Wegweisende Erkenntnisse

Forschungskolleg der Universität Siegen vergab 1. Zukunftspreis

Jury, Laudatoren und Preisträger (v.l.): Nina Berding, Prof. Dr. Peter Haring Bolívar, Prof. Dr. Hanna Schramm-Klein, Prof. Dr. Dres. h.c. Michael Quante, Dr. Mareike Müller, Prof. Dr. Thomas Coelen, Dr. Sebastian Gießmann, Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves, Nadine Taha, Prof. Dr. Andreas Kolb, Dr. Sönke Dangendorf, Prof. Dr. Jürgen Jensen, Prof. Dr. Holger Schönherr.

Siegen. Die Herausforderungen unserer Gesellschaft lassen sich aus dem Blickwinkel einer Fach-Disziplin meist nicht beantworten. Es braucht Teams aus verschiedenen Spezialisten, um erfolgreich zu arbeiten, auch in der Wissenschaft.

Das Forschungskolleg der Universität Siegen (FoKoS) hat nun erstmals den „FoKoS-Zukunftspreis“ verliehen. Der Preis wird für wegweisende, gesellschaftlich relevante und speziell für interdisziplinäre Forschungsarbeiten vergeben. Die Gewinner des mit insgesamt 7500 Euro dotierten Preises sind Dr. Sönke Dangendorf, Dr. Sebastian Gießmann, Nadine Taha und Dr. Mareike Müller – allesamt Forscherinnen und Forscher an der Universität Siegen.

„Interdisziplinär zu forschen ist schwer, in vielen Forschungsprojekten oder für Publikationen sind vor allem tiefe Kenntnisse einer Disziplin gefragt. Doch es lohnt sich, über den Tellerrand der eigenen Disziplin hinweg zu schauen, das möchten wir honorieren und mit diesem Preis auszeichnen“, sagte Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves, Direktor des FoKoS, bei der Preisverleihung im Rahmen der FoKoS-Woche (23. bis 27. Oktober). Auch Prof. Dr. Dres. h.c. Michael Quante (Universität Münster) betonte in seinem Festvortrag die Bedeutung interdisziplinärer Arbeit: „Für die Gesellschaft ist das Zusammenwirken verschiedener Disziplinen wichtig und nötig. Ich bin begeistert, dass es diesen Preis gibt.“

Innovative Forschungsarbeiten

Den mit 5000 Euro dotierten 1. Preis erhielt Dr. Sönke Dangendorf für seine innovativen Forschungsarbeiten zum regionalen und globalen Meeresspiegelanstieg. In seinen Arbeiten lieferte er neue Erkenntnisse über die Ursachen und Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs und leistete einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, mehrere Publikationen wurden in hochkarätigen wissenschaftlichen Journals aufgegriffen. „Innovativ, exzellent und zukunftsweisend – Sönke Dangendorf hat eine außergewöhnliche wissenschaftliche Karriere begonnen“, sagte Laudator Prof. Dr. Jürgen Jensen, Leiter des Forschungsinstitut Wasser und Umwelt (fwu).

Die beiden Medienwissenschaftler Dr. Sebastian Gießmann und Nadine Taha überzeugten mit ihrem Buchprojekt „Susan Leigh Star: Grenzobjekte und Medienforschung“. Das Buch enthält neben erstmalig übersetzten Texten auch ausgewählte Kommentare aus Sozial-, Kultur- und Technikwissenschaften sowie der Sozioinformatik, in denen die interdisziplinäre Produktivität von Stars Denken ausgelotet wird. „Ein Meisterwerk“, kommentierte Prof. Dr. Erhard Schüttpelz in seiner Laudatio.

Die Humanbiologin Dr. Mareike Müller leistete ihre Forschungsarbeit im Bereich der angewandten Mikrobiologie. Mithilfe systematischer mikrobiologischer Grundlagenforschung trägt die Forscherin zum Verständnis komplexer Gemeinschaften von Mikroorganismen im Zuge bakterieller Infektionen bei. Wenn beispielsweise in einem verschmutzten Becken verschiedene Mikroorganismen aufeinandertreffen, geschieht etwas. Um dieses Geschehen untersuchen zu können, setzte Dr. Müller Bakterien ein, die im Kontakt mit bestimmten Stoffen aufleuchten. Damit adressiert sie ein über die Grenzen der Chemie und Biologie weit hinausgehendes Thema, das auch die Materialwissenschaften einbezieht. „Ich bin stolz, diese Arbeit zu würdigen – dank ihr ist ein System entstanden, das für unsere Forschung grundlegend ist“, sagte Laudator Prof. Dr. Holger Schönherr.

Alle Preisträger wurden von einer Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Andreas Kolb (Fakultät IV) ausgewählt. Ihr gehörten außerdem Nina Berding (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am FoKoS), Prof. Dr. Thomas Coelen (Fakultät II), Prof. Dr. Carolin Gerlitz (Fakultät I), Prof. Dr. Peter Haring Bolívar (Prorektor für Forschung und wiss. Nachwuchs), Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves (Direktor FoKoS) und Prof. Dr. Hanna Schramm-Klein (Prorektorin für Kooperationen, Internationales und Marketing) an.

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