Sparkasse Siegen setzt auf Stabilität, Sicherheit und Vertrauen

Auf der Suche nach dem Zins

Kapitäne in unruhigen Gewässern: Sparkassen-Vorstand Wilfried Groos, Harald Peter und Günter Zimmermann (v.li.).

Die Zeiten sind unsicher. Wer heutzutage Geld auf die hohe Kante legt, kann sich keineswegs sicher sein, dass es in einigen Jahren auch noch dort liegt.

Kein leichtes Geschäft für ein Institut wie die Sparkasse Siegen, der Werte wie Sicherheit, Stabilität und Vertrauen aktuell wichtiger denn je sind.

Die Zahlen, die Vorstandsvorsitzender Wilfried Groos am Freitagabend der Öffentlichkeit präsentierte, können sich – wie gewohnt – sehen lassen: Das Geschäftsvolumen stieg 2014 um weitere 218 Millionen Euro auf 5,76 Milliarden Euro. Trotz sinkender Bevölkerungszahl stieg die Zahl der Kundenkonten auf knapp 102.000 (+1000). Darlehenszusagen von 423 Millionen Euro (+ 10 Mio.) stehen für das abgelaufene Jahr in den Büchern, der Großteil davon für die eigenen vier Wände. Trotz Mini-Zinsen auf breiter Front wird aber auch bei der Sparkasse Siegen fleißig angelegt: Laut Vorstandsmitglied Günter Zimmermann setzen viele Kunden in kurzfristige Anlagen – von den klassischen Produkten über große und kleine Goldbarren, Münzen und sogar dem Geld unter dem Kopfkissen ist alles dabei. Allerdings sei die Investition in Wertpapieranlagen viel lohnender. 850 Millionen Euro waren Ende des Jahres in Wertpapierdepots angelegt. Insgesamt kam so ein Umsatz von knapp 1 Milliarde Euro zusammen.

Apropos Anlage: Das eigene Haus oder die eigene Wohnung zählt für viele Siegerländer noch immer zu den Top-Investitionen. Die Bestände der privaten Baufinanzierung konnten bei einem Neugeschäft in Höhe von rund 104 Millionen Euro auf jetzt 860 Millionen Euro gesteigert werden. „Bauen oder kaufen, einziehen, drin bleiben“, zitiert Zimmermann das Motto zahlreicher Kunden. Insgesamt stellte die Sparkasse Siegen Baukredite und öffentliche Mittel in Höhe von 176 Millionen Euro bereit.

Bei aller Stabilität – auch das Geschäft bei der Sparkasse Siegen wandelt sich: „Schon heute führen viele Wege zur Sparkasse“, so Wilfried Groos, „und wir arbeiten daran, dass demnächst alle Wege zu uns führen.“ Jeden Monat melden sich die Kunden 690.000 Mal im Onlinebanking-Portal an. Mehr als die Hälfte führen ihr Konto inzwischen online, während die Anzahl der Kunden, die in den Sparkassenfilialen vor Ort Beratung in Anspruch nehmen, weiter zurückgeht. Erst vor kurzem hat die Sparkasse auf ihrer Homepage einen Service-Chat eingeführt. Wer möchte, kann sich von 8.30 bis 16.30 Uhr von einem Mitarbeiter online beraten lassen. In der Testphase befindet sich zudem eine Online-Beratung per Video-Chat, die den Kontakt sogar am Abend oder am Wochenende ermöglicht.

Bei allen Unwägbarkeiten, die die weltweite (finanz-)politische Situation betreffen, will sich die Sparkasse Siegen auch 2015 um Solidität, Sicherheit und Kontinuität bemühen. Mit der Stadtsparkasse Freudenberg wird für Mai dieses Jahres Zuwachs in der Sparkassen-Familie erwartet. Betriebsbedingte Kündigungen soll es ausdrücklich nicht geben. Und sämtliche Geschäftsstellen sollen bleiben; zumindest in den nächsten zehn Jahren. Denn die Zeiten sind unsicher. (Von Christian Janusch, c.janusch@siegerlandkurier.de)

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