Findungskommission muss neue Kandidaten vorschlagen oder Stelle neu ausschreiben

Rektorenwahl an der Uni Siegen blieb ohne Ergebnis

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Die Auszählung der Stimmen des ersten Wahlgangs. Schlussendlich konnte sich keiner der drei Kandidaten durchsetzen.

Siegen. Die Hochschulversammlung konnte in einem langwierigen Wahlverfahren am Donnerstag die Nachfolge von Prof. Dr. Holger Burckhardt, dem aktuellen Rektor der Universität Siegen, nicht klären. Die Findungskommision hat nun vier Wochen Zeit für weitere Maßnahmen.

Sie hat es spannend gemacht, die Hochschulversammlung, bestehend aus Hochschulrat und Senat. Prof. Dr. Thomas Naumann, Leiter der Findungskommission, erinnerte im Vorfeld daran, dass ein ganz bestimmter starker Charakter für den Posten gesucht würde. „Die ganze Persönlichkeit zu bewerten“ sei ein komplexer Prozess unterstützte ihn Dipl.-Wirtsch.-Ing. Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des Hochschulrates. 

Die 28 stimmberechtigten Mitglieder mussten sich nicht nur insgesamt, sondern auch innerhalb von Rat und Senat mehrheitlich einigen. In zwei Wahlgängen gelang dies – trotz intensiver Beratungen – nicht. Der Kandidat aus Paderborn, Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow, konnte zwar die Mehrheit des Hochschulrates einstimmig für sich gewinnen, nicht aber die des Senates. Dieser favorisierte mehrheitlich die interne Kandidatin Prof. Dr. Petra Vogel. 

Dennoch blickte Dipl.-Wirtsch.-Ing. Kirchhoff positiv auf den durchlaufenen „demokratischen Prozess“. Dies sei „kein Beinbruch“, immerhin könne man sich nun weiter engagiert mit der Zukunft der Hochschule beschäftigen. Prof. Dr. Naumann zeigte sich indes ob des Ergebnisses enttäuscht und suchte den Grund dafür zum einen in dem komplizierten Wahlverfahren: „Die Regeln, die uns auferlegt sind, machen es schwer zu einem Ergebnis zu kommen.“ Zum anderen stellte er fest, dass sich Rat und Senat nicht aufeinander zu bewegen würden. Er attestierte den Mitgliedern der beiden Institutionen dringenden Kommunikationsbedarf. Die Hochschule sei ohnehin zerrissen, durch fünf interne Bewerbungen auf den Rektorposten, und müsse wieder zusammenfinden. Die vorgeschlagenen Kandidaten seien „Schwergewichte in ihren jeweiligen wissenschaftlichen Disziplinen“ und diese wurden in der Wahl „kaltlächelnd verbrannt“, sagte Prof. Dr. Naumann mit Blick auf das weitere Verfahren. 

Denn das Regelwerk sieht vor, dass die drei Kandidaten dieses Wahlgangs nicht mehr für den Posten antreten können. Die Findungskommision kann nun aus dem Bewerberpool neue Kandidaten vorschlagen oder eine neue Ausschreibung initiieren. Der Zeitrahmen hierfür beträgt vier Wochen, bis zum 20. Januar 2019.

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