Acht Firmen als „familienfreundliches Unternehmen“ zertifiziert

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Insgesamt acht Unternehmen aus Siegen-Wittgenstein und Olpe nahmen erfolgreich an der zweiten Runde des Zertifizierungsprozesses „Familienfreundliches Unternehmen“ teil. Die Vertreter der Firmen nahmen die Plaketten am Dienstag aus den Händen der beiden Landräte Andreas Müller und Frank Beckehoff in Siegen entgegen. 

Siegen. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen ist für viele Arbeitnehmer nicht leicht. Damit das gelingen kann, braucht es nicht nur eigenes Organisationstalent und Zeitmanagement, sondern vor allem auch passende Rahmenbedingungen.

Acht Unternehmen aus Siegen-Wittgenstein und Olpe haben sich auf die Fahne geschrieben, diese für ihre Mitarbeiter zu schaffen, und erfolgreich an der zweiten Runde des Zertifizierungsprozesses „Familienfreundliches Unternehmen“ teilgenommen.

Am Dienstagnachmittag nahmen sie die Zertifikate aus den Händen der Landräte der beiden Kreise, Andreas Müller und Frank Beckehoff, im Haus der Siegerländer Wirtschaft in Siegen entgegen.

„Es kann einer Region gar nichts Besseres passieren, als dass Menschen sagen: ,Ja, wir wollen eine Familie gründen, wir wollen Kinder haben' – und: ,Ja, wir wollen weiter in unseren Berufen arbeiten – Frauen und Männer, Mütter und Väter'“, sagte Müller in seiner Ansprache. Damit das gelinge, müssten sowohl die Kommunen als auch die Unternehmen ihren Beitrag leisten. „Sie gehören ganz klar zur Top-Liga in Sachen Familienfreundlichkeit. Dafür werden Sie heute ausgezeichnet und dazu gratuliere ich Ihnen allen ganz herzlich.“

Müllers Amtskollege Frank Beckehoff schloss sich den Glückwünschen gern an. „Machen Sie auf diesem Weg weiter und seien Sie Vorbild für ihr Umfeld“, ermutigte der Olper Landrat die anwesenden Firmenvertreter. Müller und er waren davon überzeugt, dass die Unternehmen von dem Zertifikat profitieren können, wenn sie es öffentlichkeitswirksam einsetzen. Denn für viele bemesse sich die Attraktivität eines Arbeitgebers nicht mehr an der Höhe des Gehalts, sondern an der Frage, wie der Spagat zwischen Familie und Beruf gemeistert werden könne. „Familienfreundlichkeit tut nicht nur den Mitarbeitern gut, sondern auch den Unternehmen und letztlich der ganzen Region“, meinte Beckehoff.

So unterschiedlich wie die zertifizierten Betriebe selbst sind auch deren Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Sie reichen von flexiblen und individuellen Arbeitszeiten über Ferienprogramme für Kinder und Mutter-Kind-Zimmer bis hin zu psychologischen Beratungsangeboten, Infomappen für werdende Eltern oder pflegende Mitarbeiter und Teilzeit in Schichtsystemen.

Um das Zertifikat zu erhalten, mussten die Teilnehmer einen mehrstufigen Prozess durchlaufen, der unter anderem einen umfangreichen Check-Up bei einer persönlichen Vor-Ort-Begutachtung sowie Interviews mit mehreren Mitarbeitern vorsah. Unterstützung erhielten die Unternehmen dabei von Alexandra Wachendorfer, die die Zertifizierungsprozesse in ganz Südwestfalen begleitet. Abschließend entschied eine regionale Jury, bestehend aus Vertretern der Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein und Olpe, der IHK Siegen, der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd, der IG Metall Siegen und Olpe, dem DGB-Region Südwestfalen sowie der Regionalagentur Siegen-Wittgenstein und Olpe, über die Vergabe der Zertifikate.

Insgesamt zehn Unternehmen hatten sich für die zweite Vergaberunde angemeldet, folgende acht konnten sie erfolgreich abschließen: kplan AG, Krombacher Brauerei – Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG, effexx Unternehmensgruppe, Heinrich Georg GmbH Maschinenfabrik, Lückel & Partner Steuerberatung KG (alle Kreis Siegen-Wittgenstein) sowie Mennekes Elektrotechnik GmbH & Co. KG, EMG Automation GmbH und Des Wahnsinns fette Beute GmbH (alle Kreis Olpe).

Zum Prozess

Organisiert wird der Zertifizierungsprozess „Familienfreundliches Unternehmen“ in Siegen-Wittgenstein und Olpe vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf, kurz Competentia. Er wird durch Mittel des Landes NRW und des europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

Im September startet das Kompetenzzentrum die dritte Runde des Zertifizierungsprozesses. Kleinere und mittlere Unternehmen, die sich für das Zertifikat interessieren, können sich an Kristina Wertebach wenden: Tel. 0271/333-1191 oder k.wertebach@siegen-wittgenstein.de.

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