Arbeiten liegen im Zeitplan

Modernisierung läuft auf Hochtouren: Der AR-Campus wird auf Links gedreht

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Ein ungewohnter Anblick: Quasi "nackt" steht die Zentralbibliothek auf dem Adolf-Reichwein-Campus nach der Entkernung da.

Siegen. Die großen gelben Baukräne sind schon von weitem zu sehen und verraten: Die Modernisierungsmaßnahmen am Campus Adolf-Reichweinstraße auf dem Haardter Berg sind in vollem Gange. Universität Siegen, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) als Eigentümer der zu sanierenden Gebäude und die bauausführende Firma gaben jetzt einen Überblick über den bisherigen Baufortschritt.

Bereits seit Oktober 2017 werden die Gebäudeteile AR-M, -UB, -H- und -K im Rahmen des Hochschulkonsolidierungsprogramms (HKoP) sowohl von innen als auch von außen umfassend erneuert. Ein sehr umfangreiches Projekt – denn von der Sanierung betroffen sind rund 34.000 Quadratmeter Brutto-Grundfläche. Hinzu kommt, dass die Gebäudeteile bei laufendem Betrieb saniert werden. Kein Wunder also, dass das Großprojekt voraussichtlich erst Ende 2019 abgeschlossen sein wird.

Dennoch liegt die Maßnahme mit einem Gesamtbudget von 113,7 Millionen Euro laut Jörg Münker, Leiter Derzenat Gebäude und Liegenschaftsmanagement der Universität Siegen, im Zeitplan: „Bisher läuft es super“, so Münker. Um den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten, habe man in Zusammenarbeit mit dem BLB für Mensa, Cafeteria und Unibibliothek Interimslösungen geschaffen. Die Interimsmensa auf dem Campus werde von den Studierenden gut angenommen. Am ursprünglichen Standort entsteht nun nach und nach eine moderne Mensa, die für eine neue Aufenthaltsqualität – gerade im Mensafoyer – sorgen soll.

Das Gleiche gelte für die mehrstöckige Bibliothek, die bis auf weiteresnach Weidenau in ein ehemaliges Möbelgeschäft ausgelagert wurde. „Dieser Gebäudeteil musste nicht nur dringend renoviert, sondern vor allem modernisiert werden.“ Nach dem Umbau werde die Bibliothek sicher „eines der Highlights“ der Universität – mit attraktiven und modernen Lern- und Arbeitsbereichen.

Der dritte wichtige Baustein der Sanierung sei der Ausbau der Büro- und Seminarräume in den Gebäudeteilen H und K. „Hier werden die Büros etwas verkleinert und die Flure werden größer“, erklärte Christopher Leyck Dieken, Projektleiter von der bauausführenden Firma Ed. Züblin AG.

Mittlerweile seien alle Teilbereiche entkernt. „Begonnen haben wir auf der gesamten Fläche mit der Schadstoffsanierung.“ Trotz eines umfangreichen Gutachtens im Vorfeld habe man hier aber eine fast dreifach so hohe Schadstoffbelastung (Asbest) gefunden. Diese Stoffe seien aber fest verbaut gewesen und stellten daher keinerlei Gefahr für die Studierenden statt, betonte Jörg Münker.

Unvorhergesehene „Überraschungen“ seien trotz der Gutachten für ein Gebäude im Bestand aber nicht ungewöhnlich, so Isabelle Wortmann, technische Leiterin beim BLB. Gerade beim Rückbau finde man immer Dinge, mit denen man so nicht gerechnet habe.

Man könne nie konkret planen und müsse immer flexibel bleiben. „Dafür rechnen wir aber im Vorfeld schon genügend zeitliche Puffer ein“, erklärte Merle Tietz, Abteilungsleiterin Planen und Bauen beim BLB. Zwischenwände, Einbauten, alte Teppichböden, Elektroinstallationen, Heizkörper und Lüftungskanäle wurden nach der Entkernung entsorgt – insgesamt waren das 5400 Tonnen Bauschutt.

Besonders interessant sei die Entfernung der Balkone gewesen, so Leyck Dieken. Die habe ein Unternehmer mit einer speziellen „Kran-Säge“ entfernt. Auch die Außentreppen und die Konsolen an der Außenfassade mussten weichen.

Die Modernisierung des Campus AR auf dem Haardter Berg läuft auf Hochtouren.

Zahlreiche Fenster habe man schon ausgebaut und durch neue ersetzt. Mittlerweile ist in einigen Etagen der Gebäude schon der Innenausbau und die Installation der Haustechnik (Lüftung, Sanitärleitungen, Elektro, Heizung) gestartet. Dieser soll in den kommenden Monaten fortgesetzt werden.

Die Stahlarbeiten auf den Dächern von "H" und "K" sind ebenfalls abgeschlossen, hier wurden Unterkonstruktionen für neue Lüftungsanlagen errichtet. Die Anlagen kämen voraussichtlich im Oktober oder November, so der Projektleiter. „Auch das äußere Erscheinungsbild der Gebäude wird sich deutlich verändern. In fünf bis sechs Wochen beginnen wir mit der Montage der Blechfassade. Damit wollen wir bei den Gebäudeteilen H und K bis zum Winter fertig werden.“

Die beiden großen gelben Kräne, die in den letzten Monaten die Campus-Landschaft geprägt haben, werden voraussichtlich nur noch bis zur „Halbzeit“ im November im Einsatz sein.

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