Der 8. März ist Internationaler Frauentag 

Bundesverband fordert: Mehr Schutz vor sexueller Gewalt für Frauen am Arbeitsplatz

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Siegerland. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz: Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März gibt  der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) eine Pressemitteilung heraus, dessen Forderungen sich auch die  Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle und der Fachstelle Sexualisierte Gewalt in Siegen anschließen. 

Öffentlichkeit ist wichtig, wenn es darum geht, sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu thematisieren. Immer noch werden die Gewalt und ihre Folgen verschwiegen oder bagatellisiert, werden Täter gedeckt. Zu oft wird den Betroffenen nicht zugehört oder ihnen nicht geglaubt, heißt es hier.  

#MeToo schaffe noch immer Aufmerksamkeit für Gewalt, die viele Frauen erfahren. Dazu Katja Grieger, Leiterin des bff: „Wir als Fachverband freuen uns über diese mediale Präsenz des Themas. Das Ausmaß der Gewalt und die Machtdynamiken dahinter sind nicht neu. Aber die öffentliche Debatte darüber ist es.“ Laut Studien (einsehbar unter https://www.frauen-gegen-gewalt.de/gewalt-gegen-frauen-zahlen-und-fakt und unter https://www.frauen-gegen-gewalt.de/eu-weite-erhebung-gewalt-gegen-frauen-fra-2014.html) erleben 60 Prozent aller Frauen in Deutschland sexuelle Belästigung, viele davon am Arbeitsplatz. Dazu  Grieger: „Um gegen sexuelle Diskriminierung und Gewalt am Arbeitsplatz vorzugehen, braucht es eine klare Haltung seitens der Unternehmensleitungen. Sie müssen Verantwortung übernehmen.“ 

Es brauche zugleich funktionierende Strukturen, einen Plan, wie bei Vorfällen sexueller Belästigung vorgegangen wird. „Wichtig sind auch präventive Maßnahmen und geschulte Ansprechpersonen und ein Wissen darum, wo Betroffene professionelle Unterstützung finden“, heißt es weiter. Katja Grieger: „Niemand muss das Rad neu erfinden. Es gibt Erfahrungen, welches Vorgehen bei Gewalt am Arbeitsplatz sinnvoll ist; es gibt Betriebe, die sich bereits auf den Weg gemacht haben. Und es gibt professionelle Fachberatung, die seit Jahrzehnten sexuell belästigte Frauen und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer berät, aber auch Betriebe, die dagegen vorgehen wollen. Die Expertise ist da. Um sie ausreichend aktivieren zu können, brauchen die Beratungsstellen jedoch deutlich mehr Ressourcen.“ 

Das Thema gehört auch auf die politische Agenda. Damit klargestellt wird, dass der Schutz vor sexueller Gewalt am Arbeitsplatz keine freiwillige Leistung, sondern Pflicht der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ist, und damit die notwendigen Ressourcen bereitgestellt werden. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz müsse endlich umgesetzt werden, schreibt der Verband. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen ihren Pflichten zum Schutz der Beschäftigten nachkommen und Arbeitnehmerinnen müssen ihre Rechte kennen. Politische Haltung sei auch gefragt, damit das Thema sexuelle Gewalt nicht von rechts vereinnahmt und für eine rassistische Agenda genutzt werde.

Katja Grieger: „Wir wünschen uns, dass es ein Ergebnis der #MeToo-Debatte ist, dass möglichst Viele Verantwortung übernehmen und sich strukturiert auf den Weg machen, gegen Gewalt am Arbeitsplatz vorzugehen. Das Thema auf diese Weise anzugehen ist zwar nicht so schillernd wie die öffentliche Debatte es in Teilen ist. Aber es ist hilfreich.“

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