Essen „fair-teilen“ statt wegwerfen: Studierendenwerk kooperiert mit foodsharing

Im Café Chaos an der Uni hat seit Mittwoch ein neuer „Fair-Teiler“ der Initiative foodsharing Siegen Platz.

Siegen. Um das Thema „Nachhaltigkeit“ weiter voran zu bringen, ging das Studierendenwerk der Uni Siegen in dieser Woche mit einem neuen Konzept an den Start: Seit dem 1. Februar spendet die Cafeteria ct übrig gebliebene Baguettes, belegte Brötchen, Teilchen und Kuchenstücke an foodsharing Siegen.

Malte Niessing, Botschafter der Initiative, freut sich sehr über den neuen, starken Partner: „Eine Kooperation ist immer toll, denn davon profitieren letztlich alle. Das Essen muss nicht mehr entsorgt werden, sondern findet noch dankbare Abnehmer.“ Geplant gewesen sei die Zusammenarbeit mit der heimischen Hochschule bereits von Anfang an: „Langfristig war es eigentlich schon immer unser Ziel, an die Uni zu gehen. Dort sind einfach unheimlich viele Menschen“, so Niessing.

Vor Weihnachten habe man dann den Kontakt zu Elmar Köninger, dem Leiter der Gastronomie des Studierendenwerks, hergestellt und ihm die Ideen präsentiert. „Es war ein super tolles Gespräch über eineinhalb Stunden und er war sehr offen für unsere Pläne“, erinnert sich Malte Niessing dankbar. „Wir beteiligen uns gerne an diesem Konzept“, bestätigt Elmar Köning.

Die Abholung funktioniert nach dem bekannten Muster: Eine Mannschaft von Essensrettern, die im foodsharing-Fachjargon auch „Foodsaver“ genannt werden, sammelt die nicht verkauften, aber noch einwandfreien Lebensmittel am Abend bei den Cafeteria-Mitarbeitern ein. Abgeholt wird täglich. Das hierfür zuständige Team um die verantwortlichen Vertreterinnen Martina Singendonk und Nadja Plahutnik wächst stetig und besteht zum größen Teil aus Studierenden. „Es sind aber auch alle willkommen, die nicht studieren. Wir wollen da niemanden ausgrenzen“, betont Malte Niessing. Die Aktion sei sehr gut angelaufen: „Bei der ersten Abholung am vergangenen Mittwoch gab es für unser Team drei Tabletts mit belegten Brötchen.“

Neuer Fair-Teiler im Café Chaos

Bestandteil des neuen Konzepts ist aber nicht nur die Lebensmittelspende, sondern auch ein neuer „Fair-Teiler“ , der im Café Chaos Platz gefunden hat und am Mittwoch feierlich eröffnet wurde. Hier kann jeder noch genießbare Lebensmittel anbieten oder mitnehmen. Das Studierendenwerk stellte dafür extra einen Kühlschrank zur Verfügung. Auch die von den Foodsavern nicht verteilten Backwaren aus der Cafeteria ct werden hier zur Abholung ausgelegt. „Wir wollen das Café Chaos als zentrale Stelle für das Teilen von Lebensmitteln hier an der Uni etablieren“, erklärt Malte Niessing. Anders als das Pendant im Greenspace am Effertsufer ist der „Fair-Teiler“ im Café Chaos jedoch nicht rund um die Uhr geöffnet. „Das Café Chaos befindet sich in der Uni, deshalb gelten für den dortigen ‘Fair-Teiler’ die Öffnungszeiten der Uni-Gebäude“, berichtet Malte Niessing.

Die Kooperation mit foodsharing Siegen ergänzt viele andere Aktionen, mit denen das Studierendenwerk das Ziel verfolgt, den Nachhaltigkeitsgedanken zu stärken – etwa die Abschaffung der Einweg-Pappbecher oder den Vertrieb des Mineralwassers „57Wasser“, dessen Erlös zum großen Teil an soziale und humanitäre Projekte gespendet wird. Auch das veganfreundliche Angebot der Mensa, für welches es kürzlich eine Auszeichnung von PETA gab, oder die regelmäßigen Aktionswochen wie „Klimaschutz-Woche“, „Faire Wochen“ oder „Gerichte aus nachhaltiger Produktion“ zählen dazu. „Nachhaltigkeit und ökologisches Handeln – dies wird in unseren gastronomischen Betrieben fester Bestandteil bleiben“, stellt Elmar Köninger fest und hofft, die Gäste auch weiterhin für das Thema „Nachhaltigkeit“ zu sensibilisieren. Geplant ist, dass in einem nächsten Schritt auch die im Bistro, in der Cafeteria „Paul-Bonatz-Straße“ und in der Cafeteria „Hölderlinstraße“ übrig gebliebenen Brötchen etc. an foodsharing gespendet werden. Außerdem soll noch in diesem Monat das nachhaltige Lebensmittelangebot um das Bananenbrot von BeBananas erweitert werden. Dabei handelt es sich um ein kuchenähnliches, saftiges, veganes Gebäck, das aus qualitativ und geschmacklich einwandfreien Bananen hergestellt wird, die aber aus optischen Gründen nicht mehr in den Verkauf kommen. „Es wird ab Februar in allen Cafeterien sowie im Bistro angeboten“, so das Studierendenwerk.

Info: Wer mehr über foodsharing und die dahinter stehende Initiative erfahren will, kann zum nächsten Infotreffen am Donnerstag, 16. Februar, um 18 Uhr im Scoutopia (Weidenauer Str. 167, 57076 Siegen) kommen.

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