Spielzeit 2018/2019

109 Auftritte mit Musik aus fünf Jahrhunderten: Philharmonie Südwestfalen stellte Programm für die neue Spielzeit vor

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Stellten das Programm und das Spielzeit-Buch der Philharmonie Südwestfalen vor: v.li. Trägervereins-Vorsitzender Andreas Müller, Intendant Michael Nassauer und Trägervereinsmitglied Holger Menzel.

Siegerland. Nicht nur im Fußball gilt: Nach der Saison ist vor der Saison. Und: Während sich die Musiker der Philharmonie Südwestfalen derzeit auf ihren wohl verdienten Urlaub freuen, stellten die Verantwortlichen in der vergangenen Woche bereits das Programm für die kommende Spielzeit und das dazu gehörende druckfrische Spielzeit-Buch vor.

In der abgelaufenen Saison hat die Philharmonie über 100 Konzerte gespielt und das wird auch 2018/2019 so sein. 109 Auftritte mit Musik aus fünf Jahrhunderten sind geplant. „Das ist bereits äußerste Kante. Mehr geht einfach nicht“, erläuterte der Vorsitzende des Trägervereins, Landrat Andreas Müller.

Die Konzerte finden überwiegend in Südwestfalen statt – doch natürlich gibt es auch wieder zahlreiche Engagements über die deutschen Grenzen hinaus. So werden die heimischen Musiker erneut in der Concertgebouw Amsterdam zu Gast sein. Mit „De Doelen“ kommt ein weiterer renommierter Spielort in den Niederlanden hinzu. „Das ist natürlich wie ein Stück Zucker für die Musiker“, freute sich Intendant Michael Nassauer. Aber auch in Südwestfalen gibt es neue Konzert-Orte wie das Festivalgelände in Elspe, die Stadthallen in Attendorn, Bestwig, Soest und Werl oder auch das Sauerland-Theater in Arnsberg.

Musikalisch ist das Orchester auch in der kommenden Saison breit aufgestellt. Neben den klassischen Sinfoniekonzerten gibt es wieder viele Galas, Chor-Konzerte sowie erneut mehrere Filmmusik-Vorstellungen. Außerdem hat die Philharmonie weiterhin das Ziel, junge Menschen für die Orchestermusik zu begeistern, im Blick. So wird es wieder ein Videospiel-Konzert im Apollo geben.

„Nach dem ersten Konzert in diesem Jahr dachte ich, das hier war ein Fehler“, beschrieb Nassauer seine Gefühle bei der Uraufführung des Konzeptes. Nach der Pause seien jedoch seine Zweifel wie weggeblasen gewesen. Das überwiegend junge Publikum, das bis dato noch nie einen Konzertsaal von innen gesehen hatte, war begeistert und lechzt nun nach einer Zugabe. Dieser Forderung kommt das Orchester gerne nach.

Das junge Publikum steht auch bei den vielen Schulkonzerten, die wieder im Programm stehen, im Fokus. Die Schulkonzerte finden diesmal in den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe, Altenkirchen und im Lahn-Dill-Kreis statt. „Damit erreichen wir knapp 10.000 Kinder“, freute sich Müller.

Ein weiteres herausragendes Projekt ist die „MusikWerkstatt“ – ein Mitmachprojekt für Laien-Musiker und Chöre. Aufgeführt wird die Carmina Burana.

Dass sich die Philharmonie neuen Strömungen und aktuellen Entwicklungen nicht verschließt, zeigt auch das Konzert zwei Tage vor Weihnachten im Dortmunder Konzertsaal. Dort wird der kultige Weihnachtsfilm „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ live bespielt. „Ein Trend, den wir natürlich nicht verschlafen wollen“, so Nassauer, der nicht ausschloss, solch ein Format auch irgendwann in Siegen präsentieren zu können.

Übrigens: Der Philharmonie Südwestfalen steht eine Saison ohne Chefdirigent bevor. Bekanntlich hat Charles-Oliveri Monroe kürzlich in Kreuztal sein Abschiedskonzert dirigiert. Andreas Müller gab einen Einblick in die derzeitige Bewerbungsphase für den neuen Chef der Philharmonie. Insgesamt seien 180 Bewerbungen aus der ganzen Welt eingegangen. Am Ende werden drei Bewerber übrig bleiben, die sich der Findungskommission in drei Sinfonie-Konzerten im Apollo-Theater vorstellen. Die Termine: 2. und 30. November sowie der 7. oder 8. Dezember. Bis Weihnachten wird dann wohl die Entscheidung feststehen und der neue Dirigent bekannt gegeben.

„Unser Wunsch ist natürlich, dass der neue Chef-Dirigent in der Saison 2019/220 starten kann. Wir müssen aber schauen, wie die Verträge bei ihm gestrickt sind und wie wir da zusammen kommen. Damit das alles passt, müssen viele Puzzleteile zusammengesetzt werden“, erläuterte Müller.

Apropos Chef-Dirigent: Am 22. März 2019 wird ein ehemaliger Philharmonie-Chef-Dirigent – Neil Varon – wieder ein Konzert der Philharmonie Südwestfalen dirigieren. „Darauf freuen wir uns alle sehr“, so Michael Nassauer abschließend.

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