Nachtbus: Zukunft ist ungewiss - Trägerverein stellt seine Tätigkeit ein

Ob und wie das Angebot des Nachtbusses fortgeführt werden kann, steht noch in den Sternen.

Siegen. „So viel Aufmerksamkeit hatte der Verein seit 20 Jahren nicht mehr“, kommentierte Falk Al-Omary die Notwendigkeit, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Hier entschied der stellvertretende Vorsitzende endgültig, dass der Vorstand des Nachtexpress e.V. seine Tätigkeit einstellt.

Nachdem bekannt wurde, dass der Verein finanziell nicht mehr in der Lage sei, seine Arbeit fortzuführen, wollte der Kreis Siegen-Wittgenstein als Geldgeber einspringen. Die Beschlussvorlage für den Kreistag am sieht eine Zuwendung in Höhe von 65.000 Euro vor, um den Nachtbusverkehr für 2019 sicherzustellen. Ob dem ohne die Trägerschaft des Vereins noch zugestimmt werden kann, ist ungewiss. Denn wie Günter Padt Geschäftsführer des Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd ausführte, hat die Vereinstätigkeit oberste Priorität. Der Nachtexpress e.V. macht nach Angaben von Al-Omary in diesem Jahr Verluste von rund 30.000 Euro.

Der Nachtbus wurde in der Vergangenheit hauptsächlich über Sponsoren finanziert. Einen „relativ geringen“ Anteil machen dabei die kommunalen Gelder aus von ca. 25 %. Seit der ersten Stunde dabei war die Westfälische Provinzial Versicherung, deren Entsandter Matthias Bürger versicherte: „Unser Engagement ist ungebrochen, wir wollen das gerne weitermachen“. Auch die Sparkasse Siegen als langjähriger Sponsor würde die Institution Nachtbus weiter mittragen. Allerdings stellte Klaus-Dieter Wern Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Westfalen Süd klar, dass die VWS in den „letzten 7 Jahren richtig Geld“ als unsichtbarer Hauptsponsor investiert habe, aber nun die „Notbremse“ ziehen musste. Die Einnahmen des Nachtbusses decken nur knapp die Hälfte der Kosten mit rund 60.000 Euro.

Al-Omary stellte wehmütig fest, dass sein Verein womöglich nicht mehr zeitgemäß sei. Das bürgerschaftliche Interesse sei nicht gegeben, somit sei der nächtliche Nahverkehr in den Händen der Politik besser aufgehoben. Diese ist nun am Zuge über die Zukunft des Nachtbusses zu beraten.

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