Sanierung läuft, Wohnheim-Bau am Campus AR vorerst nicht umsetzbar

Siegener Studierendenwerk zog Bilanz - 2020 wird "ein Jahr des Neustarts"

+
Der Mensa-Interimsbetrieb am Campus AR läuft trotz Einschränkungen des Angebotes, aber vor allem räumlicher Art, rund. Dennoch freut man sich beim Studierendenwerk auf die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten. 

Das Studierendenwerk Siegen hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Jahresüberschuss von rund 1,7 Millionen Euro abgeschlossen – das geht aus dem geschäftsbericht hervor, den Geschäftsführer Detlef Rujanski und Tobias W. Maiwald, Vorsitzender des Verwaltungsrates am Dienstag vorstellen. Neben Zahlen, Daten und Fakten wagten Rujanski und Maiwald auch schon einen kleinen Ausblick auf das, was das Studierendenwerk in naher Zukunft beschäftigen wird.

Der Jahresüberschuss liegt – trotz Umsatzeinbußen aufgrund des Interimsbetriebs der Mensa mit 1,7 Millionen Euro über dem Ergebnis vom Vorjahr (1,4 Mio.). Um den Rückgang – vor allem im Gastronomiebereich (seit 2016 ein Rückgang von 38 Prozent) – aufzufangen, sparte das Studierendenwerk in den Bereichen Instandhaltung der Wohnheime und bei den Personalkosten. „Die Reduzierung der Personalkosten war glücklicherweise ohne betriebsbedingte Kündigungen möglich. Und die Einsparungen im Instandhaltungsbereich konnten wir uns im vergangenen Jahr einmal erlauben, da die Wohnheime durchsaniert und auf dem aktuellen Stand sind“, so Detlef Rujanski. Eigentlich sei das Personal für den Interimsbetrieb aufgestockt worden, jedoch gebe es mehr Mitarbeiter mit Teilzeitstellen. So konnten in beiden Bereichen jeweils 700.000 Euro einsparen. Der Jahresüberschuss wurde wie in den Vorjahren wieder komplett in die Rücklagen eingestellt. Diese betrugen zum Ende des Geschäftsjahres rund 13,9 Millionen Euro und sollen zum Teil wieder in bevorstehende Projekte investiert werden. Für das laufende Jahr rechnet das Studierendenwerk mit einem ähnlichen Verlauf.

Gastronomie

Das kommende Jahr 2020 bezeichnete Rujanski als „das Jahr des Neustarts“. Zum einen soll im Januar soll die Sanierung der Mensa auf dem Campus AR soll im Januar 2020 abgeschlossen sein. Dann stehen wieder alle gastronomischen Einrichtungen (Mensa, Cafeteria und Bistro) zur Verfügung. Die Umsatzsituation am Standort AR werde sich dann voraussichtlich wieder verbessern. Zum anderen ist die die Inbetriebnahme der neuen Mensa inklusive Cafeteria und Bistro am Campus US zum Start des Sommersemesters im April 2020 geplant. Der zusätzliche Personalbedarf liegt dort bei etwa 40 Stellen.

Wohnen

Nicht ganz so rosig sieht es dagegen im Geschäftsbereich Studentisches Wohnen aus. Zwar sind die Umsätze aus der Vermietung von Wohnheimplätzen aufgrund von planmäßigen Sanierungsarbeiten nur geringfügig gesunken – die Wohnraumversorgungsquote lag mit 943 Plätzen und 19.534 Studierenden aber unverändert niedrig bei 4,83 Prozent. Und: Der Wohnheim-Bau am Campus AR wird wohl nicht so bald und auch nicht in der geplanten Form umgesetzt werden können. Der Grund sind laut Rujanski nicht akzeptable Vertragsbedingungen, die der Eigentümer, der Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB), dem Studierendenwerk auferlegte. Strittiger Punkt seien die Baulasten. Zur Erinnerung; Der Plan stand schon einmal auf wackeligen Beinen, denn zunächst hatte es Überschneidungen mit dem „Masterplan 2020“ der Uni gegeben. „Das haben wir bereinigt und waren auf einem guten Weg“, so Rujanski. Man habe sich darauf geeinigt, das Grundstück ihn Richtung Kita, dass den Masterplan durchkreuzt hätte, abzugeben und stattdessen das besagte BLB-Grundstück (Hausmeistergebäude) zu kaufen.

Nachdem bereits Pläne mit der Jugendherberge, dem Parkhotel oder dem ehemaligen Hochhaus des Landesbetriebs Straßen.NRW im Sande verliefen, folgt aktuell auch die Ernüchterung für den Bau auf dem Haardter Berg. 128 neue Apartmentplätze sollten dort eigentlich für die Studierenden entstehen.

„Wir müssen jetzt schauen, wie wir auf unserem Grundstück (Schotterparkplatz) eine Wohnanlage errichten können“, so Rujanski. Das Projekt werde so zwar kleiner, aber deswegen nicht unbedingt preiswerter ausfallen. „Aber neben dem Campus AR müssen wir uns auch in die Stadt begeben“, weiß Rujanski. Darum konzentriert sich das Studierendenwerk weiterhin auch auf die Innenstadt – und hat 2018 eine Immobilie in der Friedrichstraße (Hausnummer 87) gekauft. Dort sollen im Laufe des Jahres 2021 etwa 26 campusnahe und bezahlbare Wohnheimplätze entstehen. Nichtsdestotrotz fehlen in Siegen weiterhin etwa 400 Plätze, bedauert Rujanski. Die Schaffung bezahlbaren und campusnahen Wohnraums habe für das Studierendenwerk weiterhin höchste Priorität. „In Summe sind wir immer noch auf der Suche nach größeren Liegenschaften in der Stadt.“

Kindertagesstätten

70 Kita-Plätze bietet das Studierendenwerk auf dem Haardter Berg. Alle Plätze waren 2018 voll belegt. In der Flexi stehen neun feste und drei Notfallplätze zur Verfügung. Die Kosten für die Flexi wird vom Studierendenwerk bewirtschaftet, die Kosten (120.000 Euro im Jahr 2018) trägt die Uni. Auch mit der Kinderbetreuung möchte das Studierendenwerk in die Stadt gehen und eine Kita in der Nähe des Campus Unteres Schloss anbieten. Deshalb soll in Abstimmung mit dem Jugendamt der Stadt Siegen eine Kindertagesstätte mit 55 Plätzen in der Tiergartenstraße gebaut werden. Die Kita soll im August 2021 in Betrieb genommen werden; die Trägerschaft übernimmt das Studierendenwerk.

Sozialbeitrag

Eine weitere erfreuliche Nachricht bot die Bilanz für die Studierenden: Der Sozialbeitrag liegt seit 2012 bei 90,50 Euro und soll auch für das kommende Wintersemester gleich bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare