"Unterrichtsform ermöglicht ein angstfreies Lernen"

Sonderpreis bei Bundeswettbewerb für Lerntheken-Projekt der Gesamtschule Eiserfeld

Tobias Dorweiler (Mitte) und Jan-Martin Klinge (re.) nahmen den Preis heute in Berlin entgegen.

Eiserfeld/Berlin. Im Rahmen der Preisverleihung zum bundesweiten Wettbewerb „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ 2017“ wurde heute (15. Januar)  in Berlin auch ein Team aus Siegen ausgezeichnet.

In der Wettbewerbskategorie „Unterricht innovativ“ vergab die Jury den Sonderpreis an Tobias Dorweiler, Riza Kara und Philipp Kinkel mit Projektleiter Jan-Martin Klinge von der Gesamtschule Eiserfeld für ihr Projekt „Lerntheken in Mathematik“. Sie erhielten einen Scheck über 1000 Euro. 

Bei dieser Unterrichtsmethode werden einzelne Aufgaben nach einem festgelegten Design-Schema auf laminierten Karteikarten an einer Stelle in der Klasse gesammelt. In freier Arbeit können die Schüler sich die Karten eigenständig heraussuchen und bearbeiten. 

Grün steht dabei für einfache Grundrechnungen, gelbe Karten weisen auf einen mittleren Schwierigkeitsgrad hin und rote Karten, die jedoch auf freiwilliger Basis zu bearbeiten sind, auf besonders anspruchsvolle Aufgaben. Lilafarbene Lernkarten, auf denen die Rechenregel noch einmal genauer erklärt wird, dienen als Hilfestellung. Die Lösungen der Aufgaben stehen in den allermeisten Fällen auf der Rückseite der Karten, wodurch die Lernenden direktes Feedback erhalten, ob sie die Station erfolgreich gelöst haben. Außerdem erhalten sie die Möglichkeit, die einzelnen Stationen in ihrem eigenen Tempo zu bearbeiten. 

An den Stationen finden sich immer wieder realweltliche Probleme, die die Lernenden selbst ganz neu durchdenken müssen. Besonders zukunftsorientiert ist die Bereitstellung der Lerntheken als freies „Open-Educational-Resources“-Material. Das hohe Maß an Selbstorganisation des individuellen Lernfortschrittes innerhalb der komplett vorbereiteten Lernumgebung ermöglicht der Lehrkraft Freiräume, sodass sich intensiv mit einzelnen Schülern auseinandergesetzt werden kann, ohne dass andere Lernende warten oder einen Nachteil haben. 

Bemerkenswert sei, so die Jury, dass die Schüleraktivität bei nahezu 100 Prozent liege. Die Jury überzeugte vor allem, dass sich das Konzept der Lernkarten an der Erfahrungswelt der Schüler orientiert und den Lernenden einen stets verfügbaren Wissensspeicher ermögliche. „Da die Schülerinnen und Schüler selbst das Lerntempo in einem vorgegebenen Rahmen gestalten können, verspricht diese Unterrichtsform ein weitestgehend angstfreies Lernen“, hieß es bei der gestrigen Preisverleihung in Berlin. Über 4800 Schüler und Lehrkräfte beteiligten sich 2017 zum zehnten Jubiläum am Wettbewerb, der von der Vodafone Stiftung Deutschland und dem Deutschen Philologenverband durchgeführt wird. Die Initiatoren des Wettbewerbs „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ wollen mit der Auszeichnung die positiven Leistungen von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern würdigen und in den Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung rücken

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare