„Impuls für die Gründerszene“

Sparkasse und Siegerlandfonds eröffnen „Gründerwerk“ in der Oberstadt

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Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart betonte in der Diskussionsrunde, dass die Quantität der Neugründungen zwar abgenommen habe, aber dies nichts über deren Qualität aussage. 

Siegen. Den Schritt zur Unternehmensgründung ist nicht leicht. Ist meine Idee gut? Wollen meine Kunden das Produkt überhaupt? Wie erstelle ich einen Businessplan? Wie finanziere ich das alles? – Hilfe bei diesen und weiteren Fragen geben die Mitarbeiter des „Gründerwerks“ in der Oberstadt an. In den neuen Räumlichkeiten in der Kölner Straße 28 sind ab jetzt die Gründungsberatung der Sparkasse Siegen und auch die Siegerlandfonds-Gruppe angesiedelt. Dort wird Existenzgründern beim Start in ihre unternehmerische Zukunft geholfen. Zur Eröffnung gratulierte Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

In der Kölner Straße 28 in Siegen ist schon aus manchem Traum eine konkrete Geschäftsidee geworden. Nach dem zweiten Weltkrieg, als ein Großteil der Siegener Oberstadt in Schutt und Asche lag, entstand dort aus den Trümmern das Café Wilhelm, das dort bis in die 50er Jahre beheimatet war. Aus dieser Zeit stammt die Blümchentapete, die kürzlich bei der Renovierung zum Vorschein kam und als Ausschnitt im Pop-Up-Store des Gründerwerks gerahmt wurde, erklärte Stefanie Schierling im Pressegespräch vor der Eröffnung.

Schon lange vor Kaffee und Kuchen war dort zudem das Bekleidungshaus Bender beheimatet. Zuletzt waren die großen Fensterflächen mit Brettern vernagelt, die Räume standen längere Zeit leer. Zeitgleich war die Sparkasse auf der Suche nach einem Ort, wo sie ihr Angebot für Gründer und junge Unternehmen konzentrieren könnte.

„Dieser Ort sollte zentral liegen, mitten im Herzen der Stadt – und im besten Fall kreativ machen, indem er auch selbst eine Geschichte zu erzählen hat“, erklärte Vorstandsmitglied Burkhard Braach. „Wir freuen uns sehr, diesen Ort nun in unmittelbarer Nähe des neuen zentralen Campus der Universität Siegen gefunden zu haben.“

"Optimales Umfeld schaffen"

Dazu Minister Pinkwart: „Das Gründerwerk Siegen setzt einen wichtigen Impuls für die Gründerszene in Südwestfalen. Wenn wir mehr Gründungen und einen neuen Gründergeist fördern wollen, dann müssen wir ein optimales Umfeld schaffen, um Produktideen hier am Standort umzusetzen. Dafür braucht es ein Gründerökosystem mit einer passgenauen Beratung und Unterstützung der Gründerinnen und Gründer vor Ort.“ Pinkwart betonte dabei die Vorzüge des Open-Innovation-Konzepts. Bevor ein Produkt auf den Markt gebracht wurde, sei früher bis zur Perfektion daran gearbeitet worden. Heute fehle die Zeit dazu, daher sei es gut, dass die Interaktion mit den Kunden schneller gehe. so Pinkwart. Nur so sei es möglich, dass ein Gründer ein zeitnahes Feedback bekommt, ob sein Produkt ankomme und sich die Weiterentwicklung der Idee überhaupt lohne.

Hier kommt jetzt das „Gründerwerk“ ins Spiel. Dort finden Gründungsinteressierte und junge Unternehmen passende Ansprechpartner für ihre Anliegen. „Wir nehmen Gründer von Anfang an ernst – nicht erst, wenn der Businessplan fertig ist“, sagte Braach. „Wir geben ihnen Raum, um Konzepte weiter zu entwickeln und ihre Potenziale zu erkennen. Dafür schaffen wir finanzielle Freiräume, um die Umsetzung der Geschäftsidee zu ermöglichen. Wir geben im Gründerwerk aber außerdem Gelegenheit für Begegnungen, Austausch, Information und so viel Unterstützung, wie von uns gewünscht wird.“

"Man muss flexibel sein"

Um den direkten Kontakt mit Kunden zu ermöglichen wird Gründern in der Konzeption des „Gründerwerks“ im wahrsten Sinne des Wortes Raum für ihre Ideen schaffen.

Im angrenzenden Pop-Up Store können künftige Firmeninhaber ihr Produkt, ihr Konzept oder ihre Dienstleistung unmittelbar am Markt testen. Mit großer Schaufensterfront direkt zur Fußgängerzone Kölner Straße kann die Geschäftsidee der Öffentlichkeit präsentiert, zum Ausprobieren angeboten und bestenfalls natürlich auch direkt verkauft werden. Der Pop-Up Store steht Gründern für einen festgelegten Zeitraum zur Verfügung und kann nach eigenen Wünschen gestaltet werden; die vorhandenen Modulmöbel sind flexibel einsetzbar. Interessierte können sich direkt mit dem Team des „Gründerwerks“ in Verbindung setzen.

Zum Abschluss der Eröffnung wurde unter anderem in einer Expertenrunde über die Herausforderungen bei Gründungen diskutiert. „Man muss flexibel sein und der sich nicht zu sehr an der eigenen Idee festhalten“, so der Rat von Susanne Kolb, Geschäftsführerin des Siegerlandfonds, an potentielle Gründer. Schließlich könne eine Idee zwar gut sein, aber trotzdem nicht den Nerv der Kundschaft treffen. Um ein Scheitern der Geschäftsidee zu vermeiden, müssen Gründer daher ihre Ideen auch immer anpassen können, so Kolbe während der Diskussion.

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