Ein Holländer im Daadener Land

Feuerwehr Daaden-Herdorf nimmt erste Drehleiter offiziell in Betrieb

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Ab sofort im Einsatz: Bürgermeister Wolfgang Schneider (r.) überreicht den symbolischen Fahrzeugschlüssel für das neue Feuerwehr-Fahrzeug an Wehrleiter Matthias Theis und Wehrführer Markus Löhr.

Herdorf Es ist da, das Schwergewicht von 14 Tonnen, knallrot, heiß ersehnt und ein waschechter Holländer – die erste Drehleiter für den Löschzug der Verbandsgemeinde-Feuerwehr Daaden-Herdorf.

Das Fahrzeug wurde im Rahmen eines Festaktes am Dienstagabend von Wehrleiter Matthias Theis und Wehrführer Markus Löhr im Beisein von Verbandsbürgermeister Wolfgang Schneider, vielen Feuerwehrkameraden, Vertretern des Fördervereins und der beiden Kirchen, sowie vielen interessierten Gästen in Herdorf offiziell in Betrieb genommen. Seit einigen Wochen befindet sich die Drehleiter im Einsatzdienst und hat auch die ersten Einsatzfahrten bereits hinter sich. „Damit ist ein wesentlicher Inhalt des aktuellen Brandschutzplanes der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf für die Feuerwehr umgesetzt worden“, so Wehrleiter Theis in seiner Begrüßungsansprache.

Das Fahrzeug der Firma Magirus aus dem Jahr 2003 war bisher bei der Feuerwehr in Amsterdam im Einsatz und ist für die Verbandsgemeinde-Feuerwehr das erste seiner Art. Nach Recherche im Internet hatte Theis den zeitweiligen Holländer entdeckt, aber erst einmal Abstand genommen, da er Bedenken hatte, die Normen wären eventuell abweichend von den deutschen. So wurde erst einmal die Firma Magirus kontaktiert. Die hatte das Fahrzeug mittlerweile von den Holländern zurückgekauft und bot es dem Löschzug an.

Die Kosten für die Anschaffung schlagen mit rund 244.000 Euro zu Buche, wovon ein Teil vom Land gefördert wird – wenn auch zum Bedauern von Bürgermeister Wolfgang Schneider der Förderungsbescheid noch nicht vorliegt. Das läge daran, dass die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier die Summe nach einem erstellten Wertgutachten für das Gebrauchtfahrzeug prozentual errechnet.

„Die Anschaffung der Drehleiter um die Verbandsgemeinde-Feuerwehr für die Zukunft zu rüsten, das war eine gute Entscheidung. Die investierten 244.000 Euro sind gut angelegt“, so Theis an Bürgermeister Schneider gewandt. Die Kosten für eine neue Drehleiter würden sich, je nach Ausstattung, auf 600.000 bis 700.000 Euro belaufen. Den auf dem Fahrzeug befindlichen, akkubetriebenen Lüfter what der Förderverein des Löschzugs Herdorf finanziert.

Theis dankte nicht nur der Stadt und den politischen Gremien, sondern besonders den Mitgliedern des Fahrzeugausschusses unter der Leitung seines Stellvertreters André Fries. Sie alle hätten viel Zeit und Energie verwandt, um das Fahrzeug passend zu konzipieren.

Oberste Priorität für die Anschaffung sei die Durchführung der Menschenrettung vor allem bei kritischen Wohnungsbränden gewesen, aber auch die Einhaltung von Schutzzielen, die mit den Drehleitern im Umland in der Regel nicht möglich wären.

„Das ist Freude pur“, so Bürgermeister Wolfgang Schneider. Die Entscheidung sei auf jeden Fall richtig. Vor gut zwei Monaten, als die Drehleiter sich dem Feuerwehrhaus genähert habe, da sei es rührend gewesen, wie sich der Ende Juli verstorbene Veteran Erich Schönfelder gefreut habe: „Das hätte ich nie gedacht, dass das über die schnelle Zeit verwirklicht wird“.

Abschließend erfolgte in einer kurzen Andacht die Segnung der Fahrzeuge und Anwesenden durch den katholischen Gemeindereferenten Jeffrey Merker. Der evangelische Pfarrer Peter Zahn zitierte eine Verheißung aus der Bibel und Feuerwehrmann Christian Grünebach hielt ebenfalls eine kurze Rede, in der er den Tag dieses besonderen Geschenks, der Drehleiter, noch einmal Revue passieren ließ. „Die Drehleiter macht nicht Halt vor Ortsgrenzen, wir leben und arbeiten über Grenzen hinaus.“ In diesem besonderen Rahmen wurden Feuerwehrkameradinnen und -kameraden für die erfolgreiche Abnahme des Feuerwehrleistungsabzeichens in Bronze geehrt.

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