Zum Internationalen Frauentag am 8. März

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG): Frauen verdienen in Siegen-Wittgenstein 21 Prozent weniger als Männer 

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Ein Detail macht den Unterschied. Noch immer verdienen Frauen für die gleiche Arbeit weniger als Männer. Das bemängelt die Gewerkschaft NGG am Internationalen Frauentag.

Siegerland. Gleiche Arbeit, unterschiedliche Bezahlung: Im Kreis Siegen-Wittgenstein verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, 21 Prozent weniger als Männer. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Internationalen Frauentag am kommenden mitgeteilt.

Sie verweist hierbei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach kommen Männer mit einer Vollzeitstelle im Kreis Siegen-Wittgenstein auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 3.616 Euro pro Monat – Frauen hingegen nur auf 2.857 Euro. In Nordrhein-Westfalen beträgt der Verdienstunterschied bei Vollzeit zwischen den Geschlechtern 13 Prozent (Männer: 3.464 Euro, Frauen: 3.004 Euro). 

Dies liege teils an niedrigeren Positionen, die Frauen häufig hätten, insbesondere aber auch an der mangelnden Zahlungsbereitschaft von Unternehmen, so die NGG Südwestfalen. Gewerkschafterin Isabell Mura spricht in einer Pressemitteilung von einer „Diskriminierung per Lohnzettel“. Es könne nicht sein, dass Frauen bei der Bezahlung trotz gleicher Arbeitszeit systematisch den Kürzeren zögen, so die NGG-Regionalchefin. „Dabei sind es immer noch vor allem Frauen, die sich nach einem langen Arbeitstag um Familie und Haushalt kümmern – und das unbezahlt.“ 

75 Prozent der Teilzeitstellen im Kreis weiblich 

Auch deshalb seien sie oft gezwungen, weniger zu arbeiten. So sind nach Angaben der Arbeitsagentur aktuell 75 Prozent aller Teilzeitstellen im Kreis Siegen-Wittgenstein weiblich. „Gerade im Gastgewerbe und im Bäckerhandwerk ist es gang und gäbe, dass sie nur eine halbe Stelle haben – oder noch weniger“, kritisiert Mura. Allein das Gastgewerbe beschäftigt laut Arbeitsagentur im Kreis 3.000 Minijobber. 1.990 von ihnen sind Frauen. Die Folgen seien spätestens im Rentenalter „dramatisch“, so die NGG. 

„Wer über Jahrzehnte wenig verdient und etwa wegen Kindern Unterbrechungen im Erwerbsleben hat, der bekommt kaum Rentenpunkte. Das führt dann zu Armutsrenten, die der Staat aufstocken muss“, betont Mura. Am Ende zahlten Steuerzahler die Quittung für die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Damit müsse Schluss sein. „Unternehmen, die Frauen und Männer für den gleichen Job unterschiedlich bezahlen, sollten mit Konsequenzen rechnen.“ Die Möglichkeit dazu biete zwar das sogenannte Entgelttransparenzgesetz, das seit gut einem Jahr gilt. 

Transparenzgesetz wird kaum genutzt

Danach haben Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern das Recht zu erfahren, was ein Kollege in vergleichbarer Position verdient. Chefs müssen bestehende Unterschiede abschaffen. Doch laut einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung wird das Gesetz bisher kaum genutzt. Nach Einschätzung von Isabell Mura liegt das auch daran, dass kleine Betriebe vom Gesetz ausgenommen sind – „obwohl die Lohnunterschiede dort besonders groß sind“.

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