Eröffnung für Mitte 2020 vorgesehen

Richtfest für Schutzbau an der Ausgrabungsstätte "Gerhardsseifen" 

Zum Richtfest des Schutzbaus an der Ausgrabungsstätte Gerhardsseifen waren zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie NRW-Stiftung anwesend. Die Eröffnung ist für Mitte 2020 avisiert.

Niederschelden – Zahlreiche Freunde, Förderer, Vertreter aus Politik, der zuständigen Vereine sowie dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe waren am Donnerstagnachmittag ins „Dreiborntal“ (Teil des Giebelwaldes) gekommen, um gemeinsam nach „Siegerländer Art“ mit Riewekooche und Mettwurst Richtfest vom Projekt der neuen Schutzhütte- und des Präsentationsbaus für die freigelegte eisenzeitliche Verhüttungswerkstatt „Gerhardsseifen“ zu feiern.

Kulturdezernent Arne Fries begrüßte neben Landrat Andreas Müller auch Landrat Dr. Peter Enders aus dem Nachbarkreis Altenkirchen sowieder Mudersbach Ortsbürgermeister Maik Köhler. Ein ganz besonderer Gruß ging an Karl Peter Brendel, Mitglied im Vorstand NRW-Stiftung sowie Mitglieder des Trägervereins „Ein Siegerländer Tal e.V.“ und der Heimatvereine, die hinter dem Verein stehen. „Wir haben uns heute hier zum dritten Mal in diesem Jahr getroffen, nachdem die Archäologen beim ersten Termin Anfang April die Ergebnisse der Ausgrabungen präsentiert haben und dann Ende Mai der Spatenstich für den Baustart der Außenanlage und des Schutzbaus erfolgen konnte“, betonte Arne Fries. 

In der Zwischenzeit sind vier Monate vergangen und das Projekt liegt voll im Zeitplan. Unter Berücksichtigung dieser guten Vorzeichen konnten sich die zahlreich erschienenen Teilnehmer überzeugen, dass sowohl die geländemäßig schwierigen Tiefbau- und Fundamentarbeiten als auch die Errichtung des Schutzbaus gelungen sind. 

„Die Ausgrabungsstätte ,Gerhardseifen’ ist ein außergewöhnlicher Ort, an dem man Geschichte spüren und hautnah erleben kann“, sagte Landrat Andreas Müller. „Dieser Ort macht aber deutlich, dass es in der Geschichte Fixpunkte und Entwicklungen gibt, die über den Tag hinausgehen und die bestand haben – die prägen. Über Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende“ so Müller. 2009 bis 2012 fanden unter der Leitung von Dr. Jennifer Garner (Deutsches Bergbau-Museum Bochum) und Dr. Manuel Zeiler (LWL-Archäologie für Westfalen) Ausgrabungen hier im Dreiborntal statt. 

Im September 2012 wurde die Fundstätte als ortsfestes Bodendenkmal in die Denkmalliste der Stadt Siegen eingetragen. Im Juli 2013 wurde dann das gemeinsame Projekt „Der Weg des Eisens“ gestartet. Karl Peter Brendel dankte allen Beteiligten und sagte, dass die NRW-Stiftung für dieses ehrenamtliche Engagement eine Förderung von 150.000 Euro bezuschusst. 

Die gesamten Baukosten liegen bei insgesamt 370.000 Euro inklusive der fachgerechten, archäologischen Ausgrabungen. „Es zeigt sich auch an diesem Beispiel wieder sehr eindrucksvoll die Bedeutung der ehrenamtlichen Aktivität für unsere Gesellschaft. Nicht zuletzt deshalb hat die Stadt Siegen, wie auch der Kreis Siegen-Wittgenstein eine finanzielle Beteiligung über 60.000 Euro zugesagt“, sagte Arne Fries. Was diesen Ort so beeindruckend macht: Hier wird sichtbar, was das Leben der Menschen in dieser Region über 2.500 Jahre geprägt hat. Hier befinden sich Verhüttungswerkstätten inklusive Öfen aus drei unterschiedlichen Epochen: Eine aus der Eisenzeit (3. Jahrhundert vor Christus), eine aus dem Mittelalter und ein Köhlerplatz aus der Neuzeit (17. Jahrhundert vor Christus).

 Durch den Schutzbau sollen die historisch wertvollen Funde erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mitte kommenden Jahres soll das gesamte Projekt fertiggestellt sein und kann dann besucht werden.

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