„So schmeckt der Frühling“: Jungimker Benjamin Behr ist begeistert von der Arbeit mit Bienen

Benjamin Behr erhofft sich einen bewussteren Umgang mit der unmittelbaren Natur.

Siegen. Honig aus dem Supermarkt braucht Jungimker Benjamin Behr nicht mehr. Aber beim Hobby Imkerei geht es um viel mehr als um Honig und um den Erhalt der Bienen.

Auch seiner Sicht ist das Imkern nach einem Jahr noch faszinierender als er es sich vorstellt hat. Die Imkerei hat ihn schon seit seiner Kindheit fasziniert. Der Großvater war Imker und in der Nachbarschaft gab es auch immer Bienen. „Dann hat es aber doch lange gedauert, bis ich durch ein Bienenprojekt im Kindergarten wieder neu begeistert wurde und nun Kontakt mit dem Imkerverein Siegen aufgenommen habe, Imker besuchte und mich im Verein anmeldete“, erzählt Behr. „Über die Wintermonate habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt, gelesen, die Vereinstreffen besucht und auch einen Kurs für Jungimker begonnen“, blickt er zurück.

Vor fast genau einem Jahr stand dann nicht nur sein erstes Volk im Garten, sondern er musste er auch den ersten Stich in seinem Gesicht ertragen. Rings um seinen Bienenstand finden sich Wiesen und Felder in Hülle und Fülle. Mitte Juni wurde der erste Honig - aus einem Stück Wabe gepresst und anschließend auf dem Brötchen verzehrt. „So süß schmeckt der Frühling im Siegerland! Wenn man die Augen schließt, dann sieht man wieder die bunten Wiesen - die Bienen machen den Frühling schmeckbar“, schildert Behr. Aufgrund der vielfältigen Blütenlandschaft im Siegerland genießt der Imker auch im Winter ein Stück Frühling und Sommer auf dem Brot.

Dass die Bienen gepflegt werden müssen, ist spätestens seit der Diskussion um das Bienensterben bekannt. Ohne den Imker würden die Bienenvölker nicht sehr lange überleben. Bienenkrankheiten, welche im Verlauf der Jahre eingeschleppt wurden, machen es den Bienen nicht leicht. Monokultur und Chemie tragen ihren Teil dazu bei.

Das Wissen aus Büchern und dem Jungimkerkurs sei eine gute Sache, doch in der Praxis stehe man doch oft unsicher am Bienenvolk und sei dankbar und beruhigt, wenn man auf die Erfahrung eines Altimkers zurückgreifen könne, so Behr.

„In unserem Verein tauschen wir uns aus, unterstützen uns und bringen uns ein.“ Die Arbeit an den Bienen ist für ihn ungemein beruhigend. Die Bienen reagieren selbst gestresst, wenn er hastig mit ihnen arbeitet. Nicht selten endet das mit Stichen. Letztendlich möchte Behr für einen bewussteren Umgang mit der unmittelbaren Natur werben, sei es mit Bienen oder anderen Lebewesen.

Bei Interesse an der Imkerei sind über die Webseiten der Vereine die entsprechenden Ansprechpartner zu finden. Infos vermittelt auch der Vorsitzende des Imkervereins Siegen, Martin Neziraj, unter Tel. 0176/76 77 92 06.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare