Stadtmauer als Eingangstor 

37 Gewerke im Einsatz: Innenausbau der Mensa am Obergraben läuft

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Eindrücke von der Mensa-Baustelle: Die Arbeiten an der neuen Mensa am Obergraben laufen auf Hochtouren. Die Eröffnung ist zum Sommersemester 2020 geplant.

Siegen – Früher sollte die Stadtmauer Angreifern den Zutritt verwehren – heute lädt sie ausdrücklich zum Eintreten ein: Ab 2020 wird sie buchstäblich zum Tor der neuen Uni-Mensa. Der Eingang zum Erdgeschoss in der Grabenstraße wird durch das Einbinden des neu sanierten historischen Bauwerks zum ganz besonderen Blickfang. Ein Teil der Mauer wird auch von Innen sichtbar bleiben.

Und dort – im Gebäude – herrscht derzeit noch reger Baustellen-Betrieb. 37 Gewerke sind hier momentan für den Innenausbau im Einsatz. Die Arbeiten liegen bisher im Zeitplan, wie Christian Vitt, stellvertretender Baudezernent an der Uni Siegen, am Montag beim Baustellenrundgang mit der Presse und Mitgliedern des Personalrates erläuterte.

Große Fensterfronten sorgen in der Mensa für Licht und einen guten Ausblick.

Auf insgesamt vier Etagen sollen drei gastronomische Angebote entstehen. Die Caféteria befindet sich im Erdgeschoss (Grabenstraße). „Die Caféteria wird aufgeteilt wie eine Markthalle. Hier wird es sehr bunt, sehr vielfältig werden“, gewährt Vitt schon mal einen kleinen Einblick. Diese Vielfalt soll sich vor allem durch verschiedene Bereiche, unterschiedliche Farben und Materialien auszeichnen und sich laut Vitt optisch deutlich von der Mensa unterscheiden.

Der zweite Eingang am Obergraben. 


Die soll im Übrigen ins Obergeschoss einziehen. Hier sorgen Oberlichter und große bodentiefe Fenster bereits jetzt für viel Licht und einen schönen Ausblick. 2700 Mahlzeiten pro Tag sollen hier nach der Inbetriebnahme über die Theke(n) gehen. Für die Studierenden wird es insgesamt 650 Sitzplätze geben. Die sollen später auch genutzt werden, um das Angebot für das studentische Arbeiten in der Oberstadt zu vergrößern Vitt: „Wir wollen den Studierenden hier außerhalb der Öffnungszeiten das Arbeiten ermöglichen, so dass sie nicht gezwungen sind, nach Hause zu fahren.“ Auch soll es in der neuen Mensa eine gemäßigtere Akustik geben als es bei der alten Mensa am Campus AR der Fall war. Sprich: Es wird deutlich weniger laut werden.

Eindrücke von der Mensa-Baustelle: Die Arbeiten an der neuen Mensa am Obergraben laufen auf Hochtouren. Die Eröffnung ist zum Sommersemester 2020 geplant.


Auf Höhe des zweiten Eingangs am Obergraben ist zusätzlich als drittes gastronomisches Angebot ein Bistro geplant. Dieses werde zwar nicht durchgängig geöffnet sein, aber auch außerhalb der Öffnungszeiten zumindest eine Automaten-Versorgung ermöglichen.

Der Personalrat schaute sich die Baustelle an.


Ein Treppenhaus und ein Aufzug verbinden alle Stockwerke Miteinander. Das gesamte Gebäude wird komplett barrierefrei gestaltet: Treppengeländer und Schilder werden mit Blindenschrift versehen und ein taktiles System ermöglicht Sehbehinderten die Orientierung im Gebäude. Außerdem sind Räumlichkeiten für die 50 Mitarbeiter eingeplant, wie etwa Aufenthalts- und Umkleideräume. Ebenso wird ein Still- und Wickelraum für Familien entstehen. Draußen, direkt hinter der Stadtmauer, können die Studierenden künftig außerdem unter freiem Himmel speisen.

Ein so umfangreicher Gastro-Betrieb bedeutet natürlich auch einen großen technischen Aufwand, vor allem was die Lüftung und die Klimatisierung des Neubaus angeht. Deshalb befinden sich in einem Zwischengeschoss vier große Lüftungsgeräte und auch ein Blockheizkraftwerk, mit dem der benötigte Strom und die Wärme selbst produziert werden können. Eine „Garage“ für den Anlieferverkehr vervollständigt die Infrastruktur des Gebäudes.


Zwar liegen die Arbeiten im Zeitplan, bis die neue Oberstadt-Mensa aber an den Start gehen kann, werden noch einige Monate ins Land gehen: Die Eröffnung ist für das Sommersemester 2020 geplant. Die Gegenwart sieht derzeit noch so aus: Wände und Böden befinden sich noch in Beton-Optik, überall stehen Arbeitsgerätschaften und Gerüste. Arbeiter balancieren auf hohen Leitern oder schneiden Rigipsplatten zurecht. An einigen Stellen im Gebäude kann man schon erahnen, wie das Endergebnis aussehen könnte: Zum Beispiel im hinteren Teil von Caféteria und Mensa. Dort ist der Küchenbereich bereits gefliest.

Auch von Außen soll das Gebäude ein Hingucker werden: „Die Fassade wird mit Natursteinen aus Muschelkalk gestaltet“, so Vitt. Das sei die dauerhafteste Lösung. „Und die macht auch was her.“

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