"Hindernisse abbauen"

Barrieren im Alltag? Kreis bittet um Erfahrungsberichte für Inklusionsbericht

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Siegerland. Wo gibt es in unserem Alltag Barrieren, die es verhindern, dass alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können? Dieser Frage gehen aktuell elf Arbeitsgruppen nach, die gemeinsam am 2. Inklusionsbericht für den Kreis Siegen-Wittgenstein arbeiten. Dabei setzen die Arbeitsgruppen auch auf den Sachverstand der Siegerländer und Wittgensteiner: „Wir alle sind unsere besten Experten in eigener Sache“, sagt Rainer Groos.

Er ist Beauftragter des Kreises für die Belange von Menschen mit Behinderungen: „Wer irgendwo erlebt hat, dass er zum Beispiel von einer Veranstaltung, einem Ort oder einem Ereignis ausgeschlossen war, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmten, sollte uns das schildern. Wir werden das in unserem Bericht berücksichtigen. Die Fortschreibung des Inklusionsberichtes wird dann die Grundlage sein, auf der wir in den nächsten Jahren weiter daran arbeiten werden, möglichst viele Hindernisse und Barrieren abzubauen.“

Für Landrat Andreas Müller ist Inklusion ein zentrales Themenfeld seiner politischen Arbeit: „Ich möchte erreichen, dass möglichst alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Auf dem Weg dahin, gibt es große Fortschritte, aber es bleibt auch noch sehr viel zu tun“, sagt Müller.

„Neben Hinweisen, wo es hakt, freuen wir uns natürlich auch über Berichte über positive Erfahrungen, denn die können ja Vorbildfunktion haben und sollten deshalb auch öffentlich gemacht werden“, sagt Rainer Groos. Zu den positiven Beispielen gehören etwa der Siegerländer Firmenlauf, der mit Hilfe des Kreises seit dem letzten Jahr komplett barrierefrei ist – als erster Firmenlauf in Deutschland. Oder das gemeinsame Projekt von Kreis und INVEMA, bei dem Equipment angeschafft wurde, mit dem Veranstalter ihre Freizeit-, Kultur- oder Sportveranstaltungen barrierefrei machen können.

„Die elf Arbeitsgruppen, die aktuell den Inklusionsbericht erstellen, beschäftigen sich quasi mit allen Lebensbereichen“, sagt Rainer Groos: „Arbeit/Ausbildung und Beschäftigung“, „Bauen und Wohnen“,“ Kultur und Freizeit“, Politik, Verwaltung und Gesellschaft“, „Gesundheit, Pflege und Soziales“, „Mobilität“, „Kinder und Jugendarbeit“, „Universität“, „Weiterbildung/VHS“, „Kindertageseinrichtungen“ oder „Schule“ .

Bis Ende März können alle Siegerländer und Wittgensteiner ihre Erfahrungen mit vorhandenen oder auch inzwischen verschwundenen Barrieren in unserem Alltag in die Erarbeitung des Inklusionsberichtes einbringen. Zentrale Mailadresse ist: inklusion@siegen-wittgenstein.de. Anfang 2020 soll dann der 2. Inklusionsbericht für den Kreis Siegen-Wittgenstein vorgelegt werden.

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