Perfide Ausbeutung von Senioren: „Enkeltrick“-Anrufe kommen aus der Türkei

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Senioren sollten skeptisch sein, wenn Fremde anrufen – auch wenn es die Polizei ist.

Siegen. Wilfried Bergmann ist sauer. Richtig sauer. „Wenn ich sehe, wie systematisch ältere Menschen ausgebeutet werden, macht mich das so wütend“, beschreibt der Leitende Polizeidirektor seine Gefühlslage.

Die Rede ist vom so genannten Enkeltrick, der in der Region immer wieder mal erfolgreich abgezogen wird – aber nicht in der Statistik auftaucht. Das hat folgenden Grund: Die Anrufe kommen aus der Türkei und fallen so nicht unter die lokale Erfassung. Bergmann erläutert, wie die Täter vorgehen: „Das sind regelrechte Callcenter, aus denen Menschen mit älter klingenden Vornamen in Deutschland angerufen und getäuscht werden“. Hinter der Mache stecke eine echte Regie, die die Senioren „oftmals kirre macht“. Oftmals rufen mehrere Fake-Personen an, die die Opfer systematisch durcheinander bringen. „Zuerst meldet sich die Polizei, dass es Einbrüche in der Nachbarschaft gegeben habe, dann die Versicherung, die die Einbrüche bestätigt. Zuguterletzt ein Bankangestellter, der rät, das Vermögen aus dem Haus zu schaffen.

Obwohl die Fälle nicht erfasst sind, hat die Polizei mal nachgezählt: Es gab 80 Betrugsversuche und ein bis zwei Taten, die erfolgreich waren. „Wir sind aber sicher, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist“, so Bergmann. Er rät jedem Betroffenen, sich sofort bei der Polizei zu melden, sobald ihm irgendetwas verdächtig vorkommt.

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