Talbrücken Rinsdorf und Rälsbach: Neubau ab der 2. Jahreshälfte 2017 - Alte Bauwerke werden gesprengt

Die Talbrücken Rinsdorf (hier im Bild) und Rälsbach werden ab dem kommenden Jahr neu gebaut. Dafür werden die vorhandenen Brückenkörper gesprengt. Foto: Ann Kathrin Müsse

Rinsdorf. Im Zuge des Ausbaus der A45 werden die beiden Talbrücken Rälsbach und Rinsdorf nicht konventionell abgerissen, sondern gesprengt und neu gebaut. Das gaben Vertreter des Landesbetriebs Straßenbau NRW am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs bekannt.

Bereits 2013 hatte der Landesbetrieb im nördlichen Bereich der A45 mit dem Neubau der Lennetalbrücke bei Hagen begonnen. Mit dem bevorstehenden Neubau der Talbrücken Rälsbach und Rinsdorf beginnt nun auch im Siegerland, also im südlichen Bereich, der sechsstreifige Ausbau der stark frequentierten Autobahn. Derzeit laufen für das bauliche Großprojekt die letzten Vorbereitungen: Eine Baustraße bei Wilnsdorf wird erschlossen. Diese Arbeiten sollen bis zum nächsten Frühjahr andauern. In der zweiten Jahreshälfte 2017 kann dann mit den eigentlichen Arbeiten an den neuen Brücken, für die es eine europaweite Ausschreibung geben soll, begonnen werden. „In spätestens fünf Jahren sollten die neuen Brücken stehen“, erklärte Karl-Hermann Metz, Projektgruppenleiter für die A45 bei Straßen.NRW. Kosten von 116 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.

Während der Bauzeit müssen die Autofahrer mit Behinderungen rechnen, auf andere Strecken fernab der Autobahn ausweichen müssen sie aber nicht. Denn Abriss und Neubau beider Brücken sollen im laufenden Betrieb erfolgen. In der ersten Bauphase wird der gesamte Verkehr auf der Talbrücke Rälsbach zunächst auf die Fahrbahn in Richtung Frankfurt umgelegt. Dann wird die Brückenhälfte, auf der bisher der Verkehr in Richtung Dortmund floss, gesprengt und neugebaut. Nach Verlegung des Verkehrs auf die neue Spur Richtung Dortmund, wird die verbliebene Hälfte der Rälsbach-Brücke Richtung Frankfurt gesprengt und neu aufgebaut.

Dieses Prodezere ist bei der Talbrücke Rinsdorf nicht möglich, da sie nur aus einem Bauteil besteht. Neben ihr wird deshalb zuerst ein neues Teilbauwerk für die Fahrtrichtung Dortmund entstehen. Anschließend wird der alte Brückenkörper komplett gesprengt und an seiner Stelle ein neues Teilbauwerk mit einer Fahrbahn in Richtung Frankfurt errichtet. Das Teilbauwerk Richtung Dortmund wird anschließend mitsamt der Pfeiler neben das Teilbauwerk Richtung Frankfurt verschoben. „Das wird auf diese Weise zum ersten Mal in Deutschland praktiziert“, betonte Projektgruppenleiter Metz. Die Gründe für diese Praxis: Das Sprengen ist nicht nur kostengünstiger, sondern geht auch schneller. „Ein konventioneller Abbruch, der über ein Jahr gedauert hätte, hätte eine Beeinträchtigung bedeutet, die wir den Rinsdorfern nicht zumuten wollten“, so Metz, der sich besonders darüber freute, dass 76 Grundstückseigentümer ihre Flächen für das gesamte Bauvorhaben zur Verfügung gestellt haben. Die Sprengung der Brücke Rälsbach soll in 2018 stattfinden, die der Brücke Rinsdorf in 2019.

Walter Viegener, Vertreter der Unternehmerinitiative A45, begrüßte den baldigen Baubeginn. Schließlich sei die Anbindung über eine voll funktionsfähige A45 für die heimische Wirtschaft von existenzieller Bedeutung: „Die A45 ist für uns das Tor zur Welt. Ohne sie verlieren wir unsere Wettbewerbsfähigkeit.“ Auch Hermann-Josef Dröge, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen, war glücklich. Er betonte aber auch die Wichtigkeit einer breiten Bürgerbeteiligung, denn „die A45 ist die Autobahn der Bürger“. Mit gezielten Einladungen, zum Beispiel zu Infoveranstaltungen oder den Sprengungen, wolle man verdeutlichen, dass der Ausbau eine Win-Win-Situation für alle darstelle.

Für die Anwohner erfüllt sich im Zuge der Bauarbeiten ein lang gehegter Wunsch. Denn noch bevor der sechsstreifige Ausbau der A45 beginnt, entstehen auf einer Länge von 1,6 Kilometern Lärmschutzwände. Die Kosten dafür belaufen sich auf 5,3 Millionen Euro. Und auch an der Entwässerung der Autobahn wird gearbeitet: Eine neue Regenwasserbehandlungsanlage für 3,5 Millionen Euro wird entstehen.

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