Immenser Ideenreichtum

Julius Brauckmann ist erster Gewinner des neuen Preises „Junge Kunst“

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Julius Brauckmann (3. v. r.) ist der erste „Junge Kunst“-Preisträger. 

Siegen. Anlässlich ihres 175-jährigen Bestehens etablierte die Sparkasse Siegen in Kooperation mit dem Kunstverein einen neuen Kunstpreis, der mit 5000 Euro dotiert ist. Julius Brauckmann erhält als erster die Auszeichnung „Junge Kunst“, die in der Folge alle zwei Jahre ausgelobt werden soll.

Der Kunstverein Siegen begab sich auf die Suche nach Kandidaten für den neu eingerichteten Kunstpreis „Junge Kunst“, gestiftet von der Sparkasse Siegen. In den Kunstakademien Münster und Düsseldorf, der Kunsthochschule für Medien Köln, der Kunsthochschule Mainz sowie in der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst (Städelschule) Frankfurt befragte man die Lehrenden nach möglichen Preisanwärtern. 

Insgesamt 22 Bewerbungen lagen dem Kunstverein schließlich vor. Der fünfköpfigen Jury fiel es leicht, sich für Julius Brauckmann zu entscheiden. Die zehn eingereichten Arbeiten des 30-jährigen Düsseldorfers von der Kunsthochschule für Medien Köln begeisterten den Kulturreferenten des Kreises Siegen-Wittgenstein Wolfgang Suttner, die Siegerlandmuseum-Direktorin Prof. Dr. Ursula Blanchebarbe, Uni-Professor Christian Freudenberger, den Sparkassendirektor Ulrich Kaßburg sowie den 1. Vorsitzenden des Kunstvereins Siegen Albrecht Thomas, so dass man einstimmig zu dem Ergebnis kam, „dass die Kunstwerke hohen ästhetischen Ansprüchen genügen“. Julius Brauckmann reduziere Inhalt und Form seiner Arbeiten, die von immensem Ideenreichtum zeugen, auf einfache, übersichtliche und nachvollziehbare Strukturen. Bei aller Ernsthaftigkeit flackere darin ein feinsinniger Humor auf.“ Diese Herangehensweise erklärt Julius Brauckmann damit, dass er sich als angehender Künstler jeden Tag mit dem Kunstbetrieb auseinandersetzen muss, wobei er diesen keinesfalls herabwürdigen will, sondern kritisch und humorvoll hinterfragen möchte. 

Brauckmann greift aktuelle Themen aus den Medien und aus dem Kunstbetrieb auf und verarbeitet diese anhand von Fotografien, Videos oder Installationen. Da ist zum Beispiel das Video „Namedropping“ als Persiflage auf den Kunstmarkt und dessen Mechanismen. Der Papagei im Video zählt die laut „ArtFacts“ 50 weltweit erfolgreichsten Künstler auf. „Es sind immer dieselben, die auf der Liste stehen, so wird der Name quasi zum Selbstläufer, der Künstler zu seiner eigenen Marke. Wie ein Papagei wiederholt sich der Kunstbetrieb und plappert alles nach“, sagt Julius Brauckmann.

Die Auszeichnung „Junge Kunst 2017“ ist für ihn ein Ansporn: „Der Preis bestätigt mich in meiner Arbeit und motiviert mich, weiterzumachen, denn ich möchte hauptberuflich als Künstler arbeiten.“ Bis zum Herbst hat Julius Brauckmann nun Zeit, seine Ausstellung für Siegen auf die Beine zu stellen. Diese wird am 8. Oktober um 11 Uhr eröffnet und ist dann auf beiden Ebenen der Städtischen Galerie Haus Seel zu sehen.

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