Wer hatte Kontakt zur infizierten Person?

Tuberkulose-Fall im Märkischen Kreis - Gesundheitsamt ermittelt an zwei Schulen

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Tuberkulose-Fall im MK: Ein Arzt deutet auf eine Röntgenaufnahme einer Lunge. (Symbolbild). 

Lüdenscheid/Halver – In Lüdenscheid ist eine junge volljährige Person an offener Tuberkulose erkrankt. Sie wandte sich mit akuten Beschwerden an einen Arzt. Die Blutuntersuchung bestätigte wenig später, dass bei ihr die Krankheit ausgebrochen ist.

Derzeit wird die Person in einem Krankenhaus behandelt. Weil sie in der Vergangenheit eine Gemeinschaftseinrichtung besuchte, wurde das Gesundheitsamt des Märkischen Kreis eingeschaltet. Die Experten ermitteln nun, mit wem die Infizierte Kontakt hatte. 

Bevor die erkrankte Person nach den Sommerferien auf die Schule an der Höh in Lüdenscheid wechselte, besuchte sie nach Informationen des Kreises das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg in Halver. In beiden Schulen fand deshalb am Montagnachmittag eine Informationsveranstaltung des Gesundheitsamtes statt. 

Klassenverband un Lehrer werden überprüft

Nach den aktuellen Erkenntnissen beschränken sich die ansteckungsrelevanten Personenkontakte innerhalb dieser Einrichtungen jeweils auf den Klassenverband und die direkt beteiligten Lehrer. Die betroffenen Personen beziehungsweise deren Erziehungsberechtigte waren Ende der vergangenen Woche angeschrieben worden.

Lungentuberkulose ist nach Angaben des Märkischen Kreises keine hochinfektiöse Erkrankung. Es besteht kein unmittelbares Erkrankungsrisiko nach diesem Kontakt, die Kontaktpersonen sind auch nicht unmittelbar ansteckend für andere Menschen. 

Blutuntersuchung wird durchgeführt

Trotzdem muss vom zuständigen Gesundheitsamt eine Ansteckung der Kontaktpersonen ausgeschlossen werden. Dazu wird zunächst eine Blutuntersuchung durchgeführt. Sollte die Blutuntersuchung Anzeichen für eine Ansteckung ergeben, ist eine Röntgenaufnahme erforderlich. 

Möglicherweise wird das Gesundheitsamt Kontaktpersonen einige Monate oder noch länger beobachten, wenn es erforderlich sein sollte. Der Kreis bittet nicht eigenständig bei einem Arzt vorstellig zu werden.

Bislang neun Fälle in diesem Jahr

Tuberkulosefälle müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden. 2016 gab es im Märkischen Kreis 17 Erkrankungen, 2017 waren es 20, 2018 18 und in diesem Jahr wurden bislang neun Fälle aktenkundig. Nur wenn die Erkrankten eine Gemeinschaftseinrichtung wie zum Besipiel eine Schule besuchen, wird das Gesundheitsamt – wie im aktuellen Fall – selbst aktiv. 

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