"Das ist ein guter Stand": 3642 Kindergarten-Plätze in der Stadt Siegen

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Eine gute Betreuungsquote kann die Stadt Siegen vorweisen.

Siegen – Die Quote war in Siegen schon immer gut. Und auch im kommenden Kindergartenjahr werden Jungen und Mädchen im Alter von 4 Monaten bis zur Einschulung in der Krönchenstadt bestens betreut.

Dezernent André Schmidt und Kita-Planerin Judith Wagener stellten am Donnerstag die aktuellen Zahlen des Kinder-Tagesbetreuungsbedarfsplans für das Kita-Jahr 2020/2021 vor. Insgesamt stehen 3642 Plätze in 64 Kitas zur Verfügung. Für Kinder unter drei Jahren gibt es 1181 Plätze (219 für 4 Monate bis 2 Jahre; 607 für 2-bis 3-Jährige und 355 Tagespflegeplätze). Vor allem gut nachgefragt werden Plätze für Kinder bis 2 Jahre. Und und hier liegt Siegen bei der Betreuungsquote erneut weit vorne. Während die Betreuungsquote der bis 2-Jährigen in NRW 2018/2019 bei 40,2 Prozent lag, konnte Siegen schon 42,7 Prozent vorweisen. Bei den 2- bis 3-Jährigen lag die Krönchenstadt mit 60,3 Prozent sogar weit über dem NRW-Schnitt (57 Prozent). In 2020 sollen diese Zahlen noch gesteigert werden: 50,4 Prozent bei den bis 2-Jährigen und 66 Prozent bei den 2- bis 3-Jährigen. 

„Das ist ein guter Stand, aber wie sind noch lange nicht fertig“, so Wagener. Und Schmidt ergänzte: „Der Bedarf an U3-Plätzen wird weiter steigen und irgendwann müssen wir wohl für Kinder ab 2 Jahren 100 Prozent sicherstellen können“. Genau deshalb sucht die Stadt weiter nach Trägern und Grundstücken. Folgende Bau-Projekte befinden sich derzeit in der Planung oder gehen bereits in diesem Jahr an den Start: 

„Am Kindergarten“ (Geisweid): KEG baut; VAKS wird Träger; derzeit werden die Kinder in der alten Hüttentalschule betreut; Fertigstellung ist offen; es entstehen drei Gruppen mit 55 Plätzen 

Kita Zinsenbach (Weidenau): die Kita wird um eine Gruppe erweitert; es entstehen 20 Plätze mehr für 3- bis 6-Jährige 

„Am Sender“ (Siegen-Giersberg): Neubau; Träger ist das Christofferwerk; Start der Bauarbeiten im Februar; Fertigstellung in diesem Jahr; es entstehen drei Gruppen mit 55 Plätzen 

„Am Lohgraben“ (Siegen): Neubau; Träger ist das Christofferwerk; die Kinder der Einrichtung Oranienstraße sind seit Oktober 2018 in einem Provisorium in der Realschule am Häusling untergebracht. Geplant ist der Umzug in den Lohgraben im Sommer 2021; es entstehen fünf Gruppen mit 85 Plätzen 

„Saarbrücker Straße“ (DRK-Kinderklinik): Spatenstich im September 2019; Träger ist der DRK-Kreisverband; es entstehen vier Gruppen mit 70 Plätzen; Fertigstellung noch in diesem Jahr 

Neues KiBiz-Gesetz 

Herausfordernd und „etwas schwieriger als sonst“ waren die Planungen für das kommende Kita-Jahr vor allem wegen des neuen KiBiz (Kinderbildungsgesetz), das Ende November in Kraft getreten ist. Für die Stadt Siegen bedeutet es zwar mehr Geld aus Düsseldorf (35 Millionen Euro), jedoch müssen die Kommunen die gesetzlich geregelte Finanzierung zur Hälfte tragen. Für Siegen sind dies 19,3 Millionen Euro. Schmidt: „Qualität hat halt ihren Preis“. Apropos Qualität: Auch inhaltlich wird das KiBiz einige Veränderungen bringen. So gibt es weitere Landesförderungen für unterschiedliche Ansätze. 

Beispiel: Betreuungszeiten. Gelder fließen, wenn beispielsweise die Öffnungszeiten über eine wöchentliche Öffnungszeit von 50 Stunden hinausgehen, wenn die Kita an Wochenenden und Feiertagen geöffnet hat oder wenn es Betreuungszeiten vor 7 und nach 17 Uhr gibt. Ob und welche Kitas ihre Betreuungszeiten anpassen, ist noch völlig offen. „Da das Gesetz erst im November verabschiedet wurde, werden derzeit viele Gespräche geführt. Eine Ausarbeitung für ein Konzept der Betreuungsbedarfe ist derzeit in Arbeit“, erläuterte Schmidt. Klar ist für ihn: „Wir brauchen Schwerpunkt-Kitas, die länger öffnen, aber im Moment müssen sich auch die Träger erst einmal sortieren und gucken, was geht und was nicht geht“. Mit Veränderungen sei deshalb erst ab dem Kita-Jahr 2021/2022 zu rechnen. Nicht erlaubt Was es ab dem kommenden Kita-Jahr allerdings definitiv nicht mehr geben wird, sind geteilte Öffnungszeiten, in denen die Kinder mittags abgeholt und nachmittags wieder gebracht werden. „Dies ist dann nicht mehr erlaubt. Es gibt bei uns einige Träger, die das noch so handhaben, die müssen jedoch ab 1. August durchgehende Betreuungszeiten anbieten“, so Wagener abschließend.

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