Herde besteht jetzt aus 18 Tieren

Jungbulle tot aufgefunden: Wisent war bei Rangkämpfen verletzt worden

Die frei lebende Wisent-Herde im Artenschutzprojekt zur Wiederansiedlung der Wisente im Rothaargebirge besteht nun aus 18 Tieren.

Siegerland/Bad Berleburg. Traurige Nachrichten von der Wisent-Welt Wittgenstein: Wisent-Ranger Jochen Born hat am gestrigen Montagmorgen einen toten Wisent entdeckt. Es handelt sich um einen etwa zweijährigen Jungbullen.

Das Tier war bereits seit einigen Tagen vermisst worden. Es ist aller Wahrscheinlichkeit nach Opfer von Rangkämpfen geworden. Bereits vor rund 14 Tagen waren Mitarbeiter der Wittgenstein-Berleburg'schen Rentkammer zufällig Zeugen eines Rangkampfes in der frei lebenden Wisent-Herde des Artenschutzprojektes geworden. Der dabei offensichtlich verletzte Jungbulle hatte sich daraufhin von der Gruppe entfernt und war im Wald verschwunden. Mehrere Tage lang wurde nach dem verletzten Wisent gesucht – ohne Erfolg. Gestern schließlich fand dann Wisent-Ranger Jochen Born das tote Tier in einem Tal in der zur Wittgenstein- Berleburg`schen Rentkammer gehörenden Försterei Schüllar bei Bad Berleburg. Im Brustbereich waren bei dem Jungbullen deutlich äußere Verletzungen erkennbar. Sie stammen augenscheinlich von Wisent-Hörnern. 

„Rangkämpfe sind bei Wisenten – wie zum Beispiel bei Rotwild auch – nichts Außergewöhnliches“, erklärt die Wissenschaftliche Koordinatorin des Wisent-Projektes, Kaja Heising. Die Biologin betont: „Mindestens zehn Prozent aller Wisent-Todesfälle in der freien Natur gehen auf diese Auseinandersetzungen zurück.“ Zur exakten Klärung der Todesursache wurde der Jungbulle dennoch nach Arnsberg in die Tierpathologie gebracht. Dort wird auch eine Genanalyse vorgenommen, um seine Abstammung sicher zu bestimmen. Die frei lebende Wisent-Herde im Artenschutzprojekt zur Wiederansiedlung der Wisente im Rothaargebirge besteht damit jetzt aus 18 Tieren.

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