Apollo schlägt neue Seiten auf

Verantwortliche präsentierten neues Spielzeitbuch – „JAp“ eröffnet kommende Saison

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Die Produktion „Breakin’ Mozart“ ist ein Höhepunkt im ersten Jap-Spielplan.

Siegen. „Apollo bleibt auch in der Spielzeit 17/18 wie es war und wird zugleich jünger. Das ist möglich – allerdings nur im utopischen Bereich der Theaterkunst.“ 

Das sagte Magnus Reitschuster, Intendant und Geschäftsführer des Siegener Theaters, am Freitagmittag bei der Präsentation des neuen Apollo-Spielzeitbuchs. Er spielte damit auf die Jugendsparte „JAp“ (Junges Apollo) an, um die das Theaterprogramm jüngst erweitert wurde (der SiegerlandKurier berichtete) und die in der kommenden Saison einen nicht unerheblichen Teil dessen einnimmt. Insgesamt 185 Veranstaltungen finden Kulturliebhaber in dem neuen Spielzeit-Buch, das mit 158 Seiten übrigens eines der umfangreichsten seit der Eröffnung des Theaters ist, ein Drittel davon steht im JAp-Spielplan.

Das JAp ist es auch, das die neue, nunmehr elfte Apollo-Spielzeit am 1. September eröffnen wird: Und zwar mit „Tschick“, einem Stück basierend auf dem Erfolgsroman von Wolfgang Herrndorf und dargeboten vom Deutschen Theater Berlin. Die Verantwortlichen schlagen damit symbolisch eine Brücke zur Apollo-Eröffnung vor zehn Jahren: Am 30. August 2007 wurde das Theater mit der exklusiv für Kinder gespielten Vorstellung „Die verzauberten Brüder“ eingeweiht. 17 Kinder, die damals dabei waren oder sogar mitgewirkt haben, werden am 1. September als Zuschauer im Publikum sitzen. Um sie zu finden, war extra die Aktion „Wir suchen die Apollo-Kinder“ ins Leben gerufen worden. Einer von ihnen ist der 22-jährige Lehramtsstudent Lukas Hahn, der den Kontakt zum (Siegener) Theater nie verloren hat. Er freut sich schon sehr auf die „Reunion“ mit all den anderen Akteuren von damals. Außerdem werden 250 Auszubildende aus Siegener Betrieben bei der ersten JAp-Vorstellung dabei sein.

Dr. Henrich Schleifenbaum, Steffen Mues, Lukas Hahn und Magnus Reitschuster (v.l.) bei der Vorstellung des neuen Apollo-Spielzeitbuchs. 

Weitere Highlights im Spielplan für die Jugendlichen: Die Produktion „Breakin’ Mozart“, bei der acht Breakdancer, darunter Europa- und Weltmeister, tänzerische und akrobatische Höchstleistungen zur Musik von Wolfgang Amadeus Mozart vollbringen, oder das von der Philharmonie Südwestfalen produzierte Konzert „Final Fantasy“, bei dem sinfonisch aufbereitete Konsolenmusik aus der Welt der Computerspiele zu hören sein wird.

„Unsere verstärkte Schwerpunktsetzung im Kinder- und Jugendtheater bedeutet aber keine Reduzierung im sonstigen Spielplan“, unterstrich Reitschuster. Wie gewohnt sind auch in der neuen Saison führende deutsche Schauspielhäuser in der Krönchenstadt zu Gast. Das Schauspielhaus Bochum etwa zeigt die gewichtigen Stücke „Orestie“, „Gefährliche Liebschaften“ und „Maria Stuart“, das Schauspielhaus Frankfurt kommt mit „Alle meine Söhne“.

Daneben sind heimische Künstler wie Navid Kermani oder Mehmet G. Daimagüler sowie die Sparte „Apollo vokal“ wieder feste Programmbestandteile. Die Apollo-Eigenproduktion ist diesmal der Literaturklassiker „Der kleine Prinz“. „Allerdings nicht als Kindertheater, sondern als Aufführung für Erwachsene. Er wird inszeniert als eine philosophische und unterhaltende Geschichte von Liebe und Freundschaft, von der Suche nach sich selbst und dem eigenen Planeten, auf dem es sich leben lässt“, so Reitschuster.

Siegens Bürgermeister Steffen Mues ließ es sich nicht nehmen, noch einmal auf das erste Apollo-Jahrzehnt zurückzublicken. Fast eine Million Besucher in den vergangenen zehn Jahren (2016/2017: knapp 96.000) sprächen eine deutliche Sprache, war er überzeugt. „Das zeigt, wie gut das Theater angenommen wird. Doch das funktioniert nur, wenn das Programm die Menschen mitreißt“, so Mues. Er dankte deshalb vor allem Intendant Magnus Reitschuster, aber auch dem Vorsitzenden des Apollo-Trägervereins, Dr. Henrich Schleifenbaum, denn: „Bei allem darf man nicht außer Acht lassen, dass der Trägerverein, der aus Ehrenamtlichen besteht, das Konstrukt Apollo-Theater zusammenhält. Das ist etwas Besonderes.“

Für Dr. Henrich Schleifenbaum war es die letzte Spielzeitbuch-Vorstellung. Seine Amtszeit endet mit der kommenden Apollo-Saison am 30. Juni 2018. Nachfolger soll Prof. Herbert Landau werden. Schleifenbaum selbst hatte den ehemaligen Bundesverfassungsrichter im Rahmen der Mitgliederversammlung für den Posten vorgeschlagen. „Damit ist eine richtige Weichenstellung erfolgt. Walter Schwerdfeger, Dr. Henrich Schleifenbaum, Prof. Herbert Landau: Der Apollo-Theater Siegen e.V. hat mit seinen ehemaligen, gegenwärtigen und künftigen Vorsitzenden das Glück, das der Tüchtige unbedingt braucht“, sagte Magnus Reitschuster.

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