Organisatoren stellten Hauptprogramm des Zeltfestivals vor 

KulturPur29: Stefanie Heinzmann, In Extremo, die Thalbachs und eine Weltpremiere auf dem Giller 

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Stefanie Heinzmann, vielfach preisgekrönte Sängerin aus der Schweiz, ist am Pfingstsamstag auf dem Giller zu Gast.

Siegen. Wenn der Landrat, der Festivalchef und dessen Stellvertreter auf einer blühenden Wiese stehen, beschienen von einer freundlichen Sonne, während es gießt wie aus Kannen – dann ist KulturPur-Pressekonferenz. „Es wird bunt und heiß“, versprach Andreas Müller, und das nicht nur, weil Pfingsten in diesem Jahr relativ spät dran ist: KulturPur 29 findet vom 6. bis zum 10. Juni statt.

Was zwei TopActs betrifft, so hatte das KulturBüro ja bereits zu einem früheren Zeitpunkt die Katze aus dem Sack gelassen. Und wenig überraschend ist sowohl das Konzert von Wincent Weiss (7. Juni) als auch das von Status Quo (10. Juni) restlos ausverkauft. Wer sonst noch im Hauptprogramm die Heide zum Krachen bringen will, das verriet das organisatorische Dreigestirn am Freitag im Lÿz. 

Jens von Heyden, Andreas Müller und Patrick Zöller (v.l.) stellen sich - fürs Foto - schon mal auf die grüne Wiese. 

Donnerstag: 

Zum Auftakt vereint das Evolution Dance Theater (6. Juni, 19.30 Uhr) in „Night Garden“ Artistik, Illusion, Schwarzlicht und Tanz. „Wir haben sonst keine Bühne, auf der das dargeboten werden könnte“, betonte Landrat Müller. Produktionen wie diese zeichneten den Ursprungsgedanken von KulturPur aus: etwas anzubieten, das in der Region sonst nicht dargestellt werden könnte. Die aufwändige KulturPur-Bühnentechnik indes macht es möglich.

Freitag: 

Die „17.30 Uhr-Schiene“ beginne am 7. Juni um 18 Uhr, so der stellv. Festivalleiter Patrick Zöller: Die drei Thalbachs – Katharina, Anna und Nellie – lesen und interpretieren die „Witwendramen“ des Satirikers Fitzgerald Kusz, „eine Drei-Generationen-Dramödie“. Am gleichen Abend stürmt die Großcombo „Querbeat“ die Bühne. Dann, so Zöller, werde es im Zelt laut, und zudem sei der Tour-Titel „Randale & Hurra“ ja auch so etwas wie eine Kernkompetenz des Kulturbüros. 

Samstag: 

Stefanie Heinzmann könne man, obschon erst 30 Jahre alt, bereits „mit Fug und Recht als eine Legende bezeichnen“, freute sich Zöller über den 17.30 Uhr-Coup des 8. Juni. „All you need ist Love“ heißt die Tour, die Zuschauer bekommen „Soul, Pop und eine gute Prise Techno“ zu hören. Vor zehn Jahren schon einmal auf dem Festival zu Gast, wollen„In Extremo“ um 19.30 Uhr den Giller-Gängern „einen sehr heißen Abend“ bescheren, ist Festivalleiter Jens von Heyden sicher. Zum guten Schluss wird es – O-Ton Zöller – „richtig spacy“ im Kleinen Zelttheater: Noch viel besser sei die Premiere vonWiller Watz im vergangenen Jahr gelaufen „als wir es uns je gewünscht hätten“, blickte Landrat Müller zurück. Folgerichtig gibt es eine weitere WillerWatz-LateNight, diesmal unter dem Motto „Kosmonautenklang“. Unter anderem an den Decks: das Siegener Urgestein Miez. 

Evolution.

Sonntag: 

„Uns wird eine Weltpremiere gelingen“, frohlockte der Landrat: Die Philharmonie Südwestfalen, deren Gastspiele auf dem Giller längst zum guten Ton gehören, musiziert gemeinsam mit Martin Grubinger, einem der weltweit besten Multipercussionisten. In der ersten Konzerthälfte wird es von ihm einiges solo zu hören geben, in der zweiten stellt er sich selbst ans Dirigentenpult. Um 22 Uhr übernimmt ein Künstler, der Jens von Heyden sehr am Herzen liegt: Seun Kuti, Sohn des Afrobeat-Pioniers Fela Kuti, und seine 13-köpfige Band. Damit werde das Thema Worldmusic in einer sehr speziellen Form aufgegriffen, so von Heyden. 

Montag: 

Bevor um 19.30 Uhr Status Quo loslegen, tanken die Gäste „eine richtige Portion Sommer“, war Patrick Zöller überzeugt: Conexión Cubana bringen das Publikum um 17.30 Uhr zum Tanzen. 

Die Thalbachs. 

60.000 Zuschauer strömten laut Veranstalter im vergangenen Jahr auf die Lützel. „Viel besser geht es nicht“, meinte dazu Andreas Müller, „aus unserer Sicht hat alles gepasst“. Trotzdem wolle man versuchen, diesmal noch eine Schippe draufzulegen. Längst sei die Zeltkulisse in diversen Internetportalen das Beispiel schlechthin für Festivalkultur in Südwestfalen. Dass sich KulturPur nicht nur im Grünen abspielt, sondern auch ein „grünes“ Festival ist, beweist der jüngst verliehene Green Music Award der Energie-Agentur NRW. „Die eingesparte Energie“, lächelte Jens von Heyden, habe man nun in die Programmgestaltung gesteckt. 

Dies alles unter dem Motto „Die Welt ist zu Gast am Giller“ nicht als bloßes Lippenbekenntnis, sondern als Signal. Alleine mit Martin Grubinger, der sich stark für Multikulturalität einsetze, und Seun Kuti werde ein positives Zeichen für Weltoffenheit gesetzt, unterstrich von Heyden: „Das ist wichtig in der heutigen Zeit.“

Tickets ab dem 23. März 

  • Der Vorverkauf startet am Samstag, 23. März um 10 Uhr. Tickets sind erhältlich unter www.kulturpur29.de und unter Tel. 01803 / 742654. 
  • Wer leer ausgeht, muss nicht gleich verzweifeln: Unter https://www.siwikultur.de/kulturpur/tausche/ ist eine Tauschbörse eingerichtet. 
  • Das Nachmittagsprogramm wird nach Ostern vorgestellt.

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