Ausstellung "Über den Tag hinaus" eröffnet

100 Jahre Menschlichkeit: Neujahrsempfang der Ortsvereine war Auftakt zu den Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr der AWo

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Auf den fünf Säulen "Solidarität, Gleichheit, Toleranz, Freiheit und Gerechtigkeit" gründete Marie Juchacz 1919 die Arbeiterwohlfahrt. Sie bildeten den Rahmen für das Gruppenbild mit den AWo-Verantwortlichen, Landrat Andreas Müller (Mitte) und Marlies Obier (3.v.li.). 

Siegen. „Wie es ohne die AWo wäre – das möchte man sich nicht vorstellen. Die Arbeiterwohlfahrt ist unverzichtbar für die Gesellschaft“, ist sich Landrat Andreas Müller sicher. Anlass für die lobenden Worte ist das 100-jährige Bestehen des Verbandes. 

Der Startschuss für die Feierlichkeiten, deren Schirmherrschaft Franz Müntefering übernommen hat, fiel am vergangenen Samstag mit dem Neujahrsempfang der AWo-Ortsvereine Siegen, Eiserfeld, Gosenbach und Hüttental im Leonhard-Gläser-Saal.

Im Mittelpunkt des Empfangs, der nur der Anfang von zahlreichen Festivitäten im Laufe des Jubiläumsjahres war, stand Marie Juchacz. Auf den fünf Säulen "Solidarität, Gleichheit, Toleranz, Freiheit und Gerechtigkeit" gründete sie 1919 die Arbeiterwohlfahrt. „Noch immer bestimmen diese Grundsätze unser Leitbild. Heute feiern wir nicht nur 100 Jahre AWo, sondern 100 Jahre Menschlichkeit“, so der Vorstandsvorsitzender Karl Ludwig Völkel. 

Am Samstag wurde nun die Ausstellung über die AWo-Gründerin eröffnet. Die Wanderausstellung trägt den Titel „Über den Tag hinaus“. Sie lässt ein Bild von Zeit und Persönlichkeit entstehen und beleuchtet das Leben dieser facettenreichen Person. Juchacz war nicht nur Gründerin der AWo, sondern sie hatte eine bedeutende Rolle in der Geschichte der deutschen Frauenbewegung und im Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen. Und sie war die erste Frau, die in einem deutschen Parlament die Rednerbühne betrat.

Die künstlerischen Arbeiten entführen den Betrachter in eine Begegnung mit den frühen Jahren der Arbeiterwohlfahrt und in die Gründungsjahre der Weimarer Republik. Aus der Vielzahl von Reden, Texten und Dokumenten wurden Textfragmente für diesen Dialog sorgsam ausgewählt, die die Ziele und Hoffnungen von Marie Juchacz hell aufleuchten lassen. 

Landrat Müller betonte seine Bewunderung für Marie Juchacz. Sie sei eine faszinierende Frau gewesen, die die unterschiedslose Hilfe für Menschen in Not inspirierte. Auch die Siegener Künstlerin Dr. Marlies Obier blickte auf das Dasein der AWo-Gründerin zurück. Gebaut wurden die Ausstellungsstücke übrigens von den Mitarbeitern in den Werkstätten der AWo in Netphen-Deuz. „Das war mir wichtig. Ich finde es sehr schön, dass eine Ausstellung über die Arbeiterwohlfahrt auch von ihren Mitarbeitern erbaut wird", so Marlies Obier, die die Ausstellung hat. 

Nach Besichtigung der Exponate verlieh Völkel gemeinsam mit dem Ehrenvorsitzenden des Kreisverbandes, Peter Eberlein, Urkunden und Ehrennadeln für langjährige Mitgliedschaften. So erhielten Christel Paul und Erhard Koßler eine Ehrung für 50 Jahre, Margarete Missner, Hans Hoppe und Heinrich Stötzel bekamen eine Auszeichnung für 40 Jahre Mitgliedschaft. Seit 25 Jahren sind Ernst-Emil Weitz, Eva-Dorothea Weitz, Andrea Weide, Reiner Holzhauer, Elke Münchow, Katja Söhngen, Ilona Hempf, Frieda Grönke, Silvia Kwirant, Ruth Hudel, Lydia Köhsel, Hildegard Ommen, Sabine Lingelbach, Walter Bottenberg und Regine Bauch Mitglied bei der AWo.

Weitere Infos zum Jubiläumsjahr und den bevorstehenden Veranstaltungen gibt es hier. 

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