Zahlreiche Projekte in Planung

Siegen hat zwei neue Fahrradstraßen - Stadt rückt Radfahrer mehr in den Fokus

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Vertreter des Arbeitskreises Radverkehr sowie aus Verwaltung und Kommunalpolitik schauten sich die neue Fahrradstraße am „Siegufer“ an.

Siegen – Zugegeben: Radfahren in der Siegen macht nicht wirklich Spaß. Viele Berge, aber auch zu wenig Radwege sorgen dafür, dass viele Bürger immer noch auf vier Rädern in der Stadt unterwegs sind.

„Das liegt auch daran, dass beispielsweise in den 70er Jahren das Fahrrad in der Stadt überhaupt keine Rolle gespielt hat und nichts dafür getan wurde, das Radfahren attraktiv zu machen“, weiß Bürgermeister Steffen Mues. 

Mit den E-Bikes habe sich aber vieles nun geändert. Immer mehr Menschen steigen aufs Rad um und nutzen das 146 Kilometer lange Radverlehrsnetz in der Stadt Siegen„Wir werden jetzt einiges dafür tun, dass das Auto gerade für Kurzstrecken wirklich mal stehen bleiben kann und das Radfahren in Siegen attraktiver wird“, so Mues. Er warb aber auch für Verständnis, dass es nicht immer so leicht sei, im Nachhinein alles zu verändern. „Es ist sehr schwer neue Radwege zu bauen. Oftmals scheitert es am Platz oder an Grundstücksbesitzern, die nicht einverstanden sind“, erklärte das Stadtoberhaupt. 

Errichtung von Radschutzstreifen waren nur der Anfang

Dennoch möchte die Verwaltung das Thema Radfahren wieder mehr in den Fokus rücken. Bereits im Jahr 2016 wurden einige Radschutzstreifen (Ypersntraße, Giersbergstraße, Am Eichenhang und Hofbachstraße) in der Stadt errichtet, in der vergangenen Woche nun zwei so genannte Fahrradstraßen eingeweiht. Die eine ist die Straße „Siegufer“, die zweite führt von der Straße „Boschgottharshütte über einen Abschnitt der Herrenfeldstraße bis zur Einmündung auf den Hauptradweg hinter dem Kreisklinikum Weidenau. Mit den beiden neuen Fahrradstraßen werden der Radweg unterhalb beziehungsweise entlang der HTS bis zum Siegener Bahnhof und in Richtung Geisweid miteinander verbunden. Die Anregung, diese beiden Straßen als Fahrradstraßen auszuweisen, kam von einer Masterarbeit der Universität Siegen, die sich mit dem Siegener Radverkehrskonzept befasste und dem „Arbeitskreis Radverkehr“ vorgestellt wurde.

Dauerzählstellen werden eingerichtet

Um zu ermitteln, wieviele Radfahrer auf der neuen Fahrradstraße und auf den Hauptrouten im Stadtgebiet unterwegs sind, werden noch in diesem Jahr automatische Fahrrad-Dauerzählsstellen eingebaut. Das System erfasst den Radverkehr durchgehend über Zählschleifen, über die die Nutzung der Radwege analysiert werden kann. Die Zählstellen werden auf dem Hauptradweg kurz vor der Einmündung „Siegufer“, auf dem Radweg „An der Alche“ sowie an der sieg-arena eingerichtet. Auch zukünftig will die Stadt Siegen weitere Projekte auf den Weg bringen, um noch attraktiver für Radfahrer zu werden. So sind Radschutzstreifen an der Eiserfelder Straße, in der Poststraße, in der Wichernstraße bergauf und in der Siegstraße geplant. Eine weitere Maßnahme steht in Geisweid an: Der Radstreifen an der Geisweider Straße wird im Bereich des ZOB aus Richtung Kreuztal bis zum Knotenpunkt Bahnstraße verlängert. Eine Verbesserung ist außerdem unter der HTS geplant. Damit die Radfahrer nicht mehr durch den Park-Suchverkehr behindert werden, wird der Radweg hinter die eingezäunten städtischen Stellplätze verlegt. Und noch was ist in der Pipeline: Der sich anschließende Radweg am „Siegufer“ wird demnächst von zwei auf drei Meter verbreitert. Der neue Radweg an der Sieg hinter dem Eiserfelder Hallenbad wird noch in diesem Jahr ausgeschrieben und nächstes Jahr gebaut. Geplant sind außerdem Fahrradboxen und weitere Fahrradbügel an unterschiedlichen Stellen in der Stadt.

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