„Jedes Mal ein Erlebnis“

Siegenerin Johanna Schmidt spielt Apatschen-Kriegerin in Elspe

Johanna Schmidt in der Rolle einer Apatschen-Kriegerin auf dem Rücken ihres polnischen Showpferdes Wincza.

Siegen/Elspe. Hunderte von Bewerbungen landen jedes Jahr auf dem Schreibtisch von Jochen Bludau, Geschäftsführer des Elspe Festivals und Intendant der Karl-May-Festspiele im Sauerland.

Darunter zahlreiche Profis, die Zuschauer aus dem Fernsehen kennen. Aber nicht nur die Hauptrollen wollen besetzt werden. Es gibt nur einen Häuptling, jedoch eine Menge Indianer.

Für viele ist es ein wahr gewordener Traum, vor 4000 Zuschauern bei jeder Vorstellung neben „Winnetou“ und „Old Shatterhand“ zu reiten. Nur einer einzigen Bewerberin ist es in dieser Saison allerdings gelungen, ein Teil von Deutschlands „wildem Westen“ zu werden: Johanna Schmidt, 20 Jahre alt und aus Siegen.

„Für mich ist es jedes Mal ein Erlebnis, mit einem solchen tollen Team auf der Bühne zu stehen“, so Johanna. 16 Apatschen-Krieger folgen „Winnetou“ in Elspe in den Kampf gegen den Ganoven „Santer“. Eine davon ist die Siegenerin auf ihrem elf Jahre alten Appaloosa-Mischling Wincza.

„Die Reiter stammen aus fünf Nationen“, zählt Marco Kühne auf, Chef-Stuntman der Spiele. Bei ihm hat sich Johanna Schmidt vorgestellt. „Ich sitze jetzt seit 39 Jahren im Sattel, da weiß ich bereits ob jemand richtig reiten kann, wenn er nur das Pferd aus der Box holt“, versichert der 41-Jährige. Und Johanna muss das gut gemacht haben. Die Liebe zu den Pferden brachte die Geographie-Studentin einst nach Elspe. Zuerst aber nur in den Zuschauerraum. Was das Mädchen auf der Bühne sah, muss sie beeindruckt haben.

Drei Jahre lang trainierte die Siegenerin Voltigieren, das Turnen auf dem Rücken von Pferden. Vier Jahre stand Johanna Schmidt mit einem Amateur-Theater auf der Bühne. „Als ich gelesen habe, dass in Elspe Statisten gesucht werden, habe ich mich sofort beworben“, berichtet die Siegenerin. Ihre Erfahrungen kann sie jetzt gut einsetzen.

Die Indianer haben zwar keine sprechende Rolle, sie müssen aber ihre Gefühle mit der Körpersprache ausdrücken: Überraschung, Wut, Zustimmung – die ganze Palette menschlicher Emotionen. Und sie müssen natürlich auch in der Lage sein, in der Gruppe als Apatschen-Horde über die hundert Meter breite Bühne zu galoppieren. Zwar ist „jede Vorstellung anders“, so die 20-jährige Studentin, doch der Schlussapplaus der rund 4000 Zuschauer ist gleich: „dann ist das echt cool“, erzählt Schmidt weiter.

Noch bis zum 10. September ist Johanna Schmidt in der Action-Inszenierung von „Winnetou I“ zu sehen.

Während Johanna Schmidt in diesem Sommer schon oft bis auf die Haut nass geworden ist, sind die Zuschauer wettersicher unter einem gigantischen Zeltdach untergebracht, das freie Sicht auf die Bühne lässt.

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