Landesweiter Warntag: Am heutigen Donnerstag haben um 10 Uhr die Sirenen geheult

Stadt Siegen reaktiviert Sirenen und wird sie zukünftig in kleinen Orten bei Bränden als "Weckruf" einsetzen

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Siegen. Am heutigen Donnerstag haben im Kreisgebiet erstmals seit langer Zeit wieder die Sirenen geheult. Der Grund: Landesweit wurden um Punkt 10 Uhr die Warnmittel getestet, um bei echten Gefahrenlagen gewappnet zu sein.

Mit der Warn-App „NINA“ (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) wurde außerdem landesweit eine Probewarnmeldung versendet. Ziel ist es, die Bevölkerung für das Themenfeld „Warnung“ zu sensibilisieren und ihnen Informationen und Tipps zu geben, damit sie im Ernstfall richtig reagieren und sich selbst helfen können. „Gerade die junge Generation hat noch nie einen Sirene gehört“, sagt der Leiter der Siegener Feuerwehr, Matthias Ebertz. Es sei vor allem wichtig für die Menschen, zu erläutern, was die einzelnen Tonfolgen zu bedeuten haben. Vielen Menschen sei nicht klar, welche Warnmittel es gibt, was die Warnsignale bedeuten und wie sie sich verhalten sollen. Der landesweite Warntag soll künftig jährlich an jedem ersten Donnerstag im September stattfinden. 

Doch warum eigentlich heulen die Sirenen eigentlich wieder? Unterschiedliche Ereignisse der letzten Jahre wie Unwetter, Großbrände oder Bombenentschärfungen hätten gezeigt, dass sich die Menschen oftmals nicht ausreichend gewarnt und informiert gefühlt haben. Aktuellstes Beispiel: Der Großbrand auf der Schemscheid. Und man sollte nie vergessen: „Es gibt durchaus Gefahren, wo es um Leben und Tod geht. Auch wenn diese Gefahren uns recht abstrakt vorkommen, können sie doch sehr schnell real werden“, erläuterte Siegens Bürgermeister Steffen Mues. 

Mitte der 90er Jahre wurden in Siegen und in vielen anderen Kommunen die Sirenenanlagen außer Betrieb genommen. „Dass aber beispielsweise Extrem-Wetterlagen durch den Klimawandel eine echte Gefahr darstellen stellen, konnten die Verantwortlichen damals nicht wissen“, so die Antwort von Mues auf die Frage, warum man die Sirenen denn erst abschafft und nun wieder neu installiert. Gewarnt wird zukünftig bei Großbränden, Schadstoffaustritten, Extremwetterlagen oder Bombenentschärfungen. 

Wenn über Sirenen über einen Gefahrenlage informiert wird, sollten die Bürger das Radio einschalten (Radio Siegen oder WDR 2) und sich über die genaue Gefahr informieren. Außerdem wird in der Stadt Siegen ein Infotelefon geschaltet, das über die Rufnummer 0271/404-4444 ausschließlich im Warnfall erreichbar ist. Natürlich wird auch über die App „NINA“ über die Lage informiert. Damit alle Bürger über den Sireneneinsatz informiert werden, hat die Stadt Siegen nun einen Flyer herausgegeben, der in vielen Geschäften und öffentlichen Gebäuden ausliegt. Er verweist auf eine Vielzahl von Informationsmöglichkeiten zur Thematik. „Besonders wichtig ist, dass es im Internet Hörbeispiele der unterschiedlichen Warntöne gibt“, so Mues. 

Hier geht es zu den unterschiedlichen Wartönen und deren Bedeutung

Ein besonderer Ton – oder besser drei Töne – werden ab dem kommenden Jahr besonders für die ländlich geprägten Stadtteile von Siegen eine besondere Bedeutung bekommen: die Alarmierung für die Feuerwehr, die eigentlich keine ist, jedoch ab 2019 wieder zu hören ist. Was hat es damit auf sich? Matthias Ebertz und Steffen Mues sprechen von einem „eigenen Siegener Weg“, den sie gehen möchten. Natürlich werden die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr auch weiterhin über ihre Melder alarmiert - dessen bedarf es keiner Sirenen. Der Sinn besteht viel mehr darin, die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, dass in ihrem Ort gerade die Feuerwehr benötigt wird. Die Sirene soll also signalisieren, dass die Feuerwehr-Mitglieder mit ihrem Privatfahrzeug auf dem weg zum Gerätehaus unterwegs sind – und dies nicht im Schritttempo. Zweitens sollen die Sirenen bewirken, dass die Bürger im wahrsten Sinne des Wortes einen Weckruf bekommen, aus dem Fenster schauen oder vor die Tür treten, um zu schauen, wo es brennt. „Möglicherweise kann so Hilfe beim Nachbarn geleistet werden oder man kann sich selbst in Sicherheit bringen“, so Matthias Ebertz. Die Steuerung der Sirenen kann partiell nach Ortsteilen ausgewählt werden, so dass also nur die Sirenen in dem Ort heulen, wo es brennt.

Bei Bränden ertönen zukünftig (frühestens ab Ende des Jahres) in folgenden Ortschaften die Sirenen: Meiswinkel, Langenholdinghausen, Birlenbach, Setzen, Bürbach, Volnsberg, Feuersbach, Breitenbach, Eisern, Niederschelden, Oberschelden, Gosenbach, Trupbach, Seelbach, Dillnhütten und Sohlbach-Buchen.

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