Richtfest auf dem Grundstück des früheren Sängerheims 

21 Appartements, Gemeinschaftsraum und Fahrradkeller: KEG baut Studierendenwohnheim Am Lohgraben 

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Siegen  - Nur ein paar Schritte vom City Campus Siegen (CCS) Am Lohgraben entsteht ein weiteres Studierendenwohnheim. Verläuft alles planmäßig, sollen im Mai 2020 die ersten Studierenden Einzug halten. Bauherrin ist die Kommunale Entwicklungsgesellschaft (KEG) Siegen.

Wo früher das Sängerheim stand, errichtet sie das Gebäude mit 21 Appartements auf vier Ebenen. Jede der möblierten 23-Quadratmeter-Einheiten verfügt über Küche, Balkon, Fußbodenheizung und WLAN. Im Erdgeschoss können die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Drahtesel unterbringen, Gemeinschaftsraum und Terrasse sollen das Wir-Gefühl fördern. 

Von „gehobenem Standard“ sprach Beigeordneter Wolfgang Cavelius beim Richtfest am gestrigen Freitag. Der Beitrag zum Klimaschutz: Unter anderem wird das Flachdach begrünt (ebenso wie die Fassade) und bekommt überdies eine Solaranlage. Die KEG betrete mit diesem ersten Studentenwohnheim, das unter ihrer Ägide errichtet wird, architektonisches Neuland, führte Cavelius weiter aus. Beauftragt wurde die Almasi und Stein Planungsgruppe, die vor der Herausforderung stand, ein relativ kleines Grundstück optimal auszunutzen. 

Die Stadt hatte das leer stehende Sängerheim auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise gekauft. Mit dem Rückgang der Flüchtlingszahlen kamen Überlegungen auf, das Gebäude abzureißen und das Gelände für ein Studentenwohnheim zu nutzen. So ganz ohne die eine oder andere Verzögerung ging der Bau bislang nicht über die Bühne: So stieß man auf einen Stollen, der zunächst denkmaltechnisch vermessen und dokumentiert werden musste. Ein Teil wurde verfüllt, ein größerer Teil aber soll erhalten bleiben, durch eine Stahltür gesichert werden und weiterhin zugänglich sein. 

Bei den Ausschachtungsarbeiten im April machten die Arbeiter eine weitere spannende Entdeckung: „An der Stelle, wo der Tisch steht, lag eine Bombe“, so der Beigeordnete. Trotz der dargestellten Hürden sei man sowohl zeitmäßig als auch finanziell im Plan. 

Der Neubau kostet 1,9 Millionen Euro. 1,2 Millionen kamen als Förderung von der NRW-Bank. Deshalb liegen die Mieten bei verhältnismäßig überschaubaren 200 Euro Netto kalt. Mit der Errichtung des Studentenwohnheims erfülle die KEG auch eine Forderung der Politik, so Wolfgang Cavelius. Sie baut derzeit auch einen Kindergarten in Geisweid und hat den Bahnhof Weidenau gekauft, der einer „multifunktionalen Nutzung“ zugeführt werden soll.

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