Buntes Programm an 16 Stationen

Spielen mit der Kunst: Siegener Kunststag lädt für Sonntag in die Innenstadt ein

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Beim 8. Siegener Kunsttag dominiert das ausgelassene „kunstspiel“.

Siegen. Als ein fester Bestandteil des „KunstSommers“ steht der Siegener Kunsttag am morgigen Sonntag, 21. Mai, immer unter einem Motto, das diesmal „kunstspiel“ heißt und auf 16 Stationen alle Besucher zum Spielen mit der Kunst einlädt.

Vom Siegerlandmuseum im Oberen Schloss bis zur Art Galerie in der Poststraße erstrecken sich die Wege. Alles liegt räumlich nah beieinander und kann bequem zu Fuß erreicht werden.

Experimentelles, zweckfreies Handeln ist angesagt, genauso wie spielerisch Wissenswertes und Unentdecktes rund um Siegen aufzutun. Im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss kann man bei „Ich sehe was, was du nicht siehst“ unter anderem um 14 Uhr einen Gang vorbei an den Bildern der Prinzen, Grafen und Fürsten machen und dabei anhand von deren Mode und Orden Hintergründe und versteckte Hinweise, etwa auf die Religionszugehörigkeit dieser Herrschaften, erfahren.

Die Jugendkunstschule Siegen-Wittgenstein lädt ein in den Schlosspark zu „ALIMI SOZAPHA“. Auf diesem Skulpturenweg warten zirka 30 fantasievoll gestaltete textile Kreationen wie zum Beispiel ein Drache, eine Meerjungfrau und ein flüsternder Baum mit einem Geheimnis auf die Besucher. Mit eigens für den Kunsttag hergestelltem Puzzle und Memory bietet der Kunstverein Siegen e.V. mit „Kunstspiel ‚ohne Gewähr‘“ im KrönchenCenter einen Zeitvertreib. Zu „Gitarre pur“ in der Galerie Haus Seel laden Werner Hucks, Dominik Jung und Mario Mammone von der Fritz-Busch-Musikschule ein.

Von der ASK e.V. ruft Stephanie Süßenbach mit ihrer „Live Performance“ in der Kölner Straße den Menschen „Moment mal …“ zu. Auf vier großformatigen Leinwänden hält sie Alltagssituationen fest und das von 12 bis 13 und von 15 bis 16 Uhr. In diesen Momentaufnahmen in einer belebten Fußgängerzone erkennt sich wohl jeder auch selbst wieder. „Frei:Raum“ e.V. möchte Kinder zwischen fünf bis zehn Jahren dazu anregen, beim „Künstlerischen Spielen“ selbst herauszufinden, ob Spielen Kunst ist, wie Jean Tinguely behauptet. In der Jugendkunstschule Siegen-Wittgenstein fällt mit „Achtung, fertig, los!“ der Startschuss für den Bau einer gigantischen Murmelbahn. Alle, die daran mitwirken wollen, kommen zum Jugendkunstschulraum direkt neben dem Museum für Gegenwartskunst. Und im Museum selbst gibt es unter „Glückliches Spiel“ neben der derzeit laufenden Ausstellung von Sebastian Diaz Morales noch zwei interaktive Installationen, von denen eine ein Lichtspiel im Foyer des Museums ist.

Der Verein „SI.gestalten“ hat ein Spielheft herausgebracht: „SI.entdecken – Kunstjagd durch die Oberstadt“ heißt das Motto. Hierbei wird auf den Wegen zu den einzelnen Kunsttag-Stationen auf vielleicht bislang verborgene Kunstwerke in der Krönchenstadt aufmerksam gemacht. In der ehemaligen Walzengießerei Roland, Lohgraben 40, konstatiert die bildende Künstlerin Andrea Freiberg „auweia zepsuty“. Das ist Polnisch und heißt kaputt. Auf dem ausgedienten Fabrikgelände untersucht sie Spuren und Grenzen des Verfalls auf deren ästhetischen Gehalt hin und will unter Mithilfe der Besucher zeigen, dass aus Zerstörtem etwas Neues entstehen kann.

Im Atelier Thomas Kellner in der Friedrichstraße geht es um „Alternative Realities + Art Memory“. Das erste ist eine Ausstellung, das zweite ein Memory-Spiel, bestehend aus 150 Karten, zu denen nicht nur das passende Gegenstück, sondern auch der entsprechende Künstler gefunden werden muss. Die „gruppe 3/55 + Gäste“ knüpft im Gegensatz zum aktuellen Abgesang auf das Analoge gerade darauf zurück. „Leuchtend.Gelb.“ soll das analoge Netz, das Beziehungsgeflecht aus Materialien und Mitspielern, vor Ort im Herrengarten 2, werden. „rosa & lü“ präsentieren im Projektraum „Monopol:i“ unter „tags“ ihre Eindrücke von Graffiti, dieser illegalen und meist verschmähten Kunst. Mirjam Elburn/Badstraße sind ebenfalls dort zu Gast. „JungeKunst FreundeSiegen + Wolkenkuckkucksheim“ präsentieren „Kunst im Club“ und bieten im Anschluss daran eine Afterparty, die bis Mitternacht geht. In der Art Galerie zeigt man „Christof Knapp: Form vor Wand“.

Die meisten Veranstaltungen beginnen um 11 beziehungsweise 12 Uhr, außer „Gitarre Pur“, deren Start für 16 Uhr angesetzt ist, ebenso wie auch das Programm der „JungeKunst FreundeSiegen“.

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