„Die Berlinale ist ein Dreck dagegen“

Ausverkauftes Haus im Apollo: Filmpreis "Der Goldene Monaco" wurde verliehen 

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Siegen. Wie jedes Jahr organisierte das Team des Goldenen Monacos eine große Filmpreisverleihung in Siegen – von Studenten für Studenten. Und auch in diesem Jahr war der Abend ein voller Erfolg, die Tickets für die glamouröse Abendveranstaltung im Siegener Apollo-Theater waren bereits nach wenigen Minuten ausverkauft.

Siegen. „Die Berlinale ist ein Dreck dagegen“, beschreibt Anna Fantl den Abend im Apollo-Theater. Sie ist Referentin für Low Budget und Nachwuchs bei der Film- und Medienstiftung NRW und verkündet an diesem Abend, neben drei weiteren Laudatoren, die Gewinnerfilme des Goldenen Monacos. 

Geehrt und vorgestellt wurden Kurzfilme in verschiedenen Kategorien, die Jury entschied, welches Konzept einen Preis verdient hat. Das Moderatoren-Duo Sebastian Brings und Carla Nies führte das Publikum durch den Abend. „Diese Auszeichnungen dienen als Sprungbrett für viele Kommilitonen, die Spaß am Filmemachen haben“, so ein Student. 

Die erste Kategorie,Bester Narrativer Film, stellte der Produzent für Dokumentar- und Imagefilme, Michael Straßburger, vor. Den Preis erhielt „Amelie“. Das Team, bestehend aus Charline Kindervater, Lisa Kodsi, Jana Neurohr, Valentin Rocke, Laura Schindler, Pepa Ulrich, Maxime Jeismann und Christopher Weingart, überzeugte mit einem emotionalen Stück rund um Liebe und Freundschaft. 

"Die Berlinale ist ein Dreck dagegen",

In der Kategorie Bester Social Spot behandelten die vorgestellten Filme gesellschaftskritische Themen und sie sollen die Zuschauer zum Nachdenken anregen.Den Preis überreichte Anna Fantl dem Team um Sarah Fischer, Laura Nette, Jörn Pfeiffer, Lukas Golenia und Daniel Wied für ihr Werk „Autorität – Der Jugendtreff Episode 1“. Der Film ähnelt einer „Stromberg“-Parodie: Ein Sozialarbeiter der Bluebox wird in seiner alltäglichen Arbeit von einem Kamerateam begleitet und in besonders ironischer und humorvoller Weise dargestellt. 

Auf die dritte Kategorie, denPublikumspreis, hatte die Jury keinen Einfluss. Mithilfe von Wahlzetteln hatte jeder im Theater eine Stimme, die über den Gewinner entschied. Die Komödie „eINMAL aLLES“ von Luise Geist, Jessica Bolewski, Theo Weingarten, Philipp Klier und Christopher Weingart erhielt die meisten Stimmzettel. Eine Beschreibung des Filmes? Schwierig. Ein Versuch: Während sich ein junges Paar Gedanken über die Finanzierung ihrer Hochzeit macht, kommen sie auf die Idee, eine Bank auszurauben. Mit Bananen als Waffen gelangen sie an ihr Geld, doch werden schon bald von der Polizei, ebenfalls mit Obst bepackt, eingeholt.

 Den Goldenen Monaco fürdas Beste Musikvideo vergab Marcel Barion, Dozent der Uni Siegen, an „no monsters“ von Kristina Neumann. Neumann habe durch die Montage in diesem Film etwas Besonderes geschaffen, so Barion. Das Stück wirkt düster, die Musik ist außergewöhnlich, doch genau das habe der Produzentin zu ihrem Sieg verholfen. „Ich bin überrascht, gewonnen zu haben. Der Film kommt von der Qualität nicht an meine Konkurrenten heran“, so Neumann. Auf das „Egal!“ aus dem Publikum folgte tosender Applaus für die Einzelkämpferin. 

Laudator Lukas Piloty, bekannt aus der Serie „SOKO Köln“, übernahm die Verleihung für das Beste Visuelle Konzept. „Gerade mit niedrigem Budget solche Filme zu machen, ist großartig“, lobte er alle Teilnehmenden. Maximilian Schenkel, Sid Tossenberger, Christian Belz, Louisa Marie, Niclas Harwart, Stefan Schön, Max Koch, Johannes Thielen, Joav Isay und Ronja Gippert gewannen den Preis mit ihrem Film „Rochade“. Hier ging es um zwei Brüder, die während eines Schachspiels ein tiefgründiges Gespräch führen, ähnlich eines Verhörs. Mit sieben Minuten gehörte „Rochade“ zu den längsten vorgestellten Filmen. 

Auch sorgten Showacts für Stimmung im Apollo. Während das Musiker-Duo Kevin Rudek und Justus Bien mit emotionalen Songs überzeugten, brachte der Sänger Jakob Heymann Lieder auf die Bühne, die „niemals im Radio laufen dürften“, und sorgte für Gelächter im Publikum. Nach der Preisverleihung ließen Nominierte, Gewinner, Schauspieler und Zuschauer den gelungen Abend noch bei der Aftershow-Party im Apollo ausklingen.

Filmpreis "Der Goldene Monaco"

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