Vier Anwälte beantworten am Mittwoch die Fragen unserer Leser

Heute: Kurier-Telefonaktion zum Thema Arbeitsrecht

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„Kann ich Überstunden geltend machen, welche Regelungen gibt es bei hohen Temperaturen im Büro und wie sieht es mit Raucherpausen aus?“ Diese und ähnliche Fragen beantworten vier Anwälte am Mittwoch, 3. Juli, während der Telefonaktion des SiegerlandKurier.

Vier Anwälte stehen an diesem Tag zwischen 17.30 und 19.30 Uhr für arbeitsrechtliche Fragen zur Verfügung und geben Tipps.

Iris Lingenhöfer (Tel.02721/136148): Die Tätigkeitsschwerpunkte von Iris Lingenhöfer liegen im Familienrecht sowie im Arbeitsrecht. Daneben bearbeitet sie Angelegenheiten aus den Bereichen des Schadensrechts, des Vertrags- und Versicherungsrechts, des Kaufrechts und des Miet- und Pachtrechts. Rechtsanwältin Lingenhöfer studierte Rechtswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Nach dem Ersten Juristischen Staatsexamen (1991) und dem Referendariat am Landgericht Arnsberg folgte 1994 das Zweite Juristische Staatsexamen. Seit 1994 ist sie als Rechtsanwältin tätig. Nach entsprechenden Fortbildungen ist sie seit 2004 Fachanwältin für Arbeitsrecht und seit 2010 darüber hinaus Fachanwältin für Familienrecht. 

Georg Becker (Tel.02721/136142): Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Georg Becker gründete im Jahr 2001 die Kanzlei am Standort in Mudersbach im nördlichen Rheinland-Pfalz. Die Kanzlei liegt in unmittelbarer Nähe zu den Gerichtsstandorten Betzdorf und Siegen. 

Steffen Reppe l (Tel. 02721/136123): Rechtsanwalt Steffen Reppel ist berechtigt, neben der Berufsbezeichnung als Rechtsanwalt die Bezeichnungen Fachanwalt für Arbeitsrecht und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht zu führen. Er studierte Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität zu Gießen sowie internationales Recht (Magister of International Law, MJI) an der Justus-Liebig-Universität zu Gießen und an der Universidad de Valencia/Spanien ab. Ferner schloss er das Studium der Mediation (Master of Mediation) an der Fern-Universität zu Hagen, LL.M.-Weiterbildungsstudiengang Gewerblicher Rechtsschutz an der Heinrich-Heine Universität zu Düsseldorf (Abschluss: Master of Laws) und sein Rechtsreferendariat beim Oberlandesgericht Hamm; Ausbildungsstelle Landgericht Siegen ab. Seine Wahlstation im Referendariat war bei der Rechtsanwaltskanzlei Langstadt & Pauly Chartered in Miami (Coral Gables) / USA. 

Thomas Buchmann (Tel.02721/136138): Thomas Buchmann ist Rechtsanwalt seit 2008. Er ist Fachanwalt für Arbeitsrecht seit 2011 sowie Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht ebenfalls seit 2011. Seit 2016 ist er zudem als Notar tätig. Thomas Buchmann studierte Rechtswissenschaften an der Universität Trier. Anschließend promovierte er zum Dr. jur. an der Universität Trier. Sein Rechtsreferendariat absolvierte er am Landgericht Mainz mit Ausbildungsstationen in Speyer, Frankfurt a.M., London und Berlin. 

Fallbeispiele

Iris Lingenhöfer weist darauf hin, dass sich häufig Streitigkeiten bezüglich der Geltendmachung von Überstunden ergeben. Arbeitnehmer müssen die Voraussetzungen sehr genau darlegen und erforderlichenfalls beweisen können. Oft sind auch arbeits- oder tarifvertraglich kurze Fristen zu beachten. Steffen Reppel erklärt im Falle der arbeitnehmerseitigen Kündigung ohne Einhaltung der Kündigungsfrist: „In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass Arbeitnehmer ein lukratives Angebot auf dem Arbeitsmarkt erhalten oder aus familiären Gründen kurzfristig das Arbeitsverhältnis wechseln. Hier ist Vorsicht geboten. Oftmals ist der Arbeitnehmer nicht gewillt, eine gebenenfalls lange Kündigungsfrist einzuhalten und geht bereits frühzeitig ein erneutes Arbeitsverhältnis ein, um sich eine eventuell attraktive berufliche Chance nicht entgehen zu lassen. Der alte Arbeitgeber, der die nicht fristgerechte Kündigung erhält, kann den Arbeitnehmer auf Schadenersatz in Anspruch nehmen, wenn dadurch Mehrarbeit anfällt, weil der Arbeitnehmer eben nicht während der korrekten Kündigungsfrist Arbeitsleistung erbracht hat. Wir konnten für eine Zahnarztpraxis, bei der ein Assistenzzahnarzt ausstieg, um ein attraktives Angebot im Ausland anzunehmen, einen Schadenersatzprozess führen und konnten mehr als 40.000 Euro realisieren in erster Instanz, weil der Arbeitnehmer einfach nicht mehr erschienen war und anderweitig arbeitete. Die Zahnarztpraxis hatte einen zeitlichen Mehraufwand und dieser konnte mit circa 40.000 Euro beziffert werden. Das Arbeitsgericht Siegen sprach diese Summe der Zahnarztpraxis zu wegen dem Mehraufwand durch den frühzeitigen Ausstieg des Arbeitnehmers.“

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