Marcel Barion arbeitet an Soundtrack, Hörspiel und Making-of

"Das letzte Land" in "Down Under" - Siegerländer SciFi-Film wird auf Festival in Sydney gezeigt

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Das „echte“ Filmmodell in der linken Hand und ein nicht bemaltes Raumschiffmodell in der anderen Hand. Letzteres erhalten einige Crowdfunding-Unterstützer als Dankeschön.

Siegen - Der Science-Fiction-Film „Das letzte Land“ lockte bereits 714 Besucher zur Siegerlandpremiere ins Viktoria Filmtheater in Dahlbruch. Für Regisseur Marcel Barion ist das Projekt aber noch nicht abgeschlossen. Neben der Teilnahme an Filmfestivals – im September sogar erstmals außerhalb von Europa – halten ihn der Soundtrack, eine Hörspielversion und das Making-of für die Blu-Ray beschäftigt.

Dass es sich bei „Das letzte Land“ nicht um billig produzierten Sci-Fi-Trash handelt, zeigten nicht nur die zufriedenen Gesichter nach der Siegerlandpremiere im Februar. Dies wird auch bei einem Blick in einige Kritikerrezensionen deutlich. Simon Hauck von Kino-Zeit attestiert dem Film „ein höchst ansehnliches Stück Genrekino aus Deutschland“ zu sein, und auch Rich Cross vom englischsprachigen Starburst-Magazin sagt, dass „Das letzte Land“ ein beeindruckend selbstsicherer Film sei, der mit seiner „verschwitzt-grobkörnigen Atmosphäre“ überzeuge.

Die Nachbildung des Filmraumschiffs wurde mit einem 3D-Drucker erstellt. 

Kein Wunder also, dass Regisseur Marcel Barion mit seinem Team ihren No-Budget-Film aus dem Siegerland bereits erfolgreich auf einigen Filmfestivals in Deutschland gezeigt haben. Im Mai ging es für das Team sogar auf internationale Reise. Beim Sci-Fi-London Film Festival feierte „Das letzte Land“ seine UK-Premiere und das Team war live vor Ort. Im Juni ging es für das Siegerländer Filmteam zum neu gegründeten „Oltre lo specchio-Festival del fantastico e della fantascienza“ nach Mailand. Dass sein Film sich in Italien auch noch gegen die anderen 16 Filme des Festivals durchgesetzt hat und als „Most Original Film“ ausgezeichnet wurde, will Barion nicht an die große Glocke hängen und spielt es am liebsten etwas runter.

Es sei aber eine Bestätigung, dass sich die unzähligen unbezahlten Stunden gelohnt haben. „Für mich ist so ein Preis eine Beruhigung, aber das ist auch schon so, wenn ein Festival zusagt“, erklärt Barion im Gespräch mit dem SiegerlandKurier. Bei einem Filmfestival werden schließlich in der Regel mehrere hundert Filme eingereicht und es sei daher nicht so, dass „Das letzte Land“ automatisch auf jedem der 50 Festivals laufe, bei dem sich das Team bisher beworben hat, erklärt Barion.

"Das letzte Land" auf Festivals

Aktuell befindet sich die Festplatte mit dem Film auf dem Weg nach Australien. Dort wird „The Final Land“, so der englische Titel des Films, am 6. September beim „SciFi Film Festival“ in Sydney gezeigt, allerdings ohne die Anwesenheit des Siegerländer Filmteams.

"Das letzte Land" wurde schon auf Filmfestivals in Deutschland, Italien und England gezeigt.

Damit der Film auch außerhalb von Deutschland gezeigt werden kann, wurde das Skript für die englischen Untertitel dem gebürtigen New Yorker Frank Bongiovanni, der mit „Das letzte Land“-Produktionsdesigner Massimo Müller befreundet ist, übersetzt. „Das hatte sich so ergeben“, so Barion. „Es ist gut, wenn das ein ,native speaker“ macht.“ Schließlich sei in der deutschen Version oft Umgangssprache benutzt worden und diese saloppen Formulierungen könne ein Muttersprachler einfach besser übersetzen. „Ich habe die Übersetzung dann noch einmal leicht überarbeitet, das meiste konnte aber einfach so bleiben“, sagt Barion, der auch das Drehbuch geschrieben hat.

Hörspielversion in Arbeit

Aktuell arbeitet Marcel Barion an der Hörspielversion des Films. Diese bekommen Unterstützer, die in der Crowdfundingphase vor den Dreharbeiten 2014 das Projekt finanziell mit einem bestimmten Betrag unterstützt hatten. Barion nimmt dabei selbst die Rolle des Erzählers ein. Etwa die Hälfte sei schon fertig. Die Unterstützer werden die Hörspielfassung allerdings erst mit der Unterstützer-Blu-Ray erhalten. Diese ist aber noch nicht fertig.

Das Filmskript auf der einen Seite, das Audioschnittprogramm auf der anderen Seite und das Mikro für die Aufnahmen des Erzählers steht auch bereit. Marcel Barion arbeitet zurzeit auch an der Hörspielversion von „Das letzte Land“.

„Es ist ja doof, wenn sie erst das Hörspiel hören und erst später den Film gucken können.“ Das dauert aber noch etwas, da für die Blu-Ray noch ein etwa halbstündiges Making-of-Video produziert werden soll, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. „Ich hatte mit dem Making-Of schon angefangen, aber beim Schneiden fehlte mir die Musik, daher habe ich zuerst den Soundtrack fertiggestellt“, sagt Barion. Im Anschluss sei dann zunächst die Fertigstellung des Hörspiels logisch gewesen, bevor es wieder zurück zum Videoschnitt gehe. Den Soundtrack und Hörspiel erhalten Unterstützer jeweils als Download. Ob „Das letzte Land“ einen Verleih findet, damit ihn auch Nicht-Unterstützer regulär auf Blu-Ray kaufen können, ist zurzeit noch offen. Man sei aber in Gesprächen.

Weitere "Das letzte Land"-Termine

„Das letzte Land“ wird Ende 2019 auf jeden Fall noch auf einem weiteren Filmfestival in Deutschland laufen. Im Februar 2020 wird er auch im Rahmen des „Aliens Welcome“-Projekts in Nottbeck gezeigt. Am 30. August hält Marcel Barion mit Komponist Oliver Kranz zudem einen Vortrag über die Vertonung des Films auf der „SoundTrack Cologne“ in Köln.

Hintergrund

- Die Weltpremiere von „Das letzte Land“ fand beim 40. Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken statt. Knapp 1000 Besucher sahen den Film in acht Vorstellungen.

- „Das letzte Land“ wurde auch beim „Berlin Independent Film Festival“ gezeigt und hat dort sogar den Preis „Best Sci-Fi / Horror Feature“ gewonnen.

- Das Produktionsbudget von 20.000 Euro beinhaltet auch eine Gebühr von 1.300 Euro, die für die FSK-12-Freigabe des Films gezahlt werden musste.

- Die Filmcrew mit den Produzenten Marcel Barion, Johannes Bade, Phillipp Bojahr und Massimo Müller, die beiden Schauspieler Torben Föllmer und Milan Pesl, Komponist Oliver Kranz und weitere Helfer arbeiteten ohne Gage am Projekt. Wenn jeder für seine Arbeitsleistung bezahlt worden wäre, so hätte „Das letzte Land“ einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag gekostet, schätzt Barion.

Weitere Infos zu "Das letzte Land" auf www.dasletzteland.de.

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