Stadt und Uni wollen weiter zusammenwachsen

Blick in die Zukunft: Uni Siegen stellt Pläne für den „Campus Innenstadt“ vor

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Mit dem Geld aus dem Hochschulbaukonsolidierungsprogramm (HKoP) werden ab Oktober auf dem Campus Adolf-Reichwein-Straße die Mensa, die Bibliothek und die Gebäudekomplexe K und H saniert und modernisiert. Die naturwissenschaftliche-technische Fakultät soll in Zukunft auf dem Haardter Berg bleiben.

Siegen. „Die Uni Siegen ist angekommen, nicht nur in der Stadt, sondern auch beim Land. Sie wird angesehen in der Gesellschaft und Wirtschaft, national und international“, begrüßte Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart alle Anwesenden, die zur zweiten Hochschulkonferenz am Dienstag gekommen waren – einen Tag nach der Eröffnung des Campus Unteres Schloss. Das Thema war passend hierzu die bauliche Entwicklung der Uni Siegen – auch mit Blick in die Zukunft.

„Das Land NRW möchte nicht nur 35 Millionen Euro in die Sanierung der Uni-Gebäude stecken, sondern mehr als das Dreifache investieren“, freute sich Burckhart.

Mit dem Geld aus dem Hochschulbaukonsolidierungsprogramm (HKoP) werden auf dem Campus Adolf-Reichwein-Straße die Mensa, die Bibliothek und die Gebäudekomplexe K und H saniert und modernisiert. Baubeginn ist im Oktober. In der Zeit der dreijährigen Bauphase müssen für diese Gebäude Zwischenlösungen gefunden werden. Teile der Bibliothek sind bereits in der Hölderlinstraße untergekommen. „Ein weiterer Teil wird in das ehemalige Gebäude von Möbel Bald in Weidenau umziehen“, so Jörg Münker vom Dezernat 5 – Gebäude- und Liegenschaftsmanagement, der die aktuellen Planungen vorstellte. „Das Gebäude ist an den ÖPNV angeschlossen und in der Nähe der Uni.“ Zudem stehen der Uni die Gebäude der Haardter Bergschule als Seminarzentrum zur Verfügung. Die Interims-Mensa wird dann auf die grüne Wiese zwischen dem Gebäude „Haardter Berg Hauptschule“ und dem neuen Allgemeinen Verfügungszentrum (AVZ) verlagert. Die Produktionshalle wird in Containern untergebracht und der Speisesaal in einer Leichtbauhalle.

„Auf der Bistrowiese wird es eng, da wir weniger Plätze haben. Aber das gewohnte Angebot können wir halten“, bestätigte Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Studierendenwerks. Auch an den Öffnungszeiten der Mensa und der Cafeteria werde sich nichts ändern. „Das ist der Beginn einer Zumutung“, fasste Holger Burckhart die Interimslösungen während der Bauphase zusammen. „Die nächsten drei Jahre werden knallhart. Helfen Sie uns dabei, auch Kompromisse zu finden“, appellierte er.

Mit „Siegen 2025“ befasste sich der zweite Teil der Hochschulkonferenz. Die Uni und die Stadt Siegen wollen weiter zusammenwachsen. Nach den Plänen von Uni und Stadt sollen die Projekte „Uni kommt in die Stadt“ und „Rund um den Siegberg“ verknüpft werden, um Synergieeffekte zu erzielen.

Die Uni und die Stadt wollen weiter zusammenwachsen. Das Schaubild zeigt die bereits vorhandenen (blau) und die geplanten (Umrandung) Standorte.

Eine Zukunftsversion des Uni-Rektors ist, nach den Wirtschaftswissenschaftlern (Fakultät III) die Geisteswissenschaften und Künste (Fakultäten I und II) ebenfalls in die Innenstadt zu holen. Die Uni rechnet mit 10.000 bis 12.000 von insgesamt 15.000 bis 17.000 Studierenden. Die naturwissenschaftliche-technische Fakultät bleibt auf dem Haardter Berg. Kanzler Ulf Richter stellte dazu den „Masterplan Campus Innenstadt“ mit Bibliothek, Mensa und Hörsälen vor.

Der Entwurf der Uni Siegen zeigt die Fassade des zukünftigen Hörsaalzentrums im Karstadtgebäude.

„Wir dürfen uns dabei nicht von einzelnen Objekten abhängig machen, sondern immer einen Plan B in der Tasche haben“, betonte Richter. Die Uni hat bereits Entwürfe vorgelegt, wie das Hörsaalzentrum im Karstadtgebäude aussehen könnte. „Wenn die Lokalpolitik schnell eine Entscheidung trifft, könnten dort die ersten Vorlesungen im Sommersemester 2019 gehalten werden“, so der Kanzler. Die neue Mensa für den „Campus Innenstadt“ soll auf dem Gelände des Parkhauses am Obergraben zwischen dem Unteren Schloss und dem ehemaligen Kreisklinikum entstehen. „Ein idealer Platz“, findet Richter und auch Detlef Rujanski bestätigt: „Der Bauantrag kann gestellt werden.“ Aus Sicht des Studierendenwerks könne die Mensa schon zum Wintersemester 2018/19 den Betrieb aufnehmen.

Die neue Mensa für den „Campus Innenstadt“ soll auf dem Gelände des Parkdecks am Obergraben zwischen dem Unteren Schloss und dem ehemaligen Kreisklinikum entstehen.

„Vor uns liegt ein anspruchsvoller Weg, der noch durch alle Gremien gehen muss“, so Holger Burckhart. Unterstützung erhält er von Bürgermeister Steffen Mues, der den ehrgeizigen Plan trotz des „total verdichteten Innenstadtbereichs“ für machbar und wichtig hält: „Wenn wir das Projekt verwirklichen können, profitieren wir alle.“

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