Feierstunde im Siegener Apollo-Theater - Pate war Werner Hahn

Glückaufschule ist die erste Grundschule im Kreisgebiet "ohne Rassismus und mit Courage"

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Weidenau – Keine Frage: Es war eine ganz besondere Auszeichnung, die in der vergangenen Woche im Apollo-Theater im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne ging.

Alle Kinder, Lehrer und einige Eltern der Weidenauer Glückaufschule waren zu einer Feierstunde ins Siegener Theater gekommen, um das Siegel der bundesweit agierenden Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aus den Händen von Karsten Burkardt (Kommunales Integrationszentrum des Kreises) in Empfang zu nehmen – im übrigen als erste Grundschule im Kreis Siegen-Wittgenstein. 

Insgesamt zehn Schulen im Siegener Stadtgebiet durften sich bereits über diese Auszeichnung freuen. Und die Glückaufschule stellte im Apollo eindrucksvoll und außergewöhnlich unter Beweis, dass sie dieses Schild wirklich verdient und verstanden hat – und dass diese Auszeichnung wahrscheinlich schon längst überfällig war. 

Im Beisein von Bürgermeister Steffen Mues und Dezernent André Schmidt präsentierten Lehrer und Schüler, was sie in einer Projektwoche im Mai erarbeitet hatten. Werner Hahn (Leiter des Jungen Apollos) stand Lehrern und Schülern als Pate zur Seite und hat die Woche gemeinsam mit Karsten Burkardt gestaltet. „Das war wirklich etwas Besonderes. Ich habe noch nie ein Lehrer-Kollegium erlebt, dass mit soviel Herzblut und Leidenschaft mitmacht“, freute sich Burkardt. Und so war es kaum verwunderlich, dass Werner Hahn nicht nur mit Schülern, sondern auch mit den Lehrern kurze Theater-Sequenzen auf die Beine stellte.

"Werner Hahn hat uns wunderbare Momente geschenkt"

Erwachsene und Kinder wurden in der Projektwoche für das Thema Vielfalt sensibilisiert. Außerdem wurden die an der Schule die bereits gelebten Strukturen wie Toleranz und Akzeptanz noch einmal in den Fokus gerückt. Zum Ende der Projektwoche ist ein gemeinsames, und jetzt für alle sichtbares Produkt entstanden. Schulleiterin Anna Withake dankte vor allem Werner Hahn für die Unterstützung, „der uns wirklich wunderbare Momente geschenkt hat“. Das Lehrer-Kollegium präsentierte sodann ein „Lehrstück“ darüber, was passiert, wenn alle Menschen gleich sind und alle das gleiche wollen – mit dem kindgerechten und einfachen Ergebnis: „Mist – wenn alle gleich sind und alle das gleiche wollen, geht es nicht“. 

Und die Kinder zeigten ein Stück über Alltägliches in Schulen: Ein, zwei, oder drei „Bestimmer“ zeigen den anderen, wo es lang geht und grenzen diejenigen aus, die nicht mitmachen wollen, anders aussehen oder eine Behinderung haben. Das geht solange gut, bis einer aufsteht und den Mut hat, gegen die Ungerechtigkeit zu kämpfen. Bis alle hören, sehen und im Bauch fühlen, dass respektvoller Umgang miteinander der einzig richtige Weg ist. „Ich wünsche mir, dass jedes Kind im richtigen Moment den Mut findet, gegen Ungerechtigkeiten, Beleidigungen oder respektlosen Umgang aufzustehen“, so Anna Withake. 

Und: „Man kann gar nicht früh genug damit anfangen das zu üben“, so die Schulleiterin weiter. Bereits im März hatte sich die Glückaufschule mit einer Aktion am „Internationalen Tag gegen Rassismus“ beteiligt. Alle Kinder hatten am Schulhof ein übergroßes Herz geformt und aufgeschrieben, was sie sich wünschen: Zusammenhalt, Gleichberechtigung, gegenseitiges Annehmen, Mut im richtigen Moment aufzustehen sowie Frieden für die Klasse und für die Welt. „Eigentlich wollen wir doch alle das gleiche. Ein schönes Leben und Freunde. Es gibt also überhaupt keinen Grund, jemanden auszugrenzen, nur weil er anders ist“, brachte Bürgermeister Steffen Mues es zum Abschluss noch einmal auf den Punkt. Der Pate Werner Hahn ergänzte abschließend: „Als ich neu in der Stadt war, habe ich mich oft alleine gefühlt und habe ich Freunde gesucht. In der Glückaufschule habe ich Freunde gefunden. Echte Freunde“. Kein Wunder.

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