Evau-Schüler erarbeiten den Klimastadtplan für Siegen

Online-Datenbank

Lisa Schlereth (sitzend), Bachelor-Studentin an der Uni Gießen sowie Leiterin des Projektes „Klimastadtplan“, und Religionslehrerin Dr. Astrid Greve (re.) erläutern gemeinsam mit Schülern der 11. Klasse den Aufbau der Online-Datenbank. Foto: Gabriele E. Vierschilling

„Es geht jeden etwas an, also fang an GLOBAL zu denken und LOKAL in deiner Region zu handeln.“ Unter diesem Motto engagiert sich der Projektkurs Physik-Religion des Evangelischen Gymnasiums bei der Erstellung des „Klimastadtplans“ für Siegen.

Der Firmenlauf 2012 und der Siegerländer Schülerlauf im Jahre 2013 fanden beide „klimaneutral“ statt. Das bedeutet, dass man damals Wert darauf gelegt hatte, den Energieverbrauch bei diesen Großveranstaltungen zu reduzieren und Alternativenergien einzusetzen. Der Energieverein Siegen-Wittgenstein sorgte für die technische Umsetzung, erstellte also die entsprechende Website, gemeinsam mit der Stadt Siegen als Kooperationspartner. Innerhalb dieser Website findet sich der Klimastadtplan, der sich speziell auf die Stadt Siegen bezieht. Zurzeit ist dieser Klimastadtplan eine im Aufbau befindliche Datensammlung zu Klimaschutz- und Energiethemen.

Der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Siegen, Paul Hartmann, und Martin Hoffmann (Firmenlauf-Organisator), beide gleichsam Projektinitiatoren und -koordinatoren, gewannen das Evangelische Gymnasium als Partner für das Projekt Klimastadtplan.

Im Zuge des diakonischen Lernens, also durch Begegnungen auch außerhalb der Schule, entstand der Projektkurs Physik-Religion, in dem Schüler der 11. Klasse ihre Ideen, sprich Inhalte, zum Klimastadtplan beisteuern. Was die Schüler für diese Arbeit antreibt, beschreibt Religionslehrerin Dr. Astrid Greve so: „In unserer Zeit, in der es um entscheidende ethische Zukunftsfragen geht, sind wir als Evangelisches Gymnasium gefordert, uns fächerübergreifend, das heißt, das Fach Religion, kombiniert mit anderen Fächern, für den Klimaschutz einzusetzen und danach zu fragen, wie wir in Zukunft mit unseren Energiequellen umgehen wollen.“

Gemeinsam mit Projektleiterin Lisa Schlereth, Bachelor-Studentin an der Universität Gießen, und den beiden Kursleiterinnen Dr. Astrid Greve (Religion) und Carina Homrighausen (Physik) sammelt der Projektkurs die Inhalte für den Klimastadtplan. Die Schüler suchen die Themen aus, die dann in diese Datenbank eingegeben werden. Es sind Inhalte, die einen Bezug zu Klimaschutz und Energie aufweisen. Hauptziel ist es, die Themen, die ansonsten eher verstreut im Internet zu finden sind, hier zu bündeln, so dass Besucher der Website sich rasch und umfangreich in ihrer Region über entsprechende Unternehmen informieren können: Wo findet man zum Beispiel Firmen, die Pellet-Heizungen einbauen oder Solaranlagen errichten? Wer verkauft E-Bikes oder Elektroautos? Wie gelangt man zu den passenden Tankstellen für diese Fortbewegungsmittel? Wo gibt es Fair-Trade-Kleidung? Eine räumliche sowie inhaltliche Suche führt den User zum Ziel. Das heißt, es gibt zu jedem Suchergebnis einen Steckbrief, der am jeweiligen Standort positioniert ist und Kurzinformationen über einen Betrieb bereithält.

Themen, speziell von Schülern eingebracht, sind zum Beispiel Konsum, Freizeit und Ernährung. Überdies wird der Klimastadtplan noch eine interaktive Komponente beinhalten: Es sollen darüber etwa Treffpunkte vereinbart oder auch Adressen verschickt werden können. Ein zweiwöchiges Praktikum kurz vor den Sommerferien markiert die intensivste Arbeitsphase. Dann geht es um die Aufbereitung und Präsentation des Projektes Klimastadtplan. Im Herbst werden schließlich alle drei zusammengefassten Webportale, das Klimaportal NRW für eine landesweite Darstellung, das Auskunftsportal SiWi und der Klimastadtplan fürs Stadtgebiet Siegen, veröffentlicht und vorgestellt. Einen ersten Einblick erhält man jetzt schon mal unter www.auskunft-siwi.de. Der Klimastadtplan, zurzeit noch ein Prototyp, soll eine Dauereinrichtung werden. Darüber hinaus hoffen die Verantwortlichen, dass dieses Projekt Schule machen wird, so dass auch andere Kommunen in der Region es aufgreifen, denn es ist ein effektives Mittel, um Klimaschutz ernsthaft zu betreiben. (Von Gabriele E. Vierschilling redaktion-si@siegerlandkurier.de)

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