Gerüstet für Tourismus der Zukunft

Touristikverband Siegerland-Wittgenstein und Sauerland-Tourismus stellen „Strategie 2019+“ vor

Die Tourismusstrategie 2019+ wurde jetzt bei der Mitgliederversammlung des Sauerland-Tourismus vorgestellt.

Siegerland - Wo stehen Siegen-Wittgenstein und das Sauerland im touristischen Vergleich mit anderen Mittelgebirgen? Welche Stärken hat unsere Region? Auf welche Entwicklungen muss man sich kurz- und mittelfristig einstellen? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert die „Strategie 2019+“, die auf der Mitgliederversammlung des Sauerland-Tourismus vorgestellt wurde und beim Sparkassen-Tourismustreff des Touristikverbandes Siegerland-Wittgenstein e.V. (TVSW) am 18. November Thema sein wird.

Erarbeitet wurde das gemeinsame Papier mit fachlicher Unterstützung des renommierten Beratungsinstituts dwif-Consulting GmbH aus Berlin, das ebenfalls für die im Sommer vorgestellte Landestourismusstrategie NRW verantwortlich ist.

Neben der Analyse des Ist-Zustands in wichtigen Kernthemen wie Radfahren, Wandern aber auch Gesundheit, Tages- und Wintertourismus zeigt die Strategie auch Handlungsempfehlungen in Bereichen wie Produktentwicklung oder Marketing auf. Diese werden nun die Touristiker als Leitlinien bei der gemeinsamen Positionierung begleiten und eine wettbewerbsfähige Profilierung beider Regionen gezielt unterstützen.

Für Landrat Andreas Müller, Vorsitzender des TVSW, ist die zentrale Frage: „Wie können Mittelgebirgslandschaften wie Siegen-Wittgenstein die Marktchancen von heute nutzen und die dabei immer komplexeren Herausforderungen bewältigen?“ Große Chancen bietet hier, wie in vielen anderen Bereichen, die Digitalisierung, ist Müller überzeugt. Deshalb wird der TVSW zunächst die Umsetzung der Maßnahme „Gastgeber im Fokus“ angehen: „Wir wollen unsere Gastgeber dazu animieren, ihre Angebote dauerhaft online verfügbar und buchbar zu machen. Denn gerade bei kleineren Beherbergungsbetrieben ist das noch nicht selbstverständlich“, so Müller.

Kerngedanke der gemeinsamen Bemühungen von TVSW und Sauerland-Tourismus: Beide Destinationen individuell weiterentwickeln und gemeinsam als touristische Lebensräume an Schlagkraft gewinnen. „Die Strategie empfiehlt uns einen Handlungsrahmen für die Arbeit beider Tourismusorganisationen“, betont Thomas Weber, Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus, die Wichtigkeit des angestoßenen Prozesses. „Unser Ziel ist es, künftig noch stärker Themen für den Gast mit emotionalen Botschaften aufzuladen.“ Nur so könne man als Region langfristig individuelle Anziehungskraft für Urlauber entwickeln.

Hier meinen die Gutachter, dass die beiden Regionen künftig selbstbewusst auftreten können, da sie das Zeug dazu hätten. Die bisherige, zu enge Fixierung auf die bekannten Stamm-Märkte in Nordrhein-Westfalen sei überholungsbedürftig, denn die in den letzten Jahren geschaffenen öffentlichen und privaten Investitionen erlauben mehr Mut, deutschlandweit Position zu beziehen. Die größten Entwicklungsperspektiven liegen in der empfohlenen Erschließung potentieller Quellmärkte außerhalb von Rhein und Ruhr und im Ausland.

„Unsere beiden Tourismusregionen weisen inzwischen eine große Angebotsvielfalt für Aufenthalte mit bleibenden Erinnerungen auf“, bekräftigt auch Monika Dombrowsky, Geschäftsführerin des Touristikverbands Siegerland-Wittgenstein. „Nun gilt es, die bereits vorhandenen Synergie-Effekte zu nutzen und durch gezielte Maßnahmen weiter auszubauen.“ Dazu gehöre zum Beispiel ein Paket, um gemeinsam gemanagte Infrastruktur und gut abgesprochene Kommunikation anzugehen.

Die Bekanntheit müsse mehr in Richtung Relevanz und Begehrlichkeit gesteigert werden. Man wolle deshalb versuchen, auf allen Ebenen noch mehr eigenen Stil und regionales Selbstbewusstsein einzusetzen. Das, was Sauerland und Siegen-Wittgenstein als Destinationen auszeichne, werde dazu noch stärker aufgeladen werden: mit Produkten aus der Region, behaglich-zeitgemäßen Räumen aber auch einer guten Baugestaltung, Festen und der, für die Region typischen, authentischen Lebensart.

Die Hauptaussage werde sein, noch mehr als bisher mit der vorhandenen Natur und dem in den Städten oft vermissten Gefühl des „Draußenseins“ anzutreten. Denn schon jetzt sei man deutschlandweit als starke Outdoorregion im Rad- und Wanderbereich bekannt. „Aber das geht nicht allein, denn dazu brauchen wir auf beiden Seiten die Unterstützung unserer vielen engagierten Kollegen in den Orten, der attraktiven Ausflugsziele und natürlich der Gastgeber“, so Weber.

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