Klubb-Brand und Bunkeröffnung die Höhepunkte beim Siegener Altstadfest am 8. September 

Die Historische Feuerwehr Siegen sorgt mit ihrem „Löschangriff“ für ein Highlight des diesjährigen Stadtfestes, davon sind Christoph Brombach (Innogy/3.v. re.), Astrid Schneider (2.v.re.) und Martin Horne (GSS/re.) überzeugt.

Siegen – Am kommenden Sonntag, 8. September, ist der internationale „Tag des Offenen Denkmals“. Kirchen und Museen können kostenlos besichtigt werden. Die Gesellschaft für Stadtmarketing nimmt den Aktionstag alljährlich zum Anlass, um in das Altstadtquartier einzuladen.

Pünktlich um 12 Uhr eröffnet Bürgermeister Steffen Mues das Fest, das am Pfarrer-Ochse-Platz hinter der Marienkirche sein Zentrum hat. Hier gestalten der Liedermacher Mirko Santocono und die Gruppe „Ticket to Happiness“ das musikalische Programm des Nachmittags. Zugleich haben hier diverse kostenlose Stadtführungen ihren Ausgangspunkt. Der Pfarrer-Ochse-Platz selbst wird zum „Biergarten“, in dem allerdings kein Gerstensaft, sondern Wein, Cocktails und nicht alkoholische Getränke zum Ausschank kommen. 

Das Siegener Altstadtfest ist eine Einladung, das Quartier, dessen älteste Gebäude im 17. Jahrhundert errichtet wurden, alleine oder in Begleitung von Stadtführern zu erkunden. Dabei widmen sich die Führungen nicht nur den Altstadtgassen und ihrer Geschichte. Angeboten wird um15 Uhr auch ein Spaziergang entlang der Stadtmauer und um 15.30 Uhr die Schauspielführung „Von Liebesleid und Mordgelüsten“, deren Schauplatz der Park des Oberen Schlosses ist. Auch die Fürstengruft, letzte Ruhestätte von Fürst Johann Moritz zu Nassau-Siegen, kann zwischen 12 und 18 Uhr besichtigt werden. Mehrfach finden Kurzführungen statt.

Ihre Pforten für eintrittsfreie Rundgänge öffnen auch das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss, das Museum für Gegenwartskunst, das Aktive Museum Südwestfalen sowie Martinikirche, Marienkirche und Nikolaikirche. Alle Einrichtungen bieten im Verlauf des Nachmittags zumindest eine Führung an. Die Nikolaikirche ermöglicht die seltene Gelegenheit, den Turm zu besteigen und dem „Krönchen“ ganz nah zu kommen. 

Teil des Siegener Altstadtfests 2019 ist die Nachstellung des Klubb-Brandes, der sich in der Nacht vom 12. auf den 13. April 1869 ereignete. Das Gebäudeensemble „Klubb“, bestehend aus 25 eng ineinander verschachtelten Häusern, ging in Flammen auf. 150 Jahre nach diesem dramatischen Ereignis stellen Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Siegen den Einsatz nach. Initiatorin der Aktion ist die Historische Feuerwehrgruppe Siegen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Erinnerung an Geschichte und Tradition der Feuerwehr lebendig zu halten. Die Häuser vom „Klubb“ wurden nicht wieder aufgebaut. An gleicher Stelle befindet sich heute die Fißmer-Anlage und hier wird um15 Uhr der Löscheinsatz von 1869 simuliert. Zum Einsatz kommen 7 Handdruckspritzen aus dem 19. Jahrhundert, bedient von je 8 Feuerwehrmännern der Löschzüge Alchetal, Geisweid, Eiserfeld, Eisern, Oberschelden, Bürbach, Weidenau, Hain und Hammerhütte sowie der Historischen Feuerwehrgruppe. Auch die Bürger können und sollen sich an der „Rettung“ des Klubbs beteiligen, indem sie eine Kette zur Weitergabe von Wassereimern bilden. Nach etwa 45 Minuten wird der „Löschangriff“ beendet sein. Stärken können sich Akteure und Zuschauer vor und nach der Rettungsaktion am Grillstand des Löschzugs Hain auf dem Marktplatz. Ab 11 Uhr stellt die Historische Feuerwehrgruppe bereits dort ihre historische Fahrzeuge und Geräte aus.

Eine weitere Besonderheit des Altstadtfestes besteht darin, dass der Bunkerkomplex an der Burgstraße knapp unterhalb des Oberen Schlosses zu besichtigen sein wird. Es handelt sich um eine von 16 Anlagen, die die Siegener Bevölkerung vor den Luftangriffen im 2. Weltkrieg schützte. Lange Zeit im Besitz des Bundes und als Zivilschutzraum ausgewiesen, wurde der Bunker 2018 von der Stadt Siegen erworben, die plant, hier zusätzliche Flächen für das Siegerlandmuseum zu schaffen. Morgen können kleine Gruppen in Begleitung von Stadt- und Museumsführern den Bunker besichtigen. Ab 12.30 Uhr werden im halbstündigen Turnus etwa 15-minütige Führungen angeboten. An einem Infostand vor dem Bunker informiert das Siegerlandmuseum über seine Erweiterungspläne. 

Zur Tradition des Altstadtfests gehört, dass sich die Anwohner des Quartiers als Gastgeber aktiv beteiligen. In den Gassen finden sich hier und da Stände, an denen die Besucher zur Verkostung selbstgemachter Gerichte eingeladen werden. So wird die Hermannstraße zur „süßen Gasse“, in der Waffeln mit verschiedenen Toppings serviert werden. Gleich nebenan kann man sich in einer Weinlaube niederlassen. Für eine orientalische Note sorgen zwei syprische Köche, die Spezialitäten ihrer Heimat zubereiten.

Ebenfalls in der Hermannstraße kommt das Theaterstück „Die Steinsuppe“ zur Aufführung. Unter der Regie von Beate Gräbener spielen Noah Schwedes und Fatma Ebrahim um13, 14.30 und 16 Uhr. Erstmals beteiligt sich die Initiative „Frei:Raum“ am Altstadtfest. Ihre Räumlichkeiten hat sie in der Löhrstraße 30. Gezeigt werden unter anderem die Ergebnisse von Erkundungstouren in die „Siegener Unterwelt“. Alle Aktionen finden  zwischen 12 und 18 Uhr statt.

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