Honigreste im Glas immer auswaschen

Imkerverein Siegen informiert: Gefahr für Bienenvölker lauert im Glascontainer

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Die Bienenvölker der Imker suchen aktuell nach Alternativen zu Pollen und Nektar. Sie bedienen sich dabei auch bei Honigresten in weggeworfenen Honiggläsern. Dies kann für Bienenvölker tödlich enden, da auf diese Weise Krankheiten aus dem Ausland übertragen werden können.

Siegerland - Der Imkerverein Siegen informiert über die Gefahren, die nicht ausgewaschene Honiggläser im Müll für die heimischen Bienenvölker bedeuten könnten.

Seit Anfang August sind die Imker dabei, die Bienen „einzuwintern“. Das Einwintern beinhaltet, die Bienen mit Futter für den Winter zu versorgen. Dafür waren ihre Honigreserven vorgesehen, diese müssen adäquat ersetzt werden. Außerdem werde nun gegen die Varroamilbe behandelt, die sich in den Völkern während der Sommermonate drastisch vermehrt und eine Gefahr für das Überleben des Volkes darstellt.

Neben dem Einlagern des dargereichten Futters bringen die Bienen weiter Tracht ein, die wichtig ist für die Brut. Doch ist das Angebot an Pollen und Nektar ab August schmal, und die Bienen suchen nach Alternativen. Honiggläser, ungereinigt im Glascontainer entsorgt, haben Honigreste. In Deutschland müssen Gläser, die im Glascontainer entsorgt werden, nur „löffelrein“ sein und dadurch bleiben Honigreste in den Gläsern zurück.

Sobald eine Biene durch den typischen Geruch von Honig angelockt worden ist, verständigt sie in ihrem Stock die anderen mit ihrer bienenspezifischen Kommunikation. Dies hat natürlich zu Folge, dass die Honigreste schnell fortgetragen sind und das Treiben ein Ende hat.

Krankheiten aus dem Honigglas

Warum birgt nun das Sammeln dieser Reste große Gefahr für das einzelne Bienenvolk und für alle Völker, die diesen Container besuchen? Weil diese Honigreste Krankheiten übertragen, die für Bienen hochansteckend sind.

In den letzten Wochen wurden im Kreis Siegen-Wittgenstein mehrere Sperrbezirke um Gebiete errichtet, in denen die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen war. Diese Krankheit wird durch den Honig weitergetragen. Der Krankheitserreger hat keinerlei Auswirkungen auf uns Menschen. Unser Verdauungstrakt würde eventuelle Sporen im Honig sofort abtöten, selbst wenn wir körperlich geschwächt sein sollten. In Gegensatz dazu sind die Sporen hoch ansteckend für Bienen. Aus den Gläsern mit dem Resthonig im Glascontainer kann die Krankheit von den Bienen ins Volk eingetragen werden, was beinahe sicher den Untergang des Volkes bedeutet.

Wie die Amerikanische Faulbrut können auch andere Bienenkrankheiten aus dem Ausland eingeschleppt werden. Etwa 80 Prozent der in Deutschland verarbeiteten Honige kommen aus dem Ausland und können über das Wegwerfen von nicht gespülten Gläsern unter den Bienen verbreitet werden. „Daher bitten wir, im ganzen Jahr und nicht nur im Herbst, alle leeren Honiggläser nur im gespülten und gereinigten Zustand zu entsorgen“, so der Imkerverein. „Honig löst sich ganz einfach in Wasser. Honig ist wasseranziehend, also hygroskopisch, und löst sich schnell. Gerne können Sie auch die gereinigten Gläser den Imkern in Ihrer Region zukommen lassen, die sie wiederverwerten. Helfen Sie uns, unsere Bienen gesund zu halten.“

Weitere Informationen zum Imkerverein Siegen  unter www.imkerverein-siegen.de

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