Kleine Brücke - großer Aufwand: Bauwerk über dem Eisernbach wird abgerissen und neu gebaut 

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Die Brücke samt „Deckel“ und Parkplatz über dem Eisernbach in Eiserfeld muss abgerissen und neu gebaut werden. Die Baumaßnahmen starten am 15. Oktober.

Eiserfeld. Während die Eiserfelder Straße momentan teilweise nur einseitig befahrbar ist, kündigen an der Bushaltestelle „Eiserfeld Kirche“ diverse Absperrungen und auf dem Beton eingezeichnete Linien schon die nächste Baustelle an.

Die Brücke ist baufällig und muss abgerissen werden. An gleicher Stelle soll ein neues Bauwerk entstehen – und die Bushaltestelle wird barrierefrei umgebaut.

Bürgermeister Steffen Mues gab gestern Mittag den Startschuss für die Bauarbeiten und informierte anwesende Gäste aus Politik, Verwaltung und einige Anwohner der Eiserntalstraße über das Projekt. „Die Brücke muss komplett umgebaut werden und stellt alle Beteiligten vor eine große Herausforderung“, so Mues. Vor allem die Stahlbetonbalken, auf denen der „Deckel“ ruht, seien marode. Bei der letzten Brückenprüfung hatte die Brücke bereits die schlechte Note 4,0 bekommen – bei der nächsten wäre sie vermutlich gar nicht erst durchgekommen, so Mues. Deshalb habe man dringend handeln müssen. 

Und das heißt im Klartext: Auch die „Platte“ über dem Eisernbach, auf der sich Bushaltestelle und Parkplätze befinden, muss erstmal weichen, um die neuen Brücke auf neue Pfeiler und ein stabiles Fundament bauen zu können. „Im Gegensatz zur Siegplatte wird die Brücke aber nicht verschwinden, sondern neu gebaut.“ Danach sollen auf der Brücke wieder sechs neue Parkplätze entstehen. Auch die Anbindung der Straße „Am Eisernbach“ wird erneuert. 

Im Zuge dieser Rundum-Maßnahme wird auch die Bushaltestelle neu gestaltet: Die Haltebucht wird erneuert und es entsteht ein Gehweg mit einer Breite von 1,80 Metern. Die Haltestelle erhält nicht nur ein Wartehäuschen, sie wird auch barrierefrei und mit einem Leitsystem für Sehbehinderte ausgestattet. 

Ein relativ unscheinbarer und auf den ersten Blick kleiner Baukörper – aber dennoch eine gewaltige Herausforderung für die Ingenieure: 140 Kubikmeter Beton werden abgerissen, 150 Kubikmeter Ufermauer abgebrochen und 46 Meter Kanal umverlegt. Ein etwa 90 Tonnen schwerer Spezialbohrer muss 445 Bohrpfähle, auf denen die Brücke nachher stehen soll, bis zu drei Meter in den Fels treiben. 

Das alles bedeutet Lärm, Staub – und, wie soll es anders sein, auch Verkehrseinschränkungen: Laut Georg Frisch vom Ingenieurbüro Frisch wird die Eiserntalstraße noch in diesem Jahr ab Hausnummer 31 bis Hausnummer 41 in Richtung Eisern zur Einbahnstraße. Aus der „Gartenstraße“ und „In der Enke“ kann man in dieser Zeit nur noch nach links - also Richtung Eisern - abbiegen. 

Autofahrer aus Eiserfeld, die von der anderen Seite der Baustelle in der Eiserntalstraße, also aus Richtung Eisern kommend nach Eiserfeld wollen, können über die „Kohlenbach“ auf die Freiengründer Straße und von dort in die Ortsmitte gelangen. 

Der Verkehr aus Richtung Eisern wird über die Straße „Wolfsbach“ in Eisern in Richtung Leimbachstraße geführt – diese Umleitung ist für Lkw verpflichtend. Im Bereich der Talsbachstraßw wird deshalb eine Lkw-Wende eingerichtet.

Lediglich die Busfahrer der Linie C 100 aus Richtung Eisern werden mit einem Sender ausgestattet, um die Ampel in Richtung Ortsmitte auf Grün schalten zu können. So bleiben die Wohngebiete an den ÖPNV angebunden und kein Bus muss durch die „Kohlenbach“ fahren. 

Um den „Schleichverkehr“ in der Mühlenstraße von vornherein zu verhindern, wird diese Straße für die Zeit der Baumaßnahme zur Sackgasse. 

Die gesamte Maßnahme kostet rund 2,6 Millionen Euro – laut Mues eine notwendige Investition, um „die Infrastruktur im Siegener Süden weiterhin verbessern.“ Bis es soweit ist, müssen alle Anwohner, Autofahrer und Geschäftstreibende erstmal starke Nerven beweisen: Die Arbeiten starten am 15. Oktober und die Bauzeit beträgt voraussichtlich 15 Monate.

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