Im Kreisgebiet fließen die (Giga-)Bits: Flächendeckender Breitbandausbau ist auf der Zielgerade

Auch Unternehmen wie hier Getränke Roth profitieren ab 30. Juni von neuen schnellen Internetanschlüssen: v.li. Markus Menn (Kreis), Daniel Caspari (innogy), Stephan Roth (Getränke Roth), Nicole Reschke, Andreas Müller, Dr. Catharina Friedrich (Westnetz) und David Slusalek (IT Systeme Slusalek).

Siegerland – „Etappenziel erreicht!“, stellt Landrat Andreas Müller fest: Der flächendeckende Breitbandausbau in Siegen-Wittgenstein ist auf der Zielgerade.

Zum Monatswechsel werden die Ausbaupartner des Kreises, Innogy und Telekom, die ersten neuen Netze freischalten: „Jetzt fließen die (Giga-) Bits!“, freut sich der Landrat. Denn zu den rund 7800 Adressen, die künftig mit mindestens 50 MBit/s im Download – in der Regel aber sogar mit bis zu 100 bzw. 120 MBit/s – surfen können, kommen auch die ersten Glasfaserhausanschlüsse. Diese ermöglichen sogar Downloadgeschwindigkeiten im Gigabit-Bereich. „Damit schaffen wir in Siegen-Wittgenstein nicht irgendwann, sondern jetzt ein attraktives Umfeld zum Wohnen, Leben und Arbeiten. Und damit sind wir als Kreis in Nordrhein-Westfalen ganz, ganz weit vorne“, betont Andreas Müller. 

Für den größeren Teil des Programms, das der Kreis federführend und in Kooperation mit den Städten und Gemeinden durchgeführt hat, ist innogy der Partner. Das Unternehmen wird zum Halbjahreswechsel 3000 Haushalte und Gewerbetreibende angeschlossen haben. Die neuen Highspeednetze stehen dann in der Stadt Freudenberg und den Stadtteilen Büschergrund undHohenhain, in Erndtebrück und den Ortsteilen Birkelbach, Womelsdorf, Zinse und Röspe sowie in den Hilchenbacher Ortsteilen Vormwald und Hadem zur Verfügung. Kunden, die von innogy Glaserfaserkabel bis ins Haus verlegt bekommen, werden in den nächsten Wochen kontaktiert, um einen Termin für die Installation vor Ort zu vereinbaren. Weitere 5000 Adressen in Bad Berleburg, Bad Laasphe, Erndtebrück, Freudenberg, Hilchenbach und Kreuztal wird innogy schrittweise im dritten und vierten Quartal freischalten. 

Die Telekom ist der zweite Ausbaupartner des Kreises. Sie wird jetzt zum 30. Juni ebenfalls rund 3000 Adressen erstmals mit schnellem Internet versorgen und die neuen Netze in Niederdresselndorf, Neunkirchen und in den Siegener StadtteilenFeuersbach, Niederschelden bzw. Eiserfeld-Kaiserschacht und Trupbach freischalten. Im Bereich der Stadt Netphen profitieren besonders viele Ortschaften vom Ausbauprogramm des Kreises. Hier können ab dem Monatsende in Netphen (Stauffenbergstraße), Salchendorf, Helgersdorf, Beienbach, Grissenbach, Nenkersdorf undWalpersdorf die schnellen Breitbandanschlüssen gebucht werden. Wobei es in Grissenbach, Nenkersdorf und Walpersdorf unter Umständen eine Woche später werden könnte, so die Telekom. Die Ausbaugebiete in Flammersbach und Anzhausen sind ebenfalls ab 30. Juni ans schnelle Breitbandnetz angeschlossen. Der Ausbau des Standortes in Deuz – Kölner Str. 42 – wird sich aufgrund des Straßenbaus bis Ende Oktober verschieben. Hiervon sind 112 Haushalte betroffen. Ab der 28. Kalenderwoche, die am 8. Juli beginnt, sind die neuen Breitbandnetze dann auch in Burbach sowie inHainchen, Irmgarteichen und Werthenbach sowie in Rudersdorf verfügbar. Dies betrifft weitere rund 1800 Adressen. 

Auch Siegen-Feuersbach ist ab 30. Juni ans schnelle Breitbandnetz angeschlossen. Bei einem Vorort-Termin informierte Christian Mewes (r.) vom Ausbaupartner Telekom Landrat Andreas Müller (2.v.r.), Bürgermeister Steffen Mues (2.v.l.) und Markus Menn, als Sachgebietsleiter beim Kreis u.a. für den Breitbandausbau zuständig, über den Abschluss der Arbeiten.

Die 519 Glasfaserhausanschlüsse, die im Ausbaugebiet der Telekom liegen, werden bis Ende August schrittweise angeschlossen werden. Insgesamt wurden über 20 Millionen Euro in dieses Ausbauprogramm investiert. Den Löwenanteil davon haben die beiden Unternehmen getragen, der Kreis hat die Maßnahmen mit 3,6 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln gefördert. „Bis Ende des Jahres werden 98 Prozent der Adressen in Siegen-Wittgenstein mit schnellem Breitbandinternet versorgt sein!“ bilanziert der Landrat – und er hat bereits eine weitere gute Nachricht: „Der 100 Prozent-Ausbau ist greifbar! Denn der Anschluss der restlichen zwei Prozent kann auch in absehbarer Zeit in Angriff genommen werden: Um diese Haushalte, Schulen und Krankenhäuser mit schnellem Internet zu versorgen, haben wir vor ein paar Tagen den vorläufigen Zuwendungsbescheid des Bundes in Höhe von rund 23 Millionen Euro erhalten. Damit liegen die Voraussetzungen vor, eine Förderung des Landes in gleicher Höhe erhalten zu können“, so Andreas Müller. Der Anschluss dieser Adressen kann im Einzelfall dann aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen, weil hier zum Teil große Entfernungen überbrückt werden müssen und dafür aufwendige Arbeiten erforderlich sind – was auch die hohen Kosten für den Anschluss dieser restlichen zwei Prozent erklärt. 

Schließlich arbeitet die Kreisverwaltung noch an einem weiteren Projekt: für die Förderung eines schnellen Internetanschlusses von Unternehmen ist künftig nicht mehr entscheidend, welche Downloadgeschwindigkeit an der Gebäudegrenze verfügbar ist, sondern an jedem einzelnen internetverbundenen Arbeitsplatz im Unternehmen. „Hier sehen wir große Potenziale, die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen zu stärken, die mit sehr hohen Datenvolumen arbeiten. Deshalb werden wir für dieses Förderprogramm in Kürze einen weiteren Förderantrag stellen“, erläutert der Landrat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare