Peinliche Panne: SEK stürmte statt Rocker-Wohnung die einer 88-jährigen Frau

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Symbolbild

Lüdenscheid - Ein Trupp schwer bewaffneter SEK-Beamter hat sich bei der Razzia im Rocker-Milieu in der vergangenen Woche  in Lüdenscheid in der Hausnummer geirrt.

Bei ihrem Vorgehen gegen organisierte Rockerbanden ist den Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) am Donnerstag in Lüdenscheid ein peinlicher Fehler unterlaufen. 

Sie irrten sich in der Hausnummer und stürmten morgens gegen 6 Uhr die Wohnung einer 88-jährigen Frau. Dr. Gerhard Pauli, Sprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigte den Vorfall und sprach von einem „bedauernswerten Fehler“. 

"Bewundernswert tough"

Es muss eine Szene wie aus einem Krimi gewesen sein. Fahrzeuge mit SEKlern rollen an, Beamte rammen drei Türen auf, gleichzeitig detoniert auf dem Balkon an der Gebäuderückseite eine Blendgranate. Die betagte Bewohnerin schreckt auf und sieht sich mehreren schwer bewaffneten Polizisten gegenüber. 

Angehörige der 88-Jährigen eilen nach Telefonaten hinzu und kümmern sich um sie. Nach den Worten des Oberstaatsanwaltes hat die alte Dame „bewundernswert tough“ und „relativ gefasst“ auf den Vorfall reagiert. Einer der Polizisten habe sich um die Frau „hinreißend gekümmert“. 

Seelsorgerin zur Betreuung gerufen

Direkt nach dem missglückten Zugriff sei durch die Polizei eine Seelsorgerin zur Betreuung der Bewohnerin gerufen worden. Als der Irrtum auffiel, zogen die SEK-Beamten zwei Häuser weiter und nahmen die Zielperson fest, wegen der sie in die Kreisstadt gekommen waren. 

Der Rocker, Mitglied des Hagener Chapters der Freeway Riders, wurde nach einer Vernehmung allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt. 

Grund für Verwechslung noch unklar

Die Höhes des Schadens an den drei Türen der 88-Jährigen ist nicht beziffert, wird aber laut Dr. Pauli „von uns vollumfänglich ersetzt“. Wie es zu dem Versehen der SEK-Beamten kommen konnte, ist offiziell nicht geklärt. 

Die Sache sei „tatsächlich sehr unangenehm“. Der Oberstaatsanwalt: „Wir haben dem SEK die Adresse der Zielperson schriftlich mitgeteilt. Wie man sich da vertun kann, ist mir ein Rätsel.“

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