rapide Bevölkerungswachstum müsse global gestoppt werden.

Greta Thunberg hat bei der UN-Klimakonferenz eine emotionale Rede gehalten. Die Deutschen sind gespalten, was sie über die Klimaaktivisten denken sollen. Zuletzt lehnte Greta Thunberg überraschend eine mit knapp 50.000 Euro dotierte Auszeichnung in ihrer Heimat Schweden ab. In einer Online-Botschaft erklärte die 16-Jährige danach, warum sie das tat.

Das Wetter-Phänomen El Nino wird nach Forscher-Angaben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 2020 erneut auftreten. Die teils dramatischen Auswirkungen werden global zu spüren sein.

Dem hingegen besucht der US-Außenminister Mike Pompeo Deutschland und ist in einem kleinen Dorf in Bayern mit besonderer Historie zu Besuch. 

In einem neuen Buch werden schwere Vorwürfe gegen Donald Trump erhoben - von einem anonymen Autor, der aber kein Unbekannter zu sein scheint. Muss der US-Präsident sich fürchten?

mag mit dpa und AFP

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