Büro aus Dresden soll den Umgestaltung vornehmen

Wettbewerbs-Jury hat entschieden: „Grünes Herz“ für den Herrengarten

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Der Siegerentwurf „Das Grüne Herz von Siegen“ besticht durch vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

Siegen. Der Herrengarten in Siegen wird zukünftig seinem Namen wieder alle Ehre machen. Er wird grün – genauer: Er erhält ein „grünes Herz“.

In der vergangenen Woche entschied ein Preisgericht, wer ab 2020 den Herrengarten umgestalten darf. Den Wettbewerb, bei dem 13 Büros ihre Entwürfe in den Hut geworfen hatten, gewannen die Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden.

Noch dominieren hohe Gebäude mit Ladenlokalen, Restaurants und der Uni den Bereich im Herrengarten. Doch es ist ja schon lange beschlossene Sache: Das in die Jahre gekommene Geschäftszentrum muss weichen. Auf den 4800 Quadratmetern Fläche soll zukünftig ein Ort für Ruhe und Erholung konzipiert werden, der außerdem Raum für kleinere Veranstaltungen bietet.

Um das Beste und Sinnvollste herauszuholen, hatte die Stadt Siegen einen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb ausgelobt, um geeignete Planer zu finden, die das Potential des Herrengartens verstehen, angemessen zur Geltung bringen und Gestaltung sowie Funktionalität in ein nachhaltiges Gesamtkonzept fur diese bedeutende Planungs- und Bauaufgabe in Siegen einbringen.

Insgesamt 13 Büros haben ihre Entwürfe eingereicht – eine Bewerbung kam sogar aus Österreich. Der Sieger darf sich nun über 17.000 Euro freuen, der Zweite und der Dritte bekommen 10.500 beziehungsweise 6500 Euro.

Einen Tag lang diskutierten die Jurymitglieder über die Pläne und die anonymisierten Bewerbungen. „Das war ein spannender Prozess, da man vieles überdenkt und neue Denkimpulse bekommt“, erläuterte der Kommissions-Vorsitzende Friedhelm Terfrüchte, Landschaftsarchitekt aus Essen.

Alle eingereichten Gestaltungsentwürfe hatten eine „neue, grüne Situation“ im Fokus; am Ende setzte sich jedoch Till Rehwaldt aus Dresden einstimmig durch. „Die Arbeit ist die robusteste mit den größten Möglichkeiten im Areal“,so Terfrüchte. Er erklärte, warum gerade das Büro Rewaldt die Nase vorne hat. Eine große, grüne Fläche mit einer Rahmung aus Steinen und Bänken, soll die grüne Mitte bilden, die so zu einem einem Garten wird.

Das Besondere: „Alles ist offen zum Fluss, es gibt Raum für alle und viele Optionen der Aufenthaltsnutzung“, so Terfrüchte. Der Umgang mit den vorhandenen Plantanen sei klug und es gebe Platz für Vorführungen.

Insgesamt liege mit der Arbeit ein robustes und starkes Grundkonzept vor, das gemeinsam mit den Nutzern zum Leben erweckt werden könne und einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität in Siegen leiste.

Der Entwurf aus Dresden bildet nun den strukturellen Handlungsrahmen für die weiteren Planungen. In naher Zukunft werden erste Verhandlungsgespräche geführt. „Da geht es um harte finanzielle Dinge, aber auch darum, inwieweit der Sieger bereit ist, auf Wünsche der Stadt einzugehen“, so Stadtbaurat Henrik Schumann.

Da in einem Teil der Gebäude die Mietverträge Ende 2019 auslaufen, wird Anfang 2020 mit den Abrissarbeiten begonnen.

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